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Honduras: Bischof verteidigt Migranten – „Das sind keine Kriminellen“

Meldung vom 25.10.2018

Auf mehr als 7.300 Menschen ist der Treck mittlerweile angewachsen, der sich zu Fuß durch Mexiko bewegt, in der Hoffnung, bis in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Über den Exodus und die Risiken, aber auch über Hoffnungen äußerte sich Guy Charbonneau, Bischof von Choluteca. Seine Diözese befindet sich im südlichen Teil von Honduras, nahe dem Golf von Fonseca.

Der Bischof äußert seine Besorgnis über die lange Fluchtroute dieser menschlichen Karawane, und er bittet im Namen der Kirche um Aufnahme der Migranten und um einen menschlicheren Rahmen für die Einwanderung. Charbonneau sagt: „Es gibt diesen massiven Exodus – die Menschen sehen keinen Ausweg mehr in ihrer Situation, es fehlt an Arbeit. Und auch wenn die Regierung sagt, die Gewalt sei weniger geworden – das mag vielleicht sein, aber es bleibt ein Mangel an Sicherheit. Und die Armut bleibt ja auch!“

Man dürfe nicht vergessen, dass die Flüchtlinge jetzt sehr viel auf sich nehmen, sie überqueren Brücken, müssen durch Flüsse waten, Wind und Wetter standhalten, nachts im Freien schlafen, oftmals auf dem harten Asphalt – und all das auch noch illegal. Der Bischof sieht auch ganz klar die Kirche in der Pflicht, hier zu helfen: „Die Kirche hat ihre Türen aufgemacht: in Mexiko, in Guatemala. In Aufnahmezentren und Einrichtungen für Migration, die Völker beider Länder haben sich schon sehr solidarisch gezeigt.“

Zudem habe der Bischof von Chiapas schon dazu aufgerufen, dass die Katholiken ihre Häuser öffnen sollten, um diesen Nächsten, die alles hinter sich gelassen hätten, in jeder erdenklichen Hinsicht unter die Arme zu greifen. Mit Mitleid und Sorge denkt der Bischof daran, dass möglicherweise auch Menschen aus seiner Diözese in dem Flüchtlingstreck sind.

Aber er sendet auch deutliche Worte an die Migranten und die möglichen Aufnahmeländer: „Ich möchte sie ermutigen, wenn sie in Mexiko oder in den USA leben können, sich so gut wie möglich zu integrieren – und dass diejenigen, die sie empfangen, sie gut aufnehmen, sie auch integrieren können, sie lieben. Dass sie die positiven Kräfte sehen können, die diese Menschen haben. Das sind ja keine Kriminellen!“

Migration stellt für den Geistlichen ein Recht dar, das jeder Person zusteht. Genauso gebe es aber eigentlich auch das Recht, im eigenen Land solche Bedingungen vorzufinden, die einem ein würdevolles Leben ermöglichen. Die Flüchtlinge sind mittlerweile in 10 Tagen bereits mehr als 800 Kilometer gelaufen. Um der dramatischen sozialen und sicherheitspolitischen Situation in Honduras zu entkommen, lassen sie sich von den neuen Drohungen des US-Präsidenten, die Hilfen für Honduras, Guatemala und El Salvador zu kürzen, nicht abschrecken. Bei vielen sind diese Hilfen eh niemals angekommen!




Quelle: „Vatican News“, www.vaticannews.va

Schlagwörter: Honduras, Migranten, Karawane, Flüchtlings-Karawane, Flüchtlingstreck, katholische Kirche, Guy Charbonneau, Menschenrechte, Mitleid, Erbarmen, Aufnahme, keine Kriminellen