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Global: Corona – Gesundheitspersonal in Afrika hat kaum Schutzkleidung

Meldung vom 13.05.2020

In vielen afrikanischen Ländern sehen sich Schwestern und Ärzte fast schutzlos dem Corona-Virus ausgeliefert. Viele sind in großer Sorge, sich anzustecken, manche weigern sich sogar, zur Arbeit zu gehen. Einige Regierungen wollen Hilfe bringen.

Die Corona-Krise stellt das medizinische Personal überall auf der Welt vor große Herausforderungen. In Afrika ist die Situation für Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger besonders riskant: Die Arbeitsbedingungen sind oft prekär, die Furcht vor Infektion groß und Schutzausrüstungen sucht man oft vergeblich.

In ihrer Verzweiflung erscheinen einige Helfer sogar nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz, obwohl sie dringend gebraucht werden. In Simbabwe gingen Ärzte und Krankenschwestern schon vor Wochen in einen Streik. Sie lehnten es ab, Corona-Patienten zu behandeln, weil keine Schutzkleidung zur Verfügung stand. In Kenia warnen Mitarbeiter im medizinischen Bereich seit Tagen vor einem ähnlichen Szenario.

In Nigeria befürchten viele Ärzte den Tod. Allein in der Großstadt Kano haben sich schon zehn Mediziner mit COVID-19 angesteckt. Patienten werden nicht ausreichend behandelt. Die meisten Ärzte fehlen an ihrem Arbeitsplatz und kritisieren den Mangel an Schutzkleidung. Masken und adäquate Kittel sind Mangelware.

Die Regierungen wollen jetzt Hilfsmaßnahmen ankurbeln. Sie haben verstanden: Wenn Krankheiten ausgebrochen sind, dann ist es für das Eingreifen praktisch zu spät. Prävention ist die bessere Methode, Pandemien einzudämmen. „Angesichts des Mangels an Fachpersonal bedienen sich viele afrikanische Regierungen – zum Beispiel Kenia – paramilitärischer Einrichtungen und schulen Sicherheitskräfte. Sie erhalten eine Zusatzausbildung zum Gesundheitshelfer und werden dann in entlegene Gebiete Afrikas geschickt, um dort Aufklärung zu betreiben“, sagt Marcus Leonhardt von der afrikanischen Nichtregierungsorganisation AMREF, die vor allem im Gesundheitsbereich aktiv ist.

Allerdings kann man während der jetzigen Krise nicht damit rechnen, dass zusätzliche Investitionen zur Verbesserung der labilen Gesundheitssysteme getätigt werden. Afrikanische Regierungen hätten sich bereits 2001 bei einem Gipfeltreffen darauf verständigt, 15 Prozent ihrer Staatshaushalte in den Gesundheitsbereich fließen zu lassen. „20 Jahre später sind nur fünf Länder dieser Zusage nachgekommen“, so Leonhard.

Regierungen wollen nun die Herstellung von Masken und anderen Hilfsmaterialien durch lokale Produktionsstätten stärker fördern. Einige Länder wie Ghana, Senegal, Nigeria und Elfenbeinküste planen zudem die Einführung von Versicherungen und Zulagen für ihr Gesundheitspersonal.

Auch andere praktische Maßnahmen wurden ergriffen. In Ghana sind zum Beispiel Unterkünfte in Nähe des Arbeitsplatzes, also an manchen Klinken, errichtet worden. Die Mitarbeiter können so verhindern, dass sie – falls sie sich angesteckt haben – ihre Angehörigen ebenfalls anstecken. Einige Länder hätten auch Gehaltserhöhungen als eine Art Gefahrenzulage in Aussicht gestellt.

Ähnlich hatten einige Länder bereits während der schlimmen Ebola-Epidemie in der Region 2014 und 2015 gehandelt. Doch die Erkenntnisse aus der Krise damals könne man nicht einfach auf die jetzige Pandemie übertragen. „Das ist nicht zu vergleichen“, sagt Stanley Okolo, Direktor der westafrikanischen Gesundheitsorganisation (WAHO) mit Sitz in Burkina Faso. Die Ebola-Epidemie habe hauptsächlich drei Länder heimgesucht: Liberia, Sierra Leone und Guinea. Sie wurden sehr schnell von vielen anderen Ländern finanziell unterstützt. „Aber jetzt sind alle afrikanische Staaten selbst von der Corona-Krise betroffen und haben weniger Geld zur Verfügung. Da muss auch die internationale Gemeinschaft jetzt eine Rolle spielen“, gibt Okolo zu bedenken.

Wenn eine Pandemie dieses Ausmaßes auf chronisch klamme Gesundheitssektoren wie in Afrika trifft, dann sind die Probleme vorgezeichnet. Okolo sieht dennoch einen Hoffnungsschimmer in der jetzigen Krise: „Die Krise ist ein Weckruf für uns alle. Corona wird ein Umdenken einleiten, die afrikanische Gesundheitsversorgung positiv zu beeinflussen.“ Verbesserte Kommunikationsstrukturen, gemeinsame Strategien und bessere Löhne seien bei solchen globalen Phänomenen unumgänglich. Aber bis dahin ist es noch eine lange Wegesstrecke, das ist auch Okolo klar: „Afrikas Infrastruktur im Gesundheitssektor ist schwach. Das wird sich nicht über Nacht ändern, nur weil es jetzt das Coronavirus gibt.“




Quelle:  „Deutsche Welle“, dw-world.de

Schlagwörter: Globale Projekte, Corona, Corona-Virus, Pandemie, Gesundheitssystem, Schutzkleidung, Schutzmasken, Ärzte, medizinisches Personal, Streik, Infektion