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Kenia: Unruhen vor Neuwahl – Universität geschlossen

Meldung vom 06.10.2017

In Kenia ist die Situation drei Wochen vor der Neuwahl auf dem Siedepunkt. Die politische Lage ist äußerst angespannt. Jetzt führten ausufernde Demonstrationen zur Schließung der Universität in der Hauptstadt Nairobi.

Die Universität von Nairobi, einer der größten Lehrstätten in Kenia, hat ihren Studenten am Dienstag (03.10.2017) für unbegrenzte Zeit verboten, den Campus zu betreten. Diese Maßnahme ist eine Konsequenz auf eine Nacht der Gewalt: Studenten lieferten sich Prügeleien mit der Polizei und errichteten Sperren in Straßen und in der Umgebung. Auch setzten sie das Büro der Wachleute in Brand und hinderten die Feuerwehr daran, das Feuer zu löschen. Die Polizei gab Warnschüsse ab, um die Mengen auseinanderzutreiben.

Die Krawalle wurden ausgelöst durch einen Polizeieinsatz Ende voriger Woche, bei dem 27 Studenten Verletzungen erlitten. Sie waren am Donnerstag wegen der Verhaftung eines Politikers auf die Straße gezogen.

Nachdem die Polizei diese Demonstranten vertrieben hatte, stürmten die Beamten ein Studentenwohnheim und einen Hörsaal, knüppelten jeden Studenten nieder, der sich ihnen in den Weg stellte, oder verlangten von ihnen Geld, wenn sie den Schlägen entgehen wollten. Die Polizisten schrien: „Wir wollen euch eine Lektion verpassen.“

Die Gewalt wurde von Handys aufgezeichnet und sofort in die sozialen Medien eingespeist. Daraufhin entbrannten die Proteste am Montagabend gegen die Universitätsbehörden, die nach Angaben der Studenten die Polizisten zum Prügeln hereingelassen hatten.

Das Universitätsdrama begannt mit der Verhaftung von Paul Ongili, besser bekannt unter seinem Spitznamen Babu Owino. Er galt früher als ein beliebter Studentenführer der Universität von Nairobi. Im August 2017 wurde er als Mitglied der kenianischen Oppositionskoalition NASA (Nationale Superallianz) ins Parlament gewählt. Vor kurzem beschimpfte er Kenias Präsident als „Hundesohn“, was zu seiner Festnahme führte.

Die Beleidigung des Präsidenten und die Krawalle bringen die höchst angespannte Stimmung in Kenia im Vorfeld der Neuwahlen am 26. Oktober vollends zum Siedepunkt. Kenias Bevölkerung bangt, dass wieder bürgerkriegsähnliche Gewalt ausbricht.

Die gesamte Situation schadet auch der Wirtschaft. Bei einer kleinen Autowerkstatt in Nairobi, wo normalerweise ein Dutzend Autos gleichzeitig repariert wird, steht jetzt nur ein Wagen. „Die Kunden verschieben alles auf nach den Wahlen. Sie warten ab. Links und rechts von meinem Betrieb schließen Firmen wegen Mangel an Kunden“, berichtet Eigentümer Martin ­Kianga.

Das Heimwerkergeschäft in der Nähe ist völlig ausgestorben. Bauarbeiten liegen verwaist da. Touristenhotels im weltberühmten Nationalpark Masai Mara, die eigentlich gerade Hochsaison haben, mussten Personal nach Hause ­schicken. Viele Buchungen für die Weihnachtszeit wurden storniert. Dabei ist Kenia dringend auf mehr Einnahmen angewiesen: Das Land ringt seit über einem Jahr mit einer Dürre, wodurch die Nahrungsmittelpreise explodiert sind. Die Politiker kümmern sich jedoch kaum um die Misere ihres Landes. Der Wahlkampf und ihre eigenen Interessen stehen im Vordergrund.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Kenia, Neuwahl, Demonstration, Eskalation, Studenten, Universität, Polizei, Festnahmen, Prügelei, Raila Odinga, Uhuru Kenyatta, Schließung, Nairobi, Unruhen, Krawalle, Wirtschaft
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