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Global: Weltklimakonferenz in Bonn – Die Uhr tickt

 
Meldung vom 07.11.2017

25.000 Delegierte und Klimaretter sind nach Bonn gekommen, um an der Weltklimakonferenz teilzunehmen. Zum Auftakt der Konferenz gab es zahlreiche Protestaktionen in Bonn. Unter anderem fuhr eine Kolonne von tausenden Fahrradfahrern vor den UN Campus und forderte den Ausstieg aus der Energiegewinnung durch Atom- und Kohlekraftwerke.

Inzwischen hat die Weltklimakonferenz mit Aufrufen zur Begrenzung des Treibhausgas-Ausstoßes begonnen. Fidschis Premier Bainimarama – zurzeit auch Präsident der Klimakonferenz – verlangte schnelles Handeln. Die deutsche Umweltministerin Hendricks ermahnt die neue Bundesregierung.

„Save the world“ rufen 400 Kinder und Jugendliche im Plenum zu Beginn der diesjährigen Weltklimakonferenz unter dem Applaus der Delegierten. Auch wenn die Konferenz in Bonn tagt: Sie steht unter der Präsidentschaft des Inselstaates Fidschi. Der Inselstaat befinde sich in einer Weltregion im Südpazifik, auf die sich der Klimawandel jetzt schon auswirkt, sagt Premierminister Frank Bainimarama. Er ermahnt zu schnellem Handeln: „Es eilt – die Welt ist unter Druck, durch extreme Wetterereignisse die durch den Klimawandel verursacht sind: zerstörerische Hurrikans, Feuer, Fluten, Dürren, Eisschmelzen und Veränderungen in der Landwirtschaft, die unsere Nahrungsbasis gefährden.“

Zur Rettung des Globus wird dieses Treffen aber nur einen Beitrag unter vielen leisten können. Es hat vor allem zum Ziel, das Kleingedruckte zum Klimaabkommen von Paris zu verhandeln. Das bedeutet, Regeln und Regularien zu finden.

Politisch muss erörtert werden, wie der Kurs der USA einzuordnen ist, nachdem Präsident Donald Trump verdeutlichte, dass er so bald wie möglich aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen will. „America first“ – das ist Trumps Leitplanke. Fidschis Premier, der zurzeit auch Präsident der Klimakonferenz ist, nimmt Bezug zu diesem Motto und sagt: „Der einzige Weg, die eigene Nation 'first', also in den Mittelpunkt zu stellen, ist es, die anderen unterzuhaken und gemeinsam nach vorne zu gehen.“

Die Bonner Konferenz steht aber auch in einem innenpolitischen Bezug zu den Sondierungsgesprächen in Berlin. Deutschland wird wohl sein Klimaziel für 2020 nicht erreichen. Davor kann keine Regierung ihre Augen verschließen, sagt die geschäftsführende Umweltministerin Barbara Hendricks zum Auftakt. „Dass jene Bundesregierung, die demnächst in die Verantwortung kommt, im Jahr 2018 die Entscheidungen treffen muss im Hinblick auf weitere Schritte zum Kohleausstieg, das steht schon im Klimaschutzplan, den die Bundesregierung beschlossen hat. Und da wird sich auch eine neue Bundesregierung nicht von verabschieden können“, betont die SPD-Politikerin Hendricks.

Ihr Kabinettskollege Gerd Müller – zuständig für Entwicklungshilfe – schlägt dagegen andere Töne an. Klimaschutz im Ausland würde sich mehr lohnen, sagt der CSU-Politiker. „Wir finanzieren weltweit Projekte, die 25 Prozent der Deutschen CO2-Emissionen entsprechen“, behauptet Müller. Er rückt damit die sogenannten Minderungsprojekte in Partnerländern Deutschlands in den Fokus. Das würde in etwa die Emissionen von hundert Kohlekraftwerken wettmachen, sagt er.

Hendricks kontert umgehend: „Man kann sich nicht im Ausland freikaufen“, meint die Umweltministerin. Natürlich müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, erklärt sie mit Blick auf die Sondierungsgespräche Berlin. Aber Deutschland generiere ohnehin zu viel Strom, und Kohlekraftwerke abzuschalten gehe schnell und erziele eine große Wirkung. Die Bundesregierung sei verpflichtet, alles zu tun, um ihre Versprechen einzuhalten.

Mehr Geld soll trotzdem und unabhängig von der neuen Regierung fließen. 50 Millionen Euro zusätzlich stellt die Umweltministerin im Namen der alten Bundesregierung in Aussicht. Das Geld sei für den sogenannten Anpassungsfonds bestimmt. Bisher sind dorthin bereits 190 Millionen Euro eingezahlt worden. Die Mittel sollen ärmere Staaten wie etwa Fidschi in die Lage versetzen, sich an die schon unvermeidlichen Folgen des Klimawandels anzupassen.

Und der Klimawandel ist inzwischen für alle bemerkbar. Gerade das Jahr 2017 war von heftigen Hurrikanen, Monsunregen und Dürren geprägt. Experten haben 2016 als das wärmste Jahr gelistet, das je gemessen wurde. Zum Auftakt der UN-Klimakonferenz hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) auf eine signifikante Erderwärmung aufmerksam gemacht: 2013 bis 2017 sei voraussichtlich der wärmste Fünfjahreszeitraum seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, meldet die WMO. 2016 werde auch wegen des dieses Mal besonders starken Klimaphänomens El Niño als das wärmste Jahr überhaupt eingestuft. 2017 und 2015 stehen demnach auf Platz zwei und drei.

Die Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, Patricia Espinosa, kommentiert den Bericht und sagt, dieser verdeutliche „die wachsenden Risiken für Menschen, Wirtschaften und das Leben auf der Erde an sich, wenn wir es nicht schaffen, bei den Zielen und Ambitionen des Pariser Abkommens wieder auf die Spur zu kommen“.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Auftakt der Weltklimakonferenz in Bonn




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Globale Projekte, Weltklimakonferenz, Bonn, UN, Klimawandel, Pariser Klimaabkommen, Delegierte, Patricia Espinosa, Meteorologie, Donald Trump, USA, Ausstieg, Klimaschutz, Atomenergie, Kohlekraftwerke, Klimaziele, Anpassungsfonds, Fidschi