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Indien: Stalking – Frauen protestieren mit Selfies gegen moralische Ausgangssperre

 
Meldung vom 11.08.2017

In Indien formiert sich zunehmend eine Frauenbewegung, die sich gegen die frauenfeindliche und diskriminierende Behandlung selbst von ranghohen Politikern zur Wehr setzt. In einem Stalking-Fall in Indien hat jüngst ein Politiker dem Opfer die Verantwortung für ein Verbrechen zugeschoben. Das bewirkte mehr und mehr Empörung bei jungen Inderinnen: Sie protestieren dagegen nun im Netz. Sie stellen Selfies ins Internet, auf denen sie noch nach Mitternacht in Indien unterwegs sind.

Sie stehen für ihr Recht auf, nachts unbehelligt auszugehen: Unter dem Hashtag #AintNoCinderella (bin kein Aschenputtel) veröffentlichen Hunderte Inderinnen derzeit Selfies in den sozialen Netzwerken. Mit der Aktion wollen sie gegen die frauenfeindliche Äußerung eines Politikers angehen. Der hatte dem Opfer eines spektakulären Stalking-Falls vorgeworfen, an dem Delikt selbst schuld zu sein.

Die junge Frau war Samstagnachts in der nordindischen Stadt Chandigarh in ihrem Auto von zwei Männern verfolgt worden, die in einem anderen Wagen unterwegs waren. Wie die 29-Jährige später der Polizei erklärte, hatten die Männer vorgehabt, sie zu entführen. Auf Facebook sagte die Frau, sie schätze sich glücklich, „weil ich nicht vergewaltigt und ermordet in einem Graben liege“.

Die Männer wurden inhaftiert. Der Fall sorgte für viel Wirbel, auch weil einer der Tatverdächtigen der Sohn des Chefs der indischen Regierungspartei BJP im Bundesstaat Haryana ist. Dessen Vize Ramveer Bhatti eröffnete vor den indischen Medien, die Frau hätte nicht um die Uhrzeit unterwegs sein sollen: „Warum fuhr sie so spät nachts herum?“ Ihre Eltern hätten das nicht erlauben dürfen.

Diese Bemerkung war Auslöser für den Selfie-Protest. Eine junge Frau meldet sich auf Twitter zu Wort: „Hey, es ist Mitternacht und ich bin unterwegs.“ Eine andere ließ wissen, es sei Zeit auszugehen. „Es ist Mitternacht und ich kann sein, wo immer ich will, denn ich bin kein Aschenputtel,“ meint eine Dritte. Zu den Frauen, die auf Twitter protestierten, zählen auch Oppositionspolitikerinnen wie Sharmistha Mukherjee, die Tochter des ehemaligen Staatspräsidenten Pranab Mukherjee. Ihr Selfie kommentierte sie: „Wenn ich um 0.00 Uhr unterwegs bin, heißt das nicht, dass ich vergewaltigt, belästigt, gejagt werden sollte.“

Gewalt gegen Frauen ist in Indien an der Tagesordnung. Ein immer wiederkehrendes Phänomen ist auch die Tatsache, dass Männer den Opfern wegen angeblich unzüchtigen Verhaltens die Schuld für Vergewaltigung oder Gewalt geben. Frauen in Indien verschafften sich in letzter Zeit meistens durch Proteste in sozialen Medien Gehör.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Indien, Stalking, Skandal, Frauen, Gender, Frauenfeindlichkeit, Misogynie, AintNoCinderella, soziale Medien, Proteste, Selfie, Fotos, Ausgang, Ausgangssperre, Medien, Frauenbewegung, Vergewaltigung, Ramveer Bhatti, Belästigung, Chandigarh