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Nicaragua: Zeichen der Hoffnung in Armut und Elend (Projektbericht)

Bericht vom 11.06.2008


An der Wand das Logo der Schule.

Von Mario Aviles, dem Leiter unseres nicaraguanischen Projektpartners FUNAD („Fundación Nicaraguense para el Auxilio y el Desarrollo“ = „Nicaraguanische Stiftung für Hilfe und Entwicklung“), erhielten wir den folgenden Bericht über die verschiedenen Projekte und Hilfsprogramme in Managua (der Hauptstadt), in Nueva Guinea (eine Auto-Tagesreise südlich gelegen) und in La Concha (45 Autominuten von der Hauptstadt entfernt): 

Einzigartige Schule auf der Müllhalde
    In einer der ärmsten Gegenden in Nicaragua ragt ein großes Gebäude auf, an dem zu lesen ist: Colegio Cristiana „La Esperanza“ (Christliche Schule „Die Hoffnung“).
    Diese Schule befindet sich am Rande der Hauptstadt Managua auf dem Gelände der größten Müll- und Tierkadaver-Deponie Mittelamerikas. Die Menschen, die hier leben, durchsuchen die Müllberge auf der Jagd nach etwas Eß- und Verwertbarem. Dort, inmitten von giftigen Dämpfen, ekelerregendem Gestank und unhygienischsten Lebensbedingungen steht unser Leuchtzeichen der Hoffnung. Hier wollen wir die erreichen, die am verletzlichsten sind – Krankheiten, familiärer Gewalt und sexuellem Mißbrauch hilflos ausgeliefert – die Kinder.
    Deshalb haben die Lehrer an dieser Schule völlig neue Herausforderungen zu bewältigen: Viele Jungen nehmen Drogen, Mädchen bringen ihre eigenen Kinder mit zum Unterricht, da viele bereits im Alter von 11 Jahren sexuell aktiv sind. Wegen der extremen Armut in den Familien verkaufen die Kinder oft ihre kleinen Körper für alles, was sie nur bekommen können.
    Wir sind fest davon überzeugt, daß wir alles daran setzen müssen, das Leben dieser Kleinen zum Guten zu beeinflussen, und für dieses Ziel steht „La Esperanza“ in dieser Wüste aus verrottendem Müll und verwesenden Tierkadavern.

        Projekte in Nueva Guinea:

Ein Haus für die Schwächsten
    In unserem Haus in Nueva Guinea können wir für maximal 25 Kinder sorgen. Seit einigen Jahren besteht unsere Tätigkeit hier nicht mehr nur in der Aufnahme von Waisenkindern. Wir bekommen sehr viele schwer unterernährte Kinder und sorgen für die notwendige medizinische Versorgung, damit sie körperlich und seelisch wieder gesund werden können. Viele von ihnen wiegen im Alter von einem Jahr lediglich sieben Pfund. Ihre Ernährung und Behandlung ist sehr kostspielig und aufwendig, aber die Freude, ihre körperlichen und seelischen Fortschritte zu sehen, überwiegt alle Kosten und Mühen.
    In einem Zeitraum von 10 Jahren nahmen wir mehr als 50 Kinder in einer derartigen Verfassung auf – einige von ihnen bereits am Rande des Todes. Die meisten können nach ihrer Genesung wieder nach Hause zurückkehren, die Waisen bleiben bei uns. Sie gehen in die Schule, bekommen nahrhaftes Essen und eine Ausbildung, damit sie später ein erfolgreiches selbständiges Leben führen können.

Ausbildungs- und Hilfsprogramme
    Computerkurse: Unsere Computerkurse stehen nicht nur den Mädchen und Jungen unseres Heims offen, sondern auch Kindern aus der Umgebung, deren Eltern solch ein Angebot nicht bezahlen können. In den letzten beiden Jahren nahmen fast 75 Kinder im Alter zwischen fünf und 15 Jahren daran teil.
    Landwirtschaftsprogramm: Auf unserem Grundstück lernen die Kinder, wie man richtig aussät und die verschiedenen heimischen Obst- und Gemüsesorten anbaut. Jede Woche nehmen 25 bis 30 Kinder teil.
    Sportprogramm: Zu unserem Fußballteam gehören 25 junge Leute, die auf nationaler Ebene bereits viele Trophäen und Medaillen gewonnen haben.
    Schuhputz-Programm: Dieses Projekt wurde vor etwa einem Jahr begonnen, um Straßenjungen, die sich mit dem Schuhputzen etwas Geld verdienten, eine Perspektive auf eine bessere Zukunft zu verschaffen. Rund 30 Jungen bekommen bei uns zwei Mal pro Woche ein warmes Mittagessen sowie die für ihre Arbeit notwendige Ausstattung. Die meisten kommen aus armseligsten familiären Verhältnissen.
    Speisungsprogramm: Einmal wöchentlich versammeln sich etwa 150 Kinder bei uns zum Mittagessen. In dieser Zeit bekommen sie nicht nur ihre Mahlzeit, sondern wir spielen auch mit ihnen und sprechen über Themen wie Müllvermeidung, Achtung bzw. Respekt gegenüber den Eltern, Dankbarkeit und Umweltschutz.

Bahnbrechendes Kleinkredit-Programm
    Rund 90 Kleinkredite zur Existenzgründung im Gesamtwert von 120.000 US$ vergaben wir bisher an ausgewählte Personen. Die Kreditnehmer bekamen so die Möglichkeit, mit einem kleinen Unternehmen sich und ihre Familien aus der Armut zu befreien und schufen gleichzeitig weitere Arbeitsplätze für andere. Die Nachfrage war groß, da diese Region während des Bürgerkriegs als Mittelpunkt der Kampfhandlungen sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Viele der ersten Kredite wurden für die Anschaffung landwirtschaftlicher Geräte, für Schreinerwerkzeug und für die Einrichtung kleiner Geschäfte genutzt.
    Eine besonders erfolgreiche Kreditform waren anfangs Bohnen. Landbesitzer bekamen einen Sack Bohnen als „Startkapital“ für den Anbau und „zahlten“ nach der ersten Ernte statt Geld auch einen Sack Bohnen zurück, der dann wieder an den nächsten Bauern „verliehen“ wurde. Heute ist Nueva Guinea das größte Bohnenanbaugebiet von Nicaragua. Von hier aus wird ins ganze Land geliefert und sogar nach Costa Rica exportiert.
    Gebende Hände hat mit regelmäßigen Zuwendungen maßgeblich zum Erfolg dieses Projektes beigetragen. Insgesamt wurden mehr als 80 Kleinbetriebe gegründet, die wiederum Arbeitsplätze für rund 1.000 Menschen geschaffen haben. Viele der ehemaligen Kreditnehmer engagieren sich heute ehrenamtlich in einem unserer Projekte.

        Projekte in La Concha:

Die christliche Schule „San Juan“ mit Computer- und Kunsträumen befindet sich in einem Gebiet etwa 45 Autominuten südlich von Managua. In dieser Gegend werden überwiegend Ananas und andere tropische Früchte angebaut. Die meisten Bewohner sind Kleinbauern, die Obst, Mais und Bohnen anpflanzen. Gegenwärtig besteht die Schule aus zwei Gebäuden und beschäftigt acht Lehrer. Die Schüler erhalten an den sechs Unterrichtstagen jeweils ein warmes Mittagessen.
    KFZ-Werkstatt und Kfz-Ausbildungsbetrieb: Dieses Projekt wurde vor circa fünf Jahren in Managua ins Leben gerufen. Mit der Unterstützung von Gebende Hände  konnten wir ein geeignetes Gebäude instand setzen und zur Werkstatt umbauen. Mit zwei ehrenamtlichen Helfern bringt Werkstattleiter und Ausbilder Luis A. R. Solari den Auszubildenden alles bei, was sie für die Auto-Reparatur wissen müssen. Neben der eigentlichen Werkstatt gibt es einen Unterrichtsraum und einen Geräteraum.
    Ein Auszubildender berichtet: „Ich heiße Jose Leonardo Lopez Alvarez und wurde 1992 in der Nähe von Managua geboren. Als ich hierher kam, war ich ein aufsässiger, respektloser junger Mann, aber Herr Augusto hat mir geholfen zu verstehen, daß das Leben nicht nur ein Spiel ist, sondern daß ich mich auf die Zukunft vorbereiten muß, indem ich lerne und eine Ausbildung mache. Jetzt verstehe ich mich sehr gut mit allen, die in diesem Programm mitarbeiten. Alle waren so freundlich und großzügig zu mir. Mein Leben hat sich sehr verändert und ich habe keine Angst mehr vor der Zukunft. Die Leute von FUNAD haben aber nicht nur mir, sondern auch meiner Familie geholfen. Ich danke Herrn Mario Aviles für alle Liebe und Hilfe, die er mir gegeben hat.“

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