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Philippinen: Im Wahlkampf hat ausgerechnet der Sohn des Diktators Marcos die Nase vorn

Meldung vom 06.05.2022

Die Philippinen sind am 9. Mai aufgerufen, für einen neuen Präsidenten zu stimmen. Deutlich vorne in den Umfragen liegt der Sohn des ehemaligen Diktators Marcos. Ihm werden die besten Chancen zugerechnet, den jetzigen Machthaber Rodrigo Duterte abzulösen. Wie kann das sein?

Vor 36 Jahren haben sie den Diktator des Landes verwiesen. Jetzt wollen sie den Sohn des Diktators als ihren nächsten Präsidenten. Die Anhänger von Ferdinand Marcos Junior, Sohn von Ferdinand Marcos Senior, der die Philippinen 21 Jahre unter Kriegsrecht beherrschte, versammeln sich im April auf dem Vorplatz einer großen Shoppingmall in Pampanga, etwas außerhalb der Hauptstadt Manila.

Sie skandieren: „Marcos, Marcos!“ Sie erklären, wenn man sie fragt, warum sie hier sind: „Marcos hat viele Leute umgebracht, aber er hat unser Land sicherer gemacht.“ „Er hat Geld gestohlen, okay, aber wir haben von ihm profitiert.“ „Als Marcos weg war, wurde unser Leben schlechter.“

Am 9. Mai werden auf den Philippinen die Präsidentschaftswahlen abgehalten. Rodrigo Duterte tritt ab, der Mann, der ab 2016 an der Macht war und wegen seines brutalen Vorgehens gegen die Drogenmafia international in die Kritik geriet. Die größte Chance auf seine Nachfolge wird nun laut Umfragen Ferdinand Marcos Junior zugesprochen, den im Land alle „Bongbong“ Marcos nennen oder schlicht „BBM“.

Marcos Junior, 64 Jahre, prahlt vor allem damit, große Infrastrukturprogramme durchsetzen zu wollen. „Bauen, bauen, bauen“, damit wollte auch Noch-Präsident Duterte punkten.

Am Ende des Wahlkampfs drängt sich einfach nur eine Frage auf: Wie kann es sein, dass die Philippinerinnen und Philippiner bereit sind, den Sohn eines Diktators zu ihrem nächsten Präsidenten zu wählen? Jenen Mann, dessen Familie in den Achtzigerjahren das Land in eine tiefe Wirtschaftskrise manövrierte, die bis heute Folgen zeigt; der Tausende außergerichtlich umbringen ließ, Menschenrechte mit den Füßen trat, die Bevölkerung in Schrecken versetzte; dessen Familie zehn Milliarden US-Dollar abzwackte und außer Landes in Sicherheit brachte?

Eine Antwort auf die Frage, warum Marcos Junior zum nächsten Präsidenten avancieren könnte, ist dort zu finden, wo die Philippinerinnen und Philippiner im Durchschnitt zehn Stunden pro Tag zu finden sind: im Internet. Sie beschäftigen sich länger mit den sozialen Medien als jeder andere Mensch in einem anderen Land der Welt. Und viele Nutzerinnen und Nutzer sind wenig geschult, können nicht unterscheiden zwischen seriösen und zweifelhaften Absendern. Die Hauptinformationsquelle ist Facebook.

Im gesamten Wahlkampf hatte Marcos Junior sich im Internet selbst als Mann präsentiert, der die Einheit bringen will; viel mehr noch: In seinem Videoblog bei YouTube, einem hochprofessionellen Kanal, den Millionen anschauen, widmet sich Bongbong Marcos seit Jahren der Umdeutung der Geschichte, spricht von der „Goldenen Ära“ unter seinem Vater.

In den Umfragen auf dem zweiten Platz rangiert Leni Robredo, aktuell Vizepräsidentin und eine der schärfsten Oppositionellen der Regierung Duterte. Doch Experten sagen, Robredo habe den Kampf im Internet längst verloren. Sie habe zu spät erfasst, welche Macht die sozialen Medien haben, welchen Schaden sie anrichten können.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Philippinen, Wahlen, Präsident, Ferdinand Marcos Junior, Diktator, Rodrigo Duterte, Internet, Soziale Medien, Wahlkampf