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Ghana: Corona-Pandemie – „Wir befinden uns im Krieg“

Meldung vom 15.07.2020

Immer noch ist die Weltgemeinschaft hauptsächlich damit beschäftigt, die Corona-Krise einzudämmen. Die Pandemie hat so etwas wie einen „Dritten Weltkrieg“ ausgelöst – nur ohne Waffen. Sie bringt die Wirtschaft zu Erliegen, hat Tote zur Folge und gefährdet den sozialen Zusammenhalt. Auch Ghana – mit einer Bevölkerung von etwa 31 Millionen Menschen – muss sich mit dem Virus auseinandersetzen.

Auf den üblichen Händedruck und die liebevolle Umarmung muss in der ghanaischen Bevölkerung verzichtet werden, ebenso auf private und geschäftliche Zusammenkünfte; ehemals belebte Straßen und Märkte in Accra sind menschenleer. Die Präsidentin von Ghana, Nana Akufo-Addo, kommentierte dazu: „Wir leben nicht in normalen Zeiten – wir befinden uns im Krieg – gegen Covid-19“.

Nachdem in Ghana am 12. März 2020 die ersten zwei Fälle registriert wurden, hat die Regierung Maßnahmen wie die Einhaltung von Covid-19-Hygieneregeln und einen teilweisen Lockdown angeordnet. Während der dreiwöchigen restriktiven Ausgangsbeschränkungen durfte die Bevölkerung nur aus dem Haus, um Lebensmittel zu kaufen. Ansonsten durften sich die Menschen nur in dringenden Ausnahmefällen draußen bewegen.

Alle Wirtschaftszweige und Institutionen werden dadurch beeinträchtigt – Hotels, Fluggesellschaften, Schulen, Unternehmen und Kirchen. Viele informell Beschäftigte, wie zum Beispiel Friseure, können ihre Arbeit nicht mehr ausüben. Sie müssen sich mit ihren wenigen Ersparnissen über Wasser halten. Auch formelle Arbeitsplätze stehen auf der Kippe, die Einnahmen gehen zurück, die Arbeitgeber müssen Kosten einsparen, Mikrofinanzinstitutionen sind mit Liquiditätsproblemen konfrontiert, die stark gestiegenen Lebensmittelpreise verringern das Einkommen der Menschen um ein Weiteres.

Auf dem Markt erlebten die Ghanaer diese Tage böse Überraschungen. Die Preise für einige Lebensmittel wie Yamswurzeln, die normalerweise sehr preiswert sind, sind innerhalb kurzer Zeit um mehr als 100 Prozent gestiegen.

Zwischenzeitlich wurde Ghana ein zinsloses Darlehen des IWF in Höhe von 1 Mrd. USD versprochen, als Überbrückungshilfe für die durch die Pandemie entstandenen Finanzierungsengpässe. Die Regierung hat ein Coronavirus-Hilfsprogramm in Höhe von 219 Mio. USD für Haushalte und Unternehmen freigegeben. Das hilft der gesamten Bevölkerung, denn ein Teil dieses Programms ist der Wegfall von Wassergebühren. Die Zentralbank von Ghana hat den Leitzins von 16 % auf 14,5 % und die Primärreservepflicht von 10 % auf 8% gesenkt, um den Banken zu mehr Liquidität zu verhelfen.

Es gibt aber auch positive Auswirkungen von Covid-19: Verstärkte digitale Vernetzung, Online- und Teleunterricht, Online-Gottesdienste und medizinische Beratung übers Internet haben zu einem neuen Expansionsschub bei der Digitalisierung geführt. In Ghana werden Innovationen vorangebracht – zum Beispiel automatische und mobile Solar-Anlagen zum Händewaschen, Forschungen zum Virusstamm von Covid-19 wurden beschleunigt, die lokale Produktion von Gesichtsmasken und medizinischem Zubehör angekurbelt und vieles mehr.

Derzeit hat sich das Virus in 52 afrikanischen Ländern, also in allen mit Ausnahme der Komoren und Lesotho, ausgebreitet, mit fast 32.000 Infizierten und über 1.400 Todesfällen. In Ghana wurden 1.550 Fälle und elf Tote verzeichnet, 12 von 16 Regionen sind betroffen. Die Not, die Afrika dadurch erleidet, hat die G-20-Länder und andere Entwicklungspartner dazu bewegt, dem Kontinent einen Schuldenerlass und Kredite zu gewähren. „Das Virus kennt keine Grenzen“, stellte der deutsche Außenminister Heiko Maas fest. Der Pandemie kann nur durch eine enge internationale Zusammenarbeit entgegengetreten werden. Nur so kann man den gemeinsamen unsichtbaren Feind bekämpfen.




Quelle: „KFW-Entwicklungsbank“, www.kfw-entwicklungsbank.de

Schlagwörter: Ghana, Corona, Pandemie, Corona-Krise, Lockdown, Lebensmittelpreise, Digitalisierung, Covid-19, Ausgangssperren, Ausbreitung, Virus, Krieg, Accra
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