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Ostafrika: Dreifach-Krise – Auf Heuschreckenplage und Corona folgt Flut

Meldung vom 01.10.2020

Ostafrika leidet derzeit unter gewaltigen Überflutungen. Die dramatischen Folgen für Millionen Menschen sind derzeit noch nicht absehbar.

Ein Experte der Welthungerhilfe, Matthias Späth, berichtet, dass es in Äthiopien um die schlimmste Flut gehe, die sich dort jemals ereignet habe. Dort wurden bislang mehr als eine Million Menschen von den Wassermassen in Mitleidenschaft gezogen. Über 300.000 mussten wegen der enormen Fluten aus ihren Dörfern fliehen, weil sie komplett zerstört worden sind. Erntegebiete, die bislang noch nicht von den Heuschrecken befallen waren, stehen jetzt zum großen Teil unter Wasser.

Hunderttausende Menschen wurden in Schulen und andere öffentliche Gebäude evakuiert. Die Versorgung mit Nahrung und Hilfsgütern lässt zu wünschen übrig. Vor allem im Osten Äthiopiens wurden viele unerreichte Gebiete ausgemacht, weil vielerorts die Straßen weggeschwemmt wurden. Zudem wächst auch das Risiko einer Infektion mit Malaria und Cholera durch das Hochwasser.

Doch auch die Nachbarländer Äthiopiens sind von der Katastrophe betroffen. Laut Matthias Späth stehen weite Gebiete entlang des Blauen Nils von der äthiopischen Grenze bis zur Hauptstadt Khartum unter Wasser. Insgesamt haben 17 der 18 Bundesstaaten mit den Fluten zu kämpfen. Im Nordsudan seien seinen Informationen zufolge etwa 750.000 Menschen und im Südsudan noch einmal 650.000 Menschen betroffen. Es wurden bereits mehr als 100 Tote registriert und über 100.000 Häuser fielen den Wassermassen anheim. In diesen beiden Ländern sind besonders die Viehzüchter betroffen. Viele Tiere sind verendet.

Die Menschen in diesen Ländern hatten keine Erholungsphase zwischen Dürre, Heuschreckenplage und den Covid-19 Maßnahmen, so Späth. Hilfsmaßnahmen werden zudem stark behindert durch die zerstörte Infrastruktur sowie die geltenden Covid-19-Schutzmaßnahmen.

Dieses Phänomen, dass auf lang anhaltende Dürren plötzlich heftige Niederschläge folgen mit Wassermassen, die die trockenen, steinharten Böden gar nicht aufnehmen können, gehört zum Klimawandel und tritt immer häufiger auf. „Dieses Jahr kommt nun noch die klima-induzierte Heuschreckenplage dazu. Diese Katastrophen treffen Jahr für Jahr auf immer geschwächtere Gesellschaften, weil es für sie keine Erholungsphasen mehr zwischen den verschiedenen Katastrophen gibt. Der Viehbestand kann sich nicht erholen, die Menschen können sich nicht erholen, die Verluste in der Landwirtschaft können nicht binnen Jahresfrist ausgeglichen werden“, erklärt Späth.

Die Regierungen bemühen sich darum, die Hilfsleistungen auf den Weg zu bringen. Sie kooperieren mit dem Welternährungsprogramm und anderen UN-Organisationen. Doch es steht fest, dass auch diese Hilfsprogramme nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen.

Matthias Späth schildert die Situation in drastischen Tönen: „Es gibt riesige Landstriche, wo momentan niemand hinkommen kann, weil Infrastruktur und Verbindungen zerstört sind. Am ehesten geht das gegenwärtig tatsächlich mit Kamelen. Wir haben Bilder bekommen, die zeigen hungernde Menschen des Afar-Volkes. Diese Bilder erinnern an die dramatische Hungersnot in Biafra in den 1970er-Jahren. Die Menschen dort haben seit Wochen kein Essen und Trinkwasser mehr erhalten und vor allem Kinder sterben dort jetzt schon massenhaft. Ich befürchte, dass immer mehr Regionen betroffen sein werden.“

Experten gehen davon aus, dass in Äthiopien mit einer Bevölkerung von 100 Millionen Menschen bald bis zu 60 Prozent Not leiden werden. Man befürchtet, dass die Nahrungsmittelknappheit eine Inflation auslösen wird. Die Preise für Obst, Gemüse und Saatgut schnellen schon jetzt wegen der Verknappung drastisch in die Höhe. Die Fleischpreise fallen dagegen dramatisch, weil viele Tiere abgemagert sind und geschlachtet werden müssen. Das wird die Existenz der betroffenen Viehhalter noch mehr bedrohen. Die gesamten Folgen der so schnell aufeinander folgenden Katastrophen in Ostafrika sind noch nicht abzusehen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Globale Projekte, Flut, Überflutung, Überschwemmung, Äthiopien, Südsudan, Katastrophe, Evakuierung, Ernteausfall, Covid-19, Corona, Klima, Klimawandel, Lebensmittelpreise, Hunger, Heuschreckenplage