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Südsudan: Ein Paradies für Wildtiere

 
Meldung vom 03.06.2020

Das kleine Flugzeug zieht eine scharfe Kurve, um ein Stück zurückzufliegen. Der Pilot hat unten inmitten der weiten Ebenen etwas entdeckt: Antilopen, zuerst eine, dann viele – die Nachzügler eines Durchzugs von Millionen von Tieren durch diese riesige Wildnis.

Aber hier draußen in der Savanne gibt es noch andere Sehenswürdigkeiten. Ein Trio extrem seltener nubischer Giraffen, das sind majestätische Tiere, die lange Schatten über das Grasland werfen. „Es gibt nur noch wenige hundert auf der Welt“, weiß Albert Schenk von der Wildlife Conservation Society (WCS). „Sie sehen also etwas Spektakuläres“, ergänzt er. Das Gesagte gilt für den Südsudan – ein Garten Eden für afrikanische Wildtiere. Das Land ist auch ein globaler Hotspot für Artenvielfalt. Die Landschaft besteht aus tropischen Dschungeln, trockenen, öden Wüsten und dem riesigen Sumpfgebiet Sudd.

Die Schönheit dieses Landes, die Natur und Artenvielfalt darin, werden von kaum einem wahrgenommen. Der schon Jahrzehnte währende Bürgerkrieg hat alles ruiniert. Es sind kaum asphaltierte Straßen oder Landebahnen vorhanden. Das Land ist so groß wie Frankreich, aber riesige Teile sind völlig unzugänglich. Im Südsudan gibt es einige der am wenigsten erforschten und bemerkenswertesten wilden Lebensräume in Afrika.

Dabei sticht Afrikas größtes Feuchtgebiet heraus, der Sudd. Auch die größte intakte Savanne im Südsudan ist ein Stück unberührter Wildnis östlich des Weißen Nils, das sich bis nach Äthiopien hinzieht. Jedes Jahr durchziehen rund 1,2 Millionen Antilopen und Gazellen dieses weitläufige Ökosystem – mit 95.000 Quadratkilometern hat es eine Fläche so groß wie Ungarn. Der Südsudan ist aber auch ein Lebensraum für robuste Arten von Löwen, Elefanten und unzähligen anderen gefährdeten Tieren, die – trotz aller Widrigkeiten – den jahrzehntelangen Krieg und die Beutezüge von Wilderern überlebt haben.

Dieses Naturerbe wird jedoch ständig bedroht, und der Schutz der Wildtiere, wo er überhaupt organisiert wird, ist schwierig und gefährlich. Naturschützer und Wildhüter kämpfen mit Rebellenmilizen und gut bewaffneten Wilderern in abgelegenen, oft gesetzlosen Gebieten, in denen der Staat wenig Macht hat.

„Vor dem Krieg benutzten die Menschen Hunde oder Speere und fingen nur ein paar Tiere und waren damit zufrieden. Aber jetzt mit automatischen Gewehren wird es für wild lebende Tiere schwieriger. Größere Arten sind aus der Region verschwunden“, sagt William Til, der amtierende Naturreservat-Hüter in Boma.

Antilopen und Giraffen wurden gejagt, um den Hunger der kämpfenden Soldaten zu stillen. Etliche tausend Elefanten wurden wegen Elfenbein getötet, um von dem Erlös des kostbaren Materials die Kämpfe zu finanzieren. Der Schutz der Tierwelt des Landes steht für den angefochtenen Staat nicht an vorderster Stelle. Erst in diesem Jahr wurde ein Friedensvertrag unterzeichnet. Das setze einen Schlussstrich unter den Bürgerkrieg, bei dem fast 400.000 Menschen ums Leben kamen.

Die Regierung hat jedoch auch die Vorteile im Blick, die sich aus der Natur und der Artenvielfalt im Lande ergeben könnten. Die völlig herunter gekommene Wirtschaft hat nur eine einzige Einnahmequelle, das Öl. Die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einnahmen durch den Ökotourismus erscheinen somit durchaus attraktiv. Til, der seine Region zu Fuß patrouillieren muss, klammert sich an die Hoffnung, dass der Naturschutz eines Tages „dazu beitragen wird, die Entwicklung zu fördern“ – in diesem abgelegenen Winkel des Südsudans, wo Löwen in der Dunkelheit knurren. „Wir geben nicht auf“, sagt er.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Unterwegs im Südsudan




Quelle: „Twittersmash“, www.twittersmash.com

Schlagwörter: Südsudan, Wildtiere, Natur, Artenvielfalt, Bürgerkrieg, Ökotourismus, Tourismus, Naturreservat, Tierschutz, Artenschutz, Naturschutz, Antilopen, Gazellen, Sudd