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Äthiopien: Kämpfer der Befreiungsfront ziehen sich wieder nach Tigray zurück

Meldung vom 21.12.2021

Die Kämpfer der Rebellen-Armee aus Tigray bieten in einem Brief an die UN eine Waffenruhe an. Im Krieg zwischen Rebellen und Regierungstruppen in Äthiopien hat der Anführer der abtrünnigen Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) einen Rückzug angekündigt.

„Ich habe den Einheiten der Tigray-Armee, die sich außerhalb der Grenzen von Tigray befinden, befohlen, sich mit sofortiger Wirkung auf die Grenzen von Tigray zurückzuziehen“, schrieb Debretsion Gebremichael an den UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Zuvor hatten die Rebellen, die im November immer weiter ins Landesinnere eingedrungen waren, zahlreiche Gebiete wieder an die äthiopische Armee verloren.

In seinem Schreiben an den UN-Generalsekretär bot der Anführer der Tigray-Kämpfer zudem eine Waffenruhe an, die mit Verhandlungen einhergehen sollte. Weitere Vorschläge umfassen eine Flugverbotszone über der Konflikt-Region Tigray sowie die Forderung nach einem internationalen Waffenembargo gegen Äthiopien und Eritrea.

In den vergangenen Wochen hatten die äthiopische Armee und deren Verbündete wichtige Städte in den tigrinischen Nachbarregionen Amhara und Afar wieder in ihre Gewalt gebracht, wodurch Kämpfer Tigrays wieder in ihre Region zurückgedrängt wurden.

Getachew Reda, Sprecher der Region Tigray, erklärte, man habe den Abzug bereits vollständig durchgeführt. „Wir wollen die Tür für humanitäre Hilfe öffnen“, damit begründete Reda den Rückzug. Die Rebellen verträten zudem den Standpunkt, dass sie mit diesem Schritt das Feld der internationalen Gemeinschaft überlassen würden. So könnte die internationale Gemeinschaft mehr Druck auf Ministerpräsident Abiy Ahmed ausüben.

Die Regierungs-Sprecherin Billene Seyoum erklärte dagegen, der jüngste Schachzug der Rebellen diene der Vertuschung militärischer Niederlagen. „Die TPLF hat in den vergangenen Wochen schwere Niederlagen erlitten“, meinte Seyoum. Daher bezeichne die Gruppe ihr Vorgehen nun als einen „strategischen Rückzug“. Es gebe aber weiterhin Schlupflöcher der TPLF in der an Tigray angrenzenden Region Amhara. Auch an anderen Fronten versuchten die Rebellen, den Konflikt wieder zu entfachen.

Der UN-Menschenrechtsrat hatte entschieden, eine internationale Untersuchung zu möglichen Menschenrechtsverletzungen durch beide Konfliktparteien einzuleiten. Seit Oktober 2021 hatten beide Seiten abwechselnd erhebliche Geländegewinne verzeichnet. Zeitweise gab die TPLF bekannt, nur noch 200 Kilometer vor der Hauptstadt Addis Abeba entfernt zu sein.

Allerdings ist die Informationslage seit Beginn der Kämpfe schlecht, es durfte keine Presse in die umkämpften Gebiete, die Kommunikationsverbindungen wurden gekappt. Den Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch zufolge ist es in der Region Amhara zu Folterungen und Verhaftungen von Zivilisten gekommen.

Zudem kritisierten Hilfsorganisationen in den vergangenen Wochen, dass sie daran gehindert würden, Hilfe in die Region Amhara zu bringen. Rund 400.000 Menschen schlittern in eine ernste Hungerkrise, nach UN-Einschätzung benötigen insgesamt 9,4 Millionen Menschen Lebensmittelhilfe. Tausende Menschen sind in den militärischen Auseinandersetzungen ums Leben gekommen, zwei Millionen Menschen mussten fliehen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Zeit Online“, zeit.de

Schlagwörter: Äthiopien, Tigray, Rebellen, Bürgerkrieg, Waffenruhe, Rückzug, Regierungstruppen, UN, Menschrechtsverbrechen, Addis Abeba, Amhara, Waffenembargo, Verhandlungen, humanitäre Hilfe, Abiy Ahmed