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Kenia: Schulen bis 2021 geschlossen

 
Meldung vom 18.08.2020

In Kenia wurden nun beschlossen, die Schulen wegen der Corona-Pandemie bis 2021 geschlossen zu halten. Seit März 2020 sind alle Bildungsstätten zu. Das hat katastrophale Folgen.

Als Kenia Anfang Juli die ersten Schritte der Corona-Lockerungen mitteilte, war die Anordnung des Bildungsministers klar: Die rund 18 Millionen Studentinnen und Schüler können nicht in ihren Unterricht zurück – mindestens bis nächstes Jahr.

Das Land könne es sich schlicht nicht leisten, solche Bedingungen herzustellen, unter denen die Schulen und Universitäten sicher wieder öffnen können, sagt die Bildungsexpertin bei Unicef, Janeanne Kiviu: „Viele Schulen in Kenia haben kein fließend Wasser. Wie will man Händewaschen, wenn kein Wasser vorhanden ist?“ Zudem könnten viele Familien nicht das Geld aufbringen, um Masken für die Kinder zu kaufen.

Nun ist in Kenia wie vielerorts auf der Welt Lernen über das Internet angesagt. Theoretisch. Denn praktisch verfügen Millionen von Schulkindern über gar keinen Computer, oder gar über Tablets und Smartphones. In Kenia ist nur jeder fünfte Haushalt ans Internet angeschlossen, auf dem Land hat rund ein Drittel keinen Stromanschluss.

Darum nimmt mit der Schulschließung die Ungleichheit im Land zu. Die Wohlhabenden in den Privatschulen mit ihren Computern, Strom und Internet können von zu Hause aus weiterlernen. Die anderen drohen verloren zu gehen. Laut einer Untersuchung der Regierung konnte bisher weniger als die Hälfte der Schulkinder den Online-Unterricht nutzen.

Doch die Schulschließung birgt weitere Nachteile für die armen Kinder. Für viele entfällt die tägliche Schulspeisung, oft die einzige Mahlzeit, die Kinder aus den Slums zu sich nehmen konnten. Im östlichen und südlichen Afrika sind laut Unicef 16 Millionen Kinder auf die tägliche Schulspeisung angewiesen.

Zu guter Letzt ist die Schule auch ein sicherer Hort, der Struktur, Stabilität und moralischen Halt bietet. Vor allem für die Mädchen. In der kenianischen Region Machakos mit rund 1.4 Millionen Einwohnern wurden seit der Schulschließung im März rund 4.000 Teenagerschwangerschaften registriert. Ein Vielfaches mehr als gewohnt. Die zuständige Kinderbeauftragte sieht da einen unmittelbaren Zusammenhang mit den geschlossenen Schulen, viele Schwangerschaften seien eine Folge des Missbrauchs zu Hause. Einige dieser schwangeren Mädchen werden außerstande sein, in die Schule zurückzukehren, auch wenn die Bildungsinstitutionen im nächsten Jahr wieder öffnen. Sie werden für ihre Babys sorgen müssen.

Viele Jungen schließen sich kriminellen Banden an und landen dadurch im Abseits. Der Bruch zu dem geregelten Schulleben wird dadurch immer größer. Manche verdingen sich auch mit Gelegenheitsjobs. „Wenn Kinder einmal angefangen haben Geld zu verdienen, sehen sie oft den Wert der Schule nicht mehr. Zudem werden viele Schüler ihre Eltern unterstützen müssen, die ihren Job verloren haben in dieser Krise“, weiß Janeanne Kiviu. Einmal mehr dürften nicht nur das Corona-Virus, sondern auch die Maßnahmen dagegen besonders den Armen schaden. Eine Generation von Kindern droht verloren zu gehen.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Geschlossene Schulen in Kenia




Quelle: „Schweizer Radio und Fernsehen“, www.srf.ch

Schlagwörter: Kenia, Corona, Covid-19, Schule, Schulschließung, Pandemie, Kinder, ausgeschlossen, Unterricht, Lernen, Bildung, Schulkinder, Internet, Internet-Anschluss, Teenagerschwangerschaften, kriminelle Banden, Missbrauch, Vergewaltigung, Kinderschwangerschaften, Mädchen, Gender