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Hunger: Ein Gericht Bohnen für 300 Euro – Nahrungsmittel werden immer teurer

Meldung vom 18.10.2018

Jedes Jahr am 16. Oktober wird der Welternährungstag begangen. Das ist immer wieder ein Anlass, Zahlen und Fakten zum weltweiten Hunger zu prüfen und publik zu machen. Die neueste Entwicklung zeigt, dass die Kosten für Lebensmittel in politisch instabilen Ländern immer mehr nach oben gehen. Das legt ein Bericht des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) dar, der am Dienstag (16.10.2018) zum Welternährungstag veröffentlicht worden ist.

In dem Bericht steht, dass der Zugang zu Nahrungsmitteln für Menschen, die in Konfliktländern überleben müssen, immer problematischer werde. Darüber hinaus hätten weltweit immer mehr Menschen Schwierigkeiten, sich nahrhafte Mahlzeiten leisten zu können. Das berichtete das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) zum Welternährungstag.

Um die Preise für Nahrungsmittel zwischen den Ländern vergleichen zu können, haben die Vereinten Nationen einen Index aufgestellt. Dieser wird im zweiten Teil des Berichts näher erläutert. Als Referenz habe man den Preis von gewöhnlichen Bohnen in 52 verschiedenen Entwicklungsländern der Welt herausgefunden. Ziel sei es, den Verbrauchern in den reichen und industrialisierten Ländern ein Bild von dem durchschnittlichen prozentigen Einkommen zu verschaffen, das notwendig ist, um sich in den ärmsten Ländern der Welt ein Grundnahrungsgericht anschaffen zu können.

Der Index berechnet, wie viel Geld in dem jeweiligen Land für den Kauf von Zutaten bezahlt werden muss, die für eine zu Hause gekochte 600-Kalorien-Mahlzeit ausreichen. Im Hinblick auf das Durchschnittseinkommen der Einwohner wurde der „reale“ Preis dafür berechnet. Laut dem Bericht seien dabei Daten zum Pro-Kopf Bruttoinlandsprodukt sowie zum persönlichen Einkommen auf der Grundlage von Überweisungen und anderen Quellen zum Tragen gekommen.

Nehme man als Bezugswert die Kosten für Lebensmittel in New York, zeigen die Daten des WFP, dass der New Yorker durchschnittlich 1,20 Dollar entrichten muss, um ein einfaches Gericht wie eine Suppe aus Bohnen zu kochen. Zutaten wie Wasser, Öl und eine Handvoll Reis oder Getreide seien in den Berechnungen berücksichtigt worden. Ein Einwohner aus dem Südsudan hingegen muss, um das gleiche Gericht zu kochen, sein Einkommen von zwei Tagen dafür ausgeben – auf die Verdienste und die Kosten für Lebensmittel im Land übertragen, entspreche das umgerechnet 348,36 Dollar für einen New Yorker. Für den Nordosten von Nigeria wären das umgerechnet 222,05 und für den Jemen 62,37 Dollar.

Der Südsudan, der Jemen und Nordostnigeria sind laut Angaben der WFP die Länder, in denen Hungersnöte eine ständige Gefahr darstellen würden. In allen drei Regionen habe die UN beobachtet, dass die steigenden Lebensmittelpreise exakt mit der Zunahme der Konflikte einhergingen.

„Erschwingliche Nahrungsmittel und friedenserhaltende Gesellschaften gehen Hand in Hand“. Das betonte der Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms David Beasley. „Und doch haben Millionen unserer Brüder und Schwestern weder das eine, noch das andere.“ Die häufigen Konflikte in den Ländern verhinderten die Zubereitung der einfachsten Mahlzeiten, meinte er weiter.

Kriege und Konflikte seien der weitaus größte Grund für den weltweiten Hunger. Das bekräftigen auch die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Welternährungstages. Allein in den zehn schlimmsten Kriegsregionen weisen aktuell 4,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren lebensbedrohliche Symptome von Unterernährung auf. Sie benötigen dringend Hilfe von außen.

Das Leid dieser Kinder haben die Regierungen der jeweiligen Länder zu verantworten. Louay Yassin, Sprecher der SOS-Kinderdörfer, betont: „Die Kriege zerstören Felder, Straßen und Märkte. Menschen fliehen und lassen ihre Äcker brach liegen, Kindern und Familien in Not wird der Zugang zu Nahrung verwehrt. Immer häufiger wird Hunger gezielt als Waffe eingesetzt.“

Insgesamt haben 60 Prozent des akuten Hungers im letzten Jahr mit Kriegen und Konflikten zu tun. In 18 Ländern kämpfen 78 Millionen Menschen mit Hunger, die Hälfte davon Kinder. Besonders prekär sei die Situation im Yemen, wo 2017 rund 17 Millionen Menschen hungern mussten, gefolgt von Nigeria (8,9 Millionen), der Demokratischen Republik Kongo (7,7 Millionen), Afghanistan (7,6 Millionen), Syrien (6,5 Millionen) und Südsudan (6,1 Millionen). „Die Zahlen werden weiter nach oben gehen! Von dem weltweiten Ziel, den Hunger bis 2030 zu besiegen, entfernen wir uns damit immer mehr“, warnte Yassin weiter.




Quelle: „Vatican News“, www.vaticannews.va

Schlagwörter: Hungerhilfe weltweit, Hunger, Nahrungsmittel, Nahrungsmittelpreise, Welternährungstag, Konflikte, Kriege, Steigung, Milleniumsziele, Frieden