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Äthiopien: Massaker in einem äthiopischen Dorf

Meldung vom 04.11.2020

In einem äthiopischen Dorf sind laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International Frauen, Kinder und ältere Menschen massakriert worden. Laut der Regierung hat eine Rebellengruppe das Blutbad angerichtet.

Mehr als 50 Menschen sind am Sonntagabend (01.11.2020) offenbar bei einem Massaker in der äthiopischen Region Oromia ermordet worden. Überlebende hätten 54 Leichen in einem Schulhof entdeckt, teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mit.

Der Rebellengruppe Oromo-Befreiungsarmee wird die Tat angehängt. Diese bezog bislang keine Stellung dazu. Ähnliche Anschuldigungen hatte sie in der Vergangenheit abgelehnt. Die Polizei in Oromia gab die Zahl von 32 Toten bekannt. Etwa 200 Familien seien aus ihrem Dorf fortgelaufen. Überlebende bezeugten gegenüber Amnesty, vor dem Angriff im Bezirk Guliso in der Zone West Wollega hatten sich plötzlich die dort ansässigen Soldaten zurückgezogen, die eigentlich zum Schutz der Bevölkerung da sind. Einige Stunden später seien Rebellen angerückt und hätten behauptet, die Region sei nun in ihrer Hand.

Amnesty fordert nun, dass der plötzliche Truppenabzug erklärt werden müsse. Die militanten Kämpfer hätten alle Menschen zusammengetrieben, die nicht in der Lage waren, so schnell Reißaus zu nehmen, hieß es in einer Mitteilung der Menschenrechtler. Das seien vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen gewesen. Alle diese wurden massakriert.

Überlebende hätten sich in einem Wald in der Nähe verborgen gehalten. Einer habe berichtet, wie er die Leichen seines Bruders, seiner Schwägerin und von drei Kindern in dem Schulhof entdeckt habe. Sie waren von Schüssen durchsiebt. Warum die Regierungstruppen plötzlich und ohne Begründung den Rückzug angetreten hätten und es danach zu dieser furchtbaren Gewalt gekommen sei, müsse aufgeklärt werden, forderte Amnesty.

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed verurteilte den Mord an Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft. Die „Feinde Äthiopiens“ hätten versprochen, das Land entweder zu regieren oder zu zerstören, „und sie tun alles, um das zu erreichen“, betonte er bei Facebook. „Eine ihrer Taktiken ist, Zivilisten zu bewaffnen und barbarische Attacken auf Grundlage von Identität zu begehen. Das bricht mir das Herz.“ Sicherheitskräfte seien sofort in die Region geschickt worden und hätten „Maßnahmen“ ergriffen. Die Minderung ethnischer Gewalt bleibt für Abiys Regierung eine große Aufgabe. Er wurde 2019 für seine politischen Reformen mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Details über das Massaker drangen Stück für Stück weiter an die Öffentlichkeit: Angehörige der Volksgruppe der Amharen seien aus ihrem Zuhause gerissen, in eine Schule geschleppt und dort erschossen worden. Nun muss sich die Regierung damit auseinandersetzen, warum sich das Militär aus dem Gebiet zurückgezogen hat, das seit Langem dafür bekannt ist, anfällig für Angriffe zu sein. Die Regierung trage die Verantwortung dafür, den Schutz von Zivilisten sicherzustellen.

Auch der Sender Amhara Mass Media Agency meldete nach Informationen von Überlebenden, Ziel des Massakers seien Amharen gewesen. „Die bewaffnete Gruppe versammelte gegen 17 Uhr 200 Leute und fing dann an, auf sie zu schießen“, gab der Sender bekannt. Eine Schule und etwa 120 Häuser seien niedergebrannt worden.

Die Amharen sind nach den Oromo die zweitgrößte ethnische Gruppe in Äthiopien. In den vergangenen Wochen haben Bewaffnete auch Amharen in der westlichen Region Benishangul-Gumuz sowie in südlichen Gegenden überfallen. Dutzende Menschen wurden dabei umgebracht.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Zeit Online“, zeit.de

Schlagwörter: Äthiopien, Massaker, Amharen, Oromia, Tote, Frauen, Kinder, Rebellen, ethnische Gewalt, Ethnien, Abiy Ahmed, Amnesty International, Menschenrechte, Minderheiten, Volksgruppen