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Mexiko: Drei Journalistenmorde innerhalb einer Woche

Meldung vom 23.08.2019

In Mexiko sind erneut zwei Journalisten ermordet worden. Der Reporter Jorge Celestino Ruiz wurde in der Nacht zum Samstag (03.08.2019) in der Gemeinde Actopan im östlichen Teilstaat Veracruz erschossen, wie der Bürgermeister des Orts, Paulino Dominguez, mitteilte. Nach Informationen aus Polizeikreisen war das Haus des für die Zeitung El Grafico de Xalapa arbeitenden Journalisten bereits im Oktober mit Waffengewalt angegriffen worden.

Zudem seien Schüsse auf Ruiz‘ Auto abgegeben worden, um ihn einzuschüchtern. Nach Angaben von Kollegen hatte Ruiz zuletzt seine Artikel nur noch unter einem Pseudonym herausgegeben.

Wenige Stunden zuvor war der Chefredakteur der Online-Plattform La Verdad de Zihuatanejo, Edgar Alberto Nava, erschossen worden. Er wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft im südlichen Teilstaat Guerrero ermordet. Bereits am Dienstag war die Leiche von Rogelio Barragan, der für das Internetportal Guerrero Al Instante verantwortlich war, im Kofferraum eines verlassenen Autos entdeckt.

Reporter ohne Grenzen bewertet Mexiko als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten – nach den Kriegsländern Syrien und Afghanistan. Seit dem Jahr 2000 wurden mehr als hundert Journalisten umgebracht, allein zehn im vergangenen Jahr. Die Täter entgehen meist der Strafverfolgung.

Und das alles, obwohl ein Wechsel an der Regierungsspitze am Anfang große Hoffnung auf Änderung versprach. Nie zuvor wurde ein Staatspräsident in Mexiko mit so viel Zuversicht erwartet wie Andrés Manuel López Obrador. In dem von Korruption, Armut und Gewalt gebeutelten Land symbolisiert der seit Dezember amtierende Staatschef AMLO, so sein überall bekanntes Kürzel, für viele einen Bruch mit dem Establishment. Er werde „die vierte Transformation Mexikos“ zuwege bringen, sagte der 65-Jährige.

Sein Umgang mit der Presse stimmt jedoch nachdenklich und spiegelt diesen Reformwillen kaum wider. Bereits vor seinem Amtsantritt geriet López Obrador in die Negativ-Schlagzeilen, indem er eine Journalistin ungefragt küsste, sich abfällig über einzelne Reporter äußerte und für Medien, die Kritik an ihm übten, den Ausdruck „prensa fifi“ ins Leben rief – in etwa, die „Presse-Gecken“. Damit meint er nach eigener Aussage all diejenigen, „die ein autoritäres Regime gutheißen, aber vorgeben, liberal zu sein“. Die Journalisten meinen, López wisse nur zu gut, dass derlei abwertende Äußerungen in der Öffentlichkeit nur die erste Stufe der Einschüchterung von Journalisten ist.




Quelle: „Tiroler Tageszeitung“, www.tt.com

Schlagwörter: Mexiko, Journalisten, Journalistenmorde, Mord, Pressefreiheit, Andrés Manuel López Obrador, Verfolgung, Drohung, Schikane, Einschüchterung