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Somalia: AMISOM gescheitert? – Militärischer Sieg über die Al-Schabaab-Miliz unmöglich

Meldung vom 10.07.2019

In Somalia lässt sich die islamistische Terrormiliz Al-Schabaab offenbar nicht besiegen. Inzwischen herrscht selbst beim Militär die Meinung vor, nur Gespräche können Somalia befrieden. Die Operation der AMISOM, der weltweit zweitgrößten internationalen Friedenstruppe mit UN-Mandat, ist fehlgeschlagen.

Wie geht es nun weiter mit der erfolglosen AMISOM, der Eingreif­truppe der Afrikanischen Union (AU) in Somalia? Parallel zum laufenden AU-Sondergipfel in Niger haben die AMISOM-Kommandanten in Somalias Hauptstadt Mogadischu ein Krisentreffen zur Einleitung ihrer „Exit Stra­tegy“ einberufen.

„Wir haben uns zu gewissen Operationen verpflichtet, und es ist wichtig, dass wir Ergebnisse dieser Operationen sehen“, erklärte der zuständige AU-Sonderbeauftragte Francisco Madeira nach einem Bericht der ugandischen Zeitung New Vision zu Beginn des dreitägigen Treffens am Freitag (05.07.2019). Uganda hat am meisten Soldaten zur Verfügung gestellt, um die derzeit von Äthiopien geführte, 19.500 Mann große Truppe zu stärken, die Somalias international anerkannte Regierung gegen die islamistischen Al-Schabaab-Rebellen verteidigen soll.

Als AMISOM 2007 unter ugandischer Führung ins Leben gerufen wurde, stufte ein ugandischer General die Operation bereits als „Mission Impossible“ ein. Dabei ist sie die weltweit zweitgrößte internationale Friedenstruppe mit UN-Mandat und diejenige mit der größten Opferzahl: Registriert sind über 1.700 Gefallene, so der britische Politologe und Autor Paul Williams. Die Zukunft der vornehmlich von der EU finanzierten Mission ist ungewiss, denn ihre Errungenschaften werden derzeit hinterfragt.

Die Terrormiliz hätte seit 2016 ihren Einflussbereich wieder erweitert, erfuhren EU-Militärexperten neulich bei einer Tagung in Brüssel. US-Luftangriffe auf Al-Schabaab-Ziele in ländlichen Gebieten hätten die Islamisten nur dazu angestachelt, ihre Angriffe auf Mogadischu zu verstärken. Ein Anschlag auf ein Hotel in Kenias Hauptstadt Nairobi und die Ermordung des Hafendirektors von Bosasso, Hauptstadt der autonomen Region Puntland, führen deutlich die Schlagkraft der Miliz vor Augen.

Der Brite Williams hält einen militärischen Sieg über die Al-Schabaab nicht mehr für realistisch. Auf lange Sicht müsse man auf Verhandlungen setzen, so wie die USA auf Afghanistans Taliban zugegangen seien – aber europäische Diplomaten hätten bislang jegliche Kommunikation mit der Al-Schabaab-Miliz gemieden. Und die Miliz selbst verweigert auch jegliche Verhandlung, weil Somalias Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed wenig Macht hat. Die Al-Schabaab propagieren sich selbst als eine nationale Widerstandsbewegung gegen die Nachbarn Äthiopien und Kenia und die von diesen gestützte Regierung in Mogadischu.

Es gibt zu wenig Absprachen zwischen den USA und AMISOM, hörten die Militärexperten, und die afrikanische Truppe habe weder eine Luftwaffe noch eigene schnelle Eingreifkapazitäten zu bieten. Die EU-Finanzierung für AMISOM – sie dient vor allem dazu, die Gehälter der Soldaten zu bezahlen – wurde im Jahr 2016 um ein Fünftel verringert und das Geld in den Aufbau einer somalischen Regierungsarmee gesteckt.

Diese Somalia National Army (SNA) aber hat noch kaum etwas zustande gebracht und Somalias Politiker konnten sich nicht darüber verständigen, was sie tun soll. Lediglich im Shebelle-Flusstal, wo US-ausgebildete SNA-Kontingente mit US-Luftunterstützung im Einsatz sind, seien positive Resultate erfolgt.

Kann die AMISOM irgendetwas verändern? Wohl kaum, wenn sie in ihrer jetzigen Struktur verharrt. Die einzelnen nationalen Kontingente stehen unter nationalem Kommando, sie sind nicht dem Gesamtkommando der AMISOM unterstellt. Ihre Konvois werden systematisch von der Miliz attackiert, ihre Kontingente sind nicht im ständigen Austausch.

Uganda, aus eigener Sicht Führungsnation der AMISOM, will die Hauptstadt Mogadischu allein kontrollieren und entsendet die Burunder, die schlechter ausgerüstet sind, in die Wildnis, wo sie ins Visier der Terrormiliz geraten – im April 2019 entgingen 200 burundische Soldaten nur knapp einem Sprengstoffattentat: Eine Bombe war im Radiogerät ihres somalischen Übersetzers eingebaut und wurde zufällig in einem UN-Flugzeug entdeckt.

Ebenso handeln die Kenianer in der südsomalischen Hafenstadt Kismayo. Niemand in Somalia will das AMISOM-Kontingent aus Äthiopien, dem historischen Erzfeind, bei sich dulden, und die Soldaten aus Dschibuti lehnen es gänzlich ab zu kämpfen. Diese nicht vorhandene Einheit nützt wiederum der Al-Schabaab, die weiterhin das Land destabilisiert.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Somalia, Al-Schabaab, Terrormiliz, AMISOM, Militär, gescheitert, Mission, Verhandlung, Anschläge, Somalia National Army, UN, UN-Mandat, Kooperation, Zusammenarbeit, Koordinierung, AU-Gipfel
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