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Somalia: Flüchtlinge mit Bulldozern vertrieben

Meldung vom 18.01.2018

Zu Tausenden strömen Flüchtlinge nach Mogadischu, die Hauptstadt Somalias. Der Hunger, den die monatelange Dürre verursacht hat, und die Gewalt der Al-Schabaab-Miliz sind die Hauptursachen für den nicht abreißenden Flüchtlingsandrang. Die Situation überfordert die Regierung. Inzwischen ist man zu brachialen Methoden übergegangen. Das Militär zerstört einfach viele Camps und Elendsbehausungen, ohne auf die Menschen dort Rücksicht zu nehmen. Was aus den Notleidenden weiter wird, das weiß niemand. Die Lage der Flüchtlinge in Somalia bleibt katastrophal.

Selbst für somalische Verhältnisse nach fast drei Jahrzehnten Krieg sind die Lebensumstände in Somalia derzeit besonders prekär. Eine „beispiellose“ Dürre, mit vier schlechten Regenzeiten hintereinander, hat die Menge der Hungernden zwischen Januar und November 2017 nach UN-Angaben verzehnfacht, von 83.000 auf 866.000. 2,1 Millionen Menschen mussten wegen lebensgefährlichen Zuständen ihr Zuhause verlassen, davon kam die Hälfte im vergangenen Jahr dazu.

520.000 Vertriebene quetschen sich in die improvisierten Lager rund um die Hauptstadt Mogadischu. Das alles ist ein Skandal angesichts der Tatsache, dass Regierung und UN beständig die Fortschritte Somalias im Friedensprozess hervorheben und darüber nachdenken, wie man wieder Touristen an Somalias weiße Strände locken könnte.

Just in dieser angespannten Lage haben die Behörden begonnen, Flüchtlingslager zu räumen – ohne Ankündigung und offenbar ohne Plan. „Am 29. und 30. Dezember wurden über 23 Vertriebenensiedlungen mit über 4.000 Familien zerstört“, kritisierte bereits am Neujahrstag der humanitäre UN-Koordinator für Somalia, Peter de Clercq.

„Manche dieser Vertriebenen sind lange Strecken gelaufen, um Dürre und Konflikt zu entkommen. Sie haben ihren Besitz und Lebensunterhalt verloren, da den Leuten keine Zeit gewährt wurde, ihre Habseligkeiten einzusammeln, bevor die Zerstörungen begannen. Jetzt leben Familien mit Kindern, Frauen und Alten unter freiem Himmel.“

Inzwischen zeigt sich das volle Ausmaß der Räumungen – die als Maßnahme gegen Seuchen und übergroße Bevölkerungsdichte rechtfertigt werden. Nicht nur Hütten seien abgerissen worden, protestierte der Dachverband der in Somalia tätigen Hilfsorganisationen.

Von der Räumungsmaßnahme betroffen waren „21 Siedlungen, vier Schulen, ein Zentrum zum Kampf gegen sexualisierte Gewalt, ein Ernährungszentrum, drei Gemeinschaftszentren, 353 Kleinunternehmen vor allem von weiblichen Vertriebenen, 170 Latrinen, 26 Wasserstellen, neun Koranschulen und viele humanitäre Einrichtungen“. 5.807 Haushalte – das sind mindestens 35.000 Menschen, die vormals im Stadtteil Banadir lebten und nun kein Dach mehr über dem Kopf haben.

Durchgeführt wurde die Zerstörung der Camps den Berichten zufolge von Soldaten mit Bulldozern. Eigentlich sollte Somalias Armee, die mit internationaler Hilfe mühevoll aufgebaut wird, ihre Energien für den Kampf gegen die islamistischen Al-Schabaab-Rebellen einsetzen, vor denen zahlreiche Menschen nach Mogadischu geflohen sind. Stattdessen drängt sie ihre eigenen Leute zurück in Krieg und Elend.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Somalia, Flüchtlinge, Mogadischu, Dürre, Hunger, Al-Schabaab-Miliz, Al-Shabab, Flüchtlingslager, Flüchtlingscamps, Räumung, Bulldozer, UN