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Kenia: Maji ni Uhai! – Wasser ist Leben! (Projektbericht)

Bericht vom 12.02.2013


Das „Herz“ der Anlage: 24 Sonnenkollektoren liefern den Strom für die Pumpe.


Ein Wasserkiosk: Frisches Trinkwasser gegen ein geringes Entgelt.

Auf Einladung unseres kenianischen Projektpartners war ein kleines Team von Gebende Hände vor wenigen Tagen nach Nakuru gekommen. Nakuru ist die viertgrößte Stadt Kenias und liegt im Rift Valley, etwa zweieinhalb Autostunden nördlich von der Hauptstadt Nairobi. Der wichtigste Anlass für unseren Besuch war die bevorstehende Einweihung des Wasser-Solar-Projekts in Gituamba Kianoe, einem Dorf rund 40 km weiter nördlich von Nakuru. Für die Feierlichkeiten war eigens ein ganzer Tag im sonst sehr eng gefassten Terminplan reserviert worden. Eine Mitarbeiterin von Gebende Hände berichtet, wie dieser Tag von der dankbaren Dorfgemeinschaft für die weitgereisten Gäste gestaltet wurde:

Die Sonne meint es schon sehr gut mit uns, als wir am späten Vormittag unser Ziel erreichen: Sie strahlt heiß aus dem fast wolkenlosen Blau auf uns herunter. Die etwa dreißig Dorfbewohner, die sich in Erwartung der seltenen Gäste frühzeitig am Wegrand nieder gelassen haben, schützen sich mit bunten Kopfbedeckungen vor der Hitze.

Nun folgen sie uns in respektvollem Abstand, während wir vom Vorsitzenden des Wasserkomitees und einigen anderen Würdenträgern des Dorfes begrüßt werden und unsere Plätze einnehmen. Sogar der Parlaments-Abgeordnete des Bezirks ist gekommen, um der Eröffnung bei zu wohnen. Später wird auch er ein Grußwort sagen – die nächsten Wahlen in Kenia stehen kurz bevor.

Doch zunächst lädt uns der Vorsitzende zu einem Rundgang ein und gibt uns einen Überblick über die verschiedenen Stationen des Wasserprojekts. Im Unterschied zu anderen Dörfern, in denen während der Regenzeit Wasser über die Hüttendächer abgeleitet und aufgefangen wird, verfügt Gituamba Kianoe über einen regelrechten Schatz – unter dem Dorf befindet sich eine Art unterirdischer See. Aus einem 117 m tiefen Brunnen wird hier das Wasser in den höher gelegenen Tank gepumpt.

Es geht eine Weile recht steil bergauf, bis wir den gemauerten Wasserspeicher erreichen, der gut 90.000 m³ der kostbaren Ressource fasst. Von hier aus wird das Wasser über Erdleitungen den Hang hinunter zu den einzelnen Grundstücken geleitet. Nach einem Gruppenfoto vor dem Tank führt uns unser Weg dorthin. Wir können uns mit eigenen Augen davon überzeugen. welch einen Segen das kühle Nass für die Menschen hier bedeutet: In dem kleinen Garten, den die stolze Besitzerin uns zeigt, wetteifern nun üppig grüne Bananenstauden mit kräftigen Kohlpflanzen und leuchtend roten Tomaten um das schönste Aussehen.

Mehr als 4.200 Menschen samt ihrem Vieh und ihren Nutzgärten profitieren seit der Fertigstellung des Projekts von der stetigen Verfügbarkeit sauberen Wassers. Mit dem Einbau der Solaranlage sind sie nun obendrein noch unabhängig vom Anschluss an das öffentliche Elektrizitätsnetz und brauchen keine hohen Stromrechnungen zu befürchten. Das geringe Entgelt, das die Dorfbewohner für ihr Wasser bezahlen, wird für den Betrieb und die Instandhaltung der Anlage verwendet.

Wir sind wieder zurück am Herzstück des Systems: Neben dem Brunnen sind auf sechs hohen Pfosten 24 Sonnenkollektoren montiert. Zusammen mit den Bewohnern und Würdenträgern des Dorfes nehmen wir unter einer großen Plane Platz, die wie eine Art Sonnensegel über den Stuhlreihen gespannt wurde und uns vor der Glut der Mittagssonne schützt. Dem großen Anlass entsprechend bekommen wir außer Mineralwasser auch Limonade serviert.

Der Vorsitzende des Wasserkomitees ergreift das Wort und würdigt in seiner Dankesrede nicht nur die Unterstützung durch die ausländischen Spender, sondern auch das Engagement der Dorfgemeinschaft. Mit großer Hingabe und Bescheidenheit haben die Menschen hier trotz aller Herausforderungen das ihnen Mögliche beigetragen, um den Traum von einer eigenen Trinkwasserversorgung für ihr Dorf wahr werden zu lassen.

Auch unser Geschäftsleiter berichtet, wie er bei seinem letzten Besuch vor rund dreieinhalb Jahren genau dort stand, wo jetzt die Sonnenkollektoren in die Höhe ragen, und sich fragte, wie wohl die Vision unseres kenianischen Projektleiters zu realisieren sein könnte. Er schildert, wie das kühne Vorhaben schließlich ins Rollen kam, weil ein süddeutsches Unternehmen bereit war, die Kosten für die Beschaffung und Installation der kompletten Solaranlage zu übernehmen.

Als die letzten Worte verklungen sind, zollen die versammelten Gäste dankbaren Applaus. In einer kurzen Zeremonie enthüllt unser Geschäftsleiter am neuen Büroraum ein kleines Gedenkschild, das neben der großen Widmungstafel direkt am Weg an diesen großen Tag erinnert, und erklärt das Wasser-Projekt in Gituamba Kianoe für eröffnet.

Den glanzvollen Abschluss bildet ein üppiges Festmahl im Haus des Komitee-Vorsitzenden. Uns wird ein typisch kenianisches Gericht aufgetischt. In den Töpfen dampfen Reis, Gemüse und Ziegenfleisch, und auf großen Platten warten frisch gepflückte Bananen und saftige Stücke von sonnengereiften Wassermelonen als erfrischendes Dessert auf uns. Vor dem Essen dürfen wir uns an einem kleinen Waschbecken mit Seife und fließendem Wasser die Hände waschen – ein Luxus, den es wohl nur im Haus des Vorsitzenden gibt!

Viel zu schnell müssen wir uns verabschieden. Tief beeindruckt treten wir die Heimfahrt an – wir haben Menschen getroffen, die gemeinsam mutig und entschlossen jede Möglichkeit nutzen, ihre schweren Lebensumstände zu verbessern. Lange noch verweilen unsere Gedanken in Gituamba Kianoe!

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