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Mexiko: Journalist auf Weihnachtsfeier ermordet

Meldung vom 27.12.2017

In Mexiko ist ein Journalist mitten bei einer Schulveranstaltung erschossen worden. Der Mord wurde kaltblütig vor den Augen der anwesenden Kinder und ihrer Eltern begangen.

Am Freitag nahm Gumaro Pérez Aguilando an der Weihnachtsfeier in der Schule seines Sohnes in Acayucan im Bundesstaat Veracruz teil. Alle freuten sich auf eine unbeschwerte Feier, doch sie endete tragisch. Zwei bewaffnete Männer drangen in das Gebäude ein und erschossen den Journalisten vor den Augen der Kinder und deren Eltern, berichteten Zeugen.

Pérez Aguilando war Berichterstatter für mehrere Medien aus der Stadt im Südosten des Landes, in der Drogenkartelle und kriminelle Banden ihr Unwesen treiben. Reporter ohne Grenzen zufolge ist er der zwölfte Journalist in Mexiko, der 2017 der Drogenmafia zum Opfer fiel. Damit steht das Land zusammen mit Syrien auf dem letzten Platz der Liste der Länder, in denen es am gefährlichsten für Journalisten ist. Pérez Aguilando hatte im Vorfeld der Tat offenbar keine Morddrohungen erhalten, erklärte Ana Laura Pérez Mendoza, Vorsitzende der staatlichen Kommission zum Schutz von Journalisten.

Erst im August 2017 war der Reporter Cándido Ríos Vázquez zusammen mit zwei weiteren Personen vor einem Geschäft in Acayucan von mehreren Kugeln durchsiebt worden. Ihm wurde Personenschutz gewährt, seit ihm ein Bürgermeister aus der Region gedroht hatte. Doch offenbar hat ihm das nichts genutzt. Im Juli war der aus Honduras stammende Fotograf Edwin Rivera Paz in der Stadt ermordet worden. Und das, obwohl er seine Heimat bereits verlassen hatte, nachdem ein Kollege von ihm dort umgebracht worden war.

Der Bundesstaat Veracruz gilt als einer der riskantesten Regionen für Journalisten weltweit. Während der Amtszeit des ehemaligen Gouverneurs Javier Duarte von 2010 bis 2016 wurden 19 Berichterstatter ermordet. Duarte steht derzeit wegen Korruption vor Gericht.

Er verurteile den „hinterhältigen und feigen Angriff“ auf den 35-Jährigen, erklärte der amtierende Gouverneur von Veracruz, Miguel Ángel Yunes, über das soziale Netzwerk Twitter. Doch davon haben die Betroffenen wenig. „Es ist ein immergleicher anhaltender Alptraum“, klagt Miguel Ángel Díaz, Gründer der Nachrichtenwebseite Plumas Libres. „Niemand schützt uns. Die Kriminellen können tun und lassen, was sie wollen.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Mexiko, Journalist, Mord, Drogenmafia, Drogenbande, Schulfeier, Weihnachtsfeier, Reporter ohne Grenzen, Verfolgung, Pressefreiheit, Drogenkrieg, Veracruz, Acayucan