Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Global: Putins Krieg in der Ukraine – Wie sich die Schockwellen bis nach Afrika ausbreiten

 
Meldung vom 25.03.2022

Der Krieg in der Ukraine zieht weite Kreise. Was viele noch nicht erkennen können: Er wirkt sich auch verheerend auf viele Länder in Afrika aus, und zwar besonders in den Bereichen Ernährungssicherheit und Energieversorgung. Allein Marokko bezog fast 100 Prozent seines Weizens aus der Ukraine. Händeringend sieht sich das Land nach einem neuen Weizen-Lieferanten um, denn sonst könnte das tägliche Brot für die meisten Menschen in Marokko schon bald unbezahlbar sein.

Während Präsident Vladimir Putins Invasion in die Ukraine für die EU große Herausforderungen in der Sicherheitspolitik, der Energieversorgung und der Wirtschaft bedeutet, und die Länder dazu bringt, sich als EU und NATO enger zusammenzuschließen, rücken die Nöte in Afrika derweil völlig aus dem Fokus.

Was immer als Nächstes in der Ukraine geschieht, es wird einen großen Einfluss auf die Länder Afrikas haben. Die Ukraine hat mehr Ackerland als jedes andere europäische Land und 25 Prozent des gesamten weltweiten Vorkommens von fruchtbarer Schwarzerde. Das hat die Ukraine zu einem der weltweit größten Agrarproduzenten gemacht. Zusammen mit Russland produziert die Ukraine rund 27 Prozent der Gerste weltweit, 34 Prozent Weizen und 73 Prozent des gesamten Sonnenblumenöls weltweit. Der Export dieser Güter verlief bislang zumeist durch den großen Handelshafen Odessa und andere Schwarzmeer-Häfen, die nun wegen des Kriegs geschlossen sind.

Allein das hat die Lebensmittelpreise bereits explodieren lassen. Und das bei einer eh bereits angespannten Preislage für Lebensmittel. Schon im Januar vor dem Krieg war der Speiseölpreis auf seinem Höchststand.

In der Zwischenzeit ist der Ölpreis um 30 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung wird die Lebenshaltungskosten global steigen lassen, und besonders die afrikanischen Länder unter Druck setzen, die stark auf Import angewiesen sind. Dazu gehören Nigeria, Kenia, Ghana, Ruanda und Ägypten. Ägypten bezog bisher 70 Prozent seines Weizens aus Russland und der Ukraine. Fünfzehn andere afrikanische Länder importieren mehr als die Hälfte ihres Weizenbedarfs von diesen beiden Ländern. In Sub-Sahara-Afrika geben die Familien bereits jetzt mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Der Totalausfall einer Ernte in der Ukraine wird verheerende Folgen für die Länder haben.

Auch die Hilfsgüterlieferungen nach beispielsweise Somalia und Äthiopien könnten aufgrund explodierender Kosten nicht mehr gewährleistet sein. Der Leiter des World Food Programms (WFP), David Beasley, gab zu, dass sie die Essensrationen bereits zu 50 Prozent kürzen mussten, weil keine Mittel mehr bereitgestellt wurden, und das war vor dem katastrophalen Krieg in der Ukraine. Das WFP bezieht die Hälfte des gesamten Weizens für die Hilfsgüterlieferungen in Notregionen aus der Ukraine.






Quelle: „European Council on Foreign Relations“, www.ecfr.eu

Schlagwörter: Globale Projekte, Ukraine, Krieg, Krieg in der Ukraine, Weizen, Landwirtschaft, Weizenproduzent, Getreide, Handel, Wirtschaft, Hunger, Afrika, Abhängigkeit, Brot, Putin, World Food Programme, Hilfsgüterlieferungen, Lebenshaltungskosten, Ernährung, Ernährungsischerheit, Odessa, Schwarzmeer, Import