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Mexiko: Überfüllte Leichenhallen

Meldung vom 17.11.2017

In Mexiko wütet der mörderische Drogenkrieg schlimmer als je zuvor. Jetzt kommen sogar die Leichenhallen an ein Limit. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen der Drogenkartelle untereinander und mit Polizei und Militär haben dieses Jahr so viele Tote hervorgebracht wie seit 20 Jahren nicht mehr. Besonders zu leiden haben die ärmsten Regionen des Landes, wo ganze Dörfer entleert sind, weil die Menschen vor der Gewalt geflohen sind. Nun streiken selbst die Mitarbeiter der völlig überfüllten Leichenschauhäuser: Sie können den Gestank der Toten nicht mehr aushalten.

„Man hat einen ständigen Brechreiz“, sagte die Leichenhallen-Angestellte Laura Reyna Benjamín in lokalen Medien. „Es verdirbt einem völlig den Appetit, weil der Gestank nicht mehr weggeht.“ Tatsächlich ist demnach die Arbeit in den völlig überfüllten Gebäuden so unerträglich geworden, dass der mexikanische Bundesstaat Guerrero den Betrieb dort eingestellt hat.

Laut der Zeitschrift Guardian wurden alleine in dem Bundesstaat südlich von Mexiko-Stadt jeden Tag acht bis zehn neue Mordopfer in die Hallen transportiert. In Chilpancingo, der Hauptstadt von Guerrero, verwesen demnach inzwischen 600 Leichen in einer Leichenhalle, die eigentlich nur Platz für ein Drittel davon bietet. Für Autopsien sei längst nicht mehr genug Personal vorhanden. Nun wurde der endgültige Zusammenbruch gemeldet.

„Das Problem betrifft nicht nur Guerrero“, erklärt der Priester und Sozialarbeiter Mario Campos der Zeitung. „Es ist ein nationales Problem.“ Mexiko bemüht sich weiterhin, dem Drogenschmuggel entgegenzusteuern. Das organisierte Verbrechen soll mit Polizei und Militär gestoppt werden. Das Ergebnis: 2017 wird sich voraussichtlich als das blutigste Jahr seit Beginn der Statistik entpuppen – 1.919 Mordopfer wurden alleine in Guerrero gezählt.

„Unsere Gesellschaft wird von den Drogenschmugglern zerrissen und unsere Behörden versagen in ihrem Job“, betont Campos. Er bewegt sich als Sozialarbeiter in den ärmsten Regionen von Guerrero, die meisten Orte erinnern an Geisterstädte. Zu dem Bundesstaat zählen aber auch früher populäre Tourismusziele wie Acapulco, doch im bergigen Hinterland gedeiht der Schlafmohn und hier herrschen inzwischen die Drogenbarone.

Die jüngste Drogenepidemie in den USA hat die Nachfrage und die Aussichten auf gute Geschäfte vergrößert. „Die Menschen sind arm und Arbeit finden sie nur bei den kriminellen Banden“, erläutert Campos. „Die haben das Geld.“ In Guerrero hatte sich 2014 ein aufsehenerregendes Verbrechen ereignet: 43 Studenten wurden von der Polizei verschleppt und später von Kartellen kaltblütig getötet. Behörden und Mafia zogen an einem Strang: Ein Skandal, der monatelange Proteste nach sich zog.

Die mexikanische Staatsanwaltschaft schätzt, dass sich rund 50 kriminelle Organisationen in dem Bundesstaat tummeln. Selbst Lehrer geraten zwischen die Fronten der Kartelle: In der Region Chilapa de Álvarez, einem Mohnanbaugebiet, mussten demnach 100 Schulen schließen. Auch der Busverkehr kam zum Erliegen. Die Drogenschmuggler hatten demnach zuletzt 10 Busfahrer erschossen.

Umso mehr bietet unser Kinderheim mit angeschlossener Schule in Juarez eine Oase der Sicherheit für Kinder, die sonst jeden Tag mit Gewalt konfrontiert werden könnten.


Weiterführende Informationen

 Mexiko: Wie hilft Gebende Hände




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Focus Online“, focus.de

Schlagwörter: Mexiko, Drogenkrieg, Drogen, Drogenkartelle, Drogenmafia, Tote, Gewalt, Leichenhalle, Leichen, Guerrero, Schlafmohn, Drogenepidemie, USA, Drogenhandel, Kinder, Schulen, Acapulco