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Äthiopien: „Oberärmchen, dünn wie mein Daumen“ (Projektbericht)

Bericht vom 11.11.2011


Auch dieses Kind ist stark unterernährt


Frauen und Kinder, die ihre Lebensmittelsäcke von Gebende Hände erhalten haben.

Die Hungerkatastrophe in Ostafrika ist nicht vorbei. Während hier schon wieder ganz andere Themen in den Schlagzeilen stehen, sind gerade jetzt 320.000 Kinder so stark unterernährt, dass sie die nächsten 3 Wochen ohne Hilfe von außen nicht überleben werden. Viele Male hat unser Projektleiter im Auftrag von Gebende Hände schon Hilfsgüter-Transporte nach Äthiopien organisiert. Doch was ihn jetzt im November 2011 erwartete, übertraf alle bisher gesehenen Bilder des Elends. Hier sein Bericht:

Es ist November 2011 und wieder ist Angacha im Süden Äthiopiens unser Ziel. Wir wissen nicht genau, was uns dort erwartet, denn die Dürre hat die Hungerkatastrophe dort dramatisch verschärft. Wie viele von denen, die wir das letzte Mal mit Hilfspaketen versorgen konnten, haben überlebt? Konnten sie bis zur jetzigen neuerlichen Hilfslieferung durchhalten? Bange Fragen bewegen uns auf der Fahrt durch die Savanne.

90 Tonnen Lebensmittel haben wir auf Lastwagen verladen, zum großen Teil Güter, die wir hier auf heimischen Märkten erworben haben, um die Äthiopier zu unterstützen. Auch die bewaffneten Sicherheitsbeamten, die unseren Konvoi begleiten, sind alle erfahrene Einheimische.

Die Wege in Äthiopien sind vergleichsweise sicher. Das verringert die innere Anspannung. Doch wenn ich mich nicht um Sicherheitsfragen kümmern muss, bin ich umso berührbarer für das Leid der Menschen. Der emotionale Preis ist hoch. Kaum haben wir die behelfsmäßigen Camps erreicht, sehe ich die von starker Unterernährung gezeichneten Kinder. Wir organisieren in kürzester Zeit alles, um einen geordneten Ablauf der Verteilung zu gewährleisten. Die Bedürftigen werden alle registriert.

Bei der Untersuchung der ausgezehrten Kleinkinder bieten sich mir herzzerreißende Bilder: Kinder mit Oberärmchen, dünn wie mein Daumen. Andere haben die typischen geschwollenen Bäuche und liegen apathisch in den Armen ihrer Mütter. Manchmal sind die Blicke der Kinder, die wir auf die Waage legen, erbarmungswürdig. Große Augen saugen sich an mir fest und scheinen nur die eine Frage ausdrücken zu wollen: Warum?

Ganz offensichtlich hat die Anzahl der hungernden Kinder stark zugenommen. Es ist schwer, bei diesem Anblick nicht die Hoffnung zu verlieren. Und wie immer steht auch heute am Ende der langen Schlange derjenigen, die ihr Hilfspaket entgegennehmen, jemand, der leer ausgeht. Das tut mir am meisten weh. Ich nehme meine private Brieftasche heraus und verteile die letzten Geldscheine, die ich habe. Das ist alles, was ich noch für sie tun kann. 1.400 Familien haben ein Paket erhalten und wir verlassen sie mit dem Wissen, dass zumindest diese für die nächsten Wochen versorgt sind.

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