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Indien: Großer Ansturm auf Alphabetisierungskurse (Projektbericht)

Bericht vom 23.03.2011


Die öffentliche Dorf-„Schule“


Die angehenden Kursleiter werden geschult

Ein Buch lesen zu können oder einen Brief zu schreiben, ist für die große Mehrheit der Bevölkerung in der westlichen Welt eine Selbstverständlichkeit. Nicht so in dem ostindischen Bundesstaat Orissa, wo die Alphabetisierungsrate offiziell mit 37,4 % angegeben wird, in Wirklichkeit aber noch erheblich geringer ist. Ursache hierfür sind die fehlenden Bildungsmöglichkeiten in ländlichen und abgelegenen Gebieten, wo etwa 87 % der Bevölkerung in größter Armut leben.

Viele Eltern schicken ihre Kinder nicht in die staatlichen Schulen, weil diese schlecht ausgestattet und die Lehrer wenig motiviert sind. Außerdem benötigen sie die Mithilfe der Kinder bei der Feldarbeit, um den kargen Lebensunterhalt zu sichern. Hinzu kommen die strengen Regelungen des indischen Kastensystems, die verhindern, dass Angehörige niederer Kasten Zugang zu Bildung und damit eine Möglichkeit erhalten, sich aus ihrer Armut zu befreien. Statt dessen werden sie von Mitgliedern hoher und angesehener Kasten verachtet und ausgebeutet.

Gebende Hände hat vor einiger Zeit zusammen mit einer indischen Kirchengemeinde, die schon seit Anfang der siebziger Jahre besonders arme Menschen in Orissa unterstützt, ein Projekt zur Alphabetisierung der Dorfbevölkerung begonnen. Zunächst wurden zuverlässige, motivierte Frauen und Männer als zukünftige Kursleiter ausgewählt. In viertägigen Schulungen wurden sie auf ihre Unterrichtstätigkeit vorbereitet und mit den Lehrmaterialien vertraut gemacht. Anschließend begannen in 30 Dörfern die Unterrichtsgruppen. Teilnehmen konnten alle interessierten Dorfbewohner unabhängig von Alter und Religions-zugehörigkeit.

Wie wir nach Abschluss der ersten Kurse von unserem Projektpartner erfuhren, übertrafen die Ergebnisse alle Erwartungen! Die Nachricht von dem neuen Angebot sprach sich in Windeseile herum, und es kamen immer mehr Bürgermeister und Dorfvorsteher, um anzufragen, ob in ihrer Ortschaft nicht ebenfalls ein solcher Kurs durchgeführt werden könne.

Die Kursteilnehmer mussten abends nach der Tagesarbeit stundenlange Fußwege bewältigen, und der Unterricht fand unter einfachsten Bedingungen in engen, schlecht beleuchteten Räumen statt. Trotzdem blieben fast alle mit Begeisterung und Ausdauer bei der Sache. Mit der Befähigung, zu lesen und zu schreiben, bietet sich ihnen nun die Möglichkeit, ihre Lebensbedingungen und Zukunftsaussichten erheblich zu verbessern.

Auch die Kursleiter waren positiv überrascht. Hier sind einige ihrer Kommentare: „Ich bin sehr dankbar für dieses Programm, weil dadurch die Alten und die Jungen in meinem Dorf Lesen und Schreiben lernen.“ „Bei den Schulungstreffen lernen wir neue Möglichkeiten, die Lerninhalte zu vermitteln. Das macht den Unterricht interessanter und ist sehr hilfreich.“

Neben der eigentlichen Zielsetzung, der Alphabetisierung, hat das Projekt auch positive Auswirkungen auf das friedliche Zusammenleben im Dorf, weil Christen und Hindus gemeinsam die Schulbank drücken. Wegen der guten Resonanz sollen das Programm um zunächst ein Jahr verlängert und die Anzahl der Unterrichtsgruppen erheblich ausgeweitet werden. Eine junge Frau bekam nach dem Kurs sogar eine Anstellung bei einer Regierungsbehörde – eine große Seltenheit unter den Angehörigen dieser benachteiligten Bevölkerungsgruppe Indiens.

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