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Sambia: Eine neue Generation hat einen neuen Präsidenten gewählt

Meldung vom 20.08.2021

Der sambische Oppositionsführer Hakainde Hichilema hat die Präsidentenwahl überraschend deutlich für sich entschieden. Er will einen Wirtschaftsaufschwung in dem bankrotten Land bewirken.

„Es ist geschafft, es ist geschafft!“ Der Radiomoderator in Sambias Hauptstadt Lusaka war am frühen Montag völlig aus dem Häuschen. „Endlich hat Gott unsere Gebete erhört, wir danken Gott, dass er Geschichte geschrieben hat. Unser Land hat es richtig gemacht.“

Kurz zuvor hatte die Wahlkommission einen klaren Wahlsieg von Hakainde Hichilema von der Partei United Party for National Development (UPND) verkündet: 2,8 Millionen Wähler gaben dem Oppositionsführer ihre Stimme, 1,8 Millionen für Amtsinhaber Edgar Lungu. Das ist die klarste Entscheidung für einen Präsidentschaftskandidaten seit vielen Jahren.

„Ich erkläre daher, dass der genannte Hichilema Präsident von Sambia ist“, bestätigte der Vorsitzende der Wahlkommission, Esau Chulu, in Lusaka. Sieben Millionen Wahlberechtigte waren zur Wahl geladen. Mehr als 70 Prozent waren am vergangenen Donnerstag (12.08.2021) tatsächlich zur Urne gegangen, einige hatten bis zu zehn Stunden in der Schlange gestanden, um ihre Stimme abzugeben.

Am Montagnachmittag räumte Lungu die Wahlniederlage ein. Er werde „die Bestimmungen in der Verfassung für eine friedliche Machtübergabe einhalten“, versicherte er in einer Fernsehansprache. „Ich gratuliere daher meinem Bruder, dem gewählten Präsidenten, Mister Hakainde Hichilema„.

Seine Stellungnahme war mit Spannung erwartet worden. Noch am Wochenende hatte er die Wahl als „nicht frei und fair“ betitelt, nachdem es in drei Provinzen, die zu Hichilemas Wähler-Hochburgen gehörten, zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen war.

In einigen Teilen von Lusaka zog es Anhänger von „HH“, wie er in Sambia genannt wird, auf die Straßen: Dort wurde gesungen und getanzt, Autofahrer starteten ein Hupkonzert. In den roten Parteifarben gekleidet versammelten sich Hunderte vor dem Haus von Hichilema.

Dieser hatte am Sonntag auf Twitter gebeten, Frieden zu wahren: „Wir haben für den Wandel gestimmt, für ein besseres Sambia, das frei von Gewalt und Diskriminierung ist. Lasst uns der Wandel sein, für den wir gestimmt haben, und lasst uns den Geist von Ubuntu (Menschlichkeit) annehmen.“

Hichilema war vorher fünfmal erfolglos um das Präsidentenamt ins Rennen gezogen. Die Niederlagen hatten ihn aber nicht an einem sechsten Versuch gehindert. Der Abwahl des 64 Jahre alten sambischen Präsidenten Lungu liegt sicherlich vor allem die Unzufriedenheit in der jungen Bevölkerung über die wirtschaftliche Lage zugrunde.

Ende vergangenen Jahres konnte Sambia als erstes Land in Afrika während der Corona-Pandemie seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber internationalen Gläubigern nicht mehr nachkommen. Das Land musste sich als zahlungsunfähig erklären. Gleichzeitig stieß Lungu Investoren ab mit seinen Plänen, Bergwerke zu verstaatlichen. Ein weiterer Minuspunkt für seine Wirtschaft waren drastische Steuererhöhungen. Im vergangenen Jahr musste die Wirtschaft mehr als drei Prozent einbüßen, auch in diesem Jahr wird trotz hoher Rohstoffpreise – Sambia ist der zweitgrößte Kupferproduzent auf dem Kontinent – kaum mit Wachstum zu rechnen sein. Die Arbeitslosigkeit wächst, Löhne und Gehälter sinken, während die Lebensmittelpreise zuletzt um 30 Prozent stiegen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, faz.net

Schlagwörter: Sambia, Wahl, Wahlsieg, Hakainde Hichilema, Edgar Lungu, Wirtschaft, Bankrott, Jugend, Wahlbeteiligung, Lusaka