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Kenia: Welttoilettentag – Die „fliegenden Toiletten“ in den Slums

Meldung vom 16.11.2017

Am 19. November ist Welttoilettentag. Die Vereinten Nationen legten diesen Tag fest. Es geht dabei um den Kampf für Sanitäranlagen. Aufmerksam gemacht wird auf einen großen Mangel, nämlich das Fehlen ausreichend hygienischer Sanitäreinrichtungen für mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung. Daraus resultieren verunreinigtes Wasser und Krankheiten.

Mehr als zwei Drittel der Menschheit konnte im Jahr 2015 keine hygienische Toilette in seinem Alltag aufsuchen. Knapp 900 Millionen Menschen mussten ihre Notdurft in der freien Natur verrichten. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind fehlende Hygiene und die mangelnde Trennung von Fäkalien und Trinkwasser die Hauptgründe für beinahe 90 Prozent aller Tode durch Durchfallerkrankungen. Vor allem Kinder unter fünf Jahren sind dafür anfällig. Jedes Jahr kommen mehr als 500.000 von ihnen an den Folgen von Durchfall ums Leben.

Hinten in ihrem kleinen Haus verfügt Pamela Owino über drei Toiletten. Zwei davon bestehen lediglich aus einem Loch im Boden, eine hat um das Loch herum einen zusammengezimmerten Sitz. Die Klos sind in dem Slum Kibera ein Luxus. „Wir mussten die Toiletten selber bauen“, erklärt die 53-jährige Kenianerin, „wegen der Kinder.“ Owino bezieht sich auf die 38 Kinder, die sie in einem kleinen Waisenhaus versorgt.

Denn die meisten Bewohner des Armenviertels in Kenias Hauptstadt Nairobi können von einer eigenen Toilette nur träumen. Sie müssen die wenigen öffentlichen Klos aufsuchen – die nachts geschlossen werden. Kibera, der wohl größte städtische Slum Afrikas, ist ein Musterbeispiel für das Problem mangelnder Toiletten.

Etwa die Hälfte der mehr als zwölf Millionen Kenianer, die in Städten wohnen, müssen laut des UN-Kinderhilfswerk Unicef in Slums überleben, wo die hygienischen Bedingungen entsetzlich sind. In den Armenvierteln hausen auf engstem Raum oftmals tausende Menschen. Zudem gibt es kaum Strom, keine Straßen, Wasseranschlüsse oder Abwassersysteme. Insgesamt haben nur zehn Prozent der Behausungen in Kenia ein stilles Örtchen. Selbst Schulen klagen über den gravierenden Mangel an Klos. Im Durchschnitt müssen sich 100 Schüler eine Toilette teilen.

In Kibera musste man sich lange vor den „fliegenden Toiletten“ wappnen. Bevor in dem Armenviertel Klos eingerichtet wurden, erleichterten sich die meisten Menschen in Plastiktüten, knoteten sie zu – und warfen sie aus dem Fenster. „Man spürte plötzlich, wie etwas den Rücken traf, und dann hat man bemerkt, dass es eine fliegende Toilette war“, erinnert sich Owino grinsend. Die Tüten landeten in den engen Gassen zwischen den einfachen Hütten auf dem Boden, in Müllhaufen am Straßenrand oder im Abfluss.

Inzwischen wurden in dem Slum laut dem Nairobi City Council mehr als 1.000 öffentliche Klos gebaut – für eine Bevölkerung von mehreren hunderttausend Menschen aber immer noch sehr wenig. Eine Nutzung muss zudem bezahlt werden: rund fünf bis zehn kenianische Schillinge (vier bis acht Euro-Cent), etwa so viel wie ein Kanister Wasser.

Das Installieren von Toiletten ist zwar notwendig. Aber es gibt ein weiteres großes Problem: Wohin mit den Fäkalien? In den Slums gibt es meist kein Abwassersystem. Der Abfall muss also zu einer naheliegenden Kläranlage transportiert werden. In Wirklichkeit kippen viele der privaten Transportunternehmen den Abfall aber einfach in die Flüsse. Es gibt erste Unternehmen, die planen, aus den Fäkalien Dünger herzustellen. Doch das ist noch Zukunftsmusik und Kenia hat noch einen weiten Weg bis dorthin zurückzulegen.




Quelle: „Salzburg 24“, www.salzburg24.at

Schlagwörter: Kenia, Toiletten, Welttoilettentag, Slums, Hygiene, Durchfall, Krankheiten, Umwelt, Wasser, Fäkalien, Abwassersysteme, Dünger