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Äthiopien: Äußerster Einsatz für ein Lächeln! (Einsatzbericht)

Bericht vom 12.12.2014


Ein Lächeln ist der schönste Lohn!

Im Dezember letzten Jahres führte unser Projektleiter Derek Nothilfe-Einsätze in Äthiopien, Somalia und im Südsudan durch. Dies sind die Eindrücke von seiner Erkundungsreise nach Äthiopien:

In der letzten Nacht habe ich sehr gut geschlafen. Endlich keine somalischen Ziegenfleisch-Omeletts mehr zum Frühstück – ein guter Start in den Tag! Mit 94 Mio. Menschen ist Äthiopien nach Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Erstes Ziel ist unser Waisenhaus Sebeta bei Addis Abeba. Der Weg dorthin ist mühsam, bald schon stecken wir im Stau und kommen kaum vorwärts. Es tobt ein Verkehrskampf mit mehreren Beinahe-Unfällen. Wer das nicht erlebt hat, kann sich kaum vorstellen, wie anstrengend und gefährlich die Fahrt auf äthiopischen Straßen ist.

Sebeta hat gute Fortschritte gemacht, die Bäume sind gewachsen, das Getreide auf dem vor einigen Monaten angelegten Acker gedeiht prächtig. Es tut gut, wieder hier zu sein. Fünf neue Waisenmädchen wurden aufgenommen. Sie springen auf, um uns mit einer Umarmung zu begrüßen. Bei einem Rundgang mit der Heimleitung besprechen wir, wie das Grundstück und der Garten in den kommenden Monaten weiter gestaltet werden sollen, welche Renovierungen am Haus anstehen. Das Areal ist groß und hat noch viel Potenzial.

Inzwischen bietet Sebeta 25 jüngeren und älteren Mädchen ein Zuhause. Sie werden von drei Betreuerinnen versorgt, es gibt zwei Köchinnen, eine Reinigungskraft, einen Gärtner, zwei Wachleute und einen Fahrer. Letzterer sorgt dafür, dass die Kinder immer sicher zur Schule und nach Hause kommen. Zum Mittagessen treffe ich sie. Es ist wunderbar, sie zu sehen – fast sind sie schon junge Frauen, die sich den nächsten Herausforderungen des Lebens stellen müssen. Wir haben etwas Zeit füreinander, lachen und haben viel Spaß. Die Mädchen leben hier schon, seit wir das Waisenhaus vor rund fünf Jahren aufgebaut haben. Bald müssen wir Abschied nehmen. Es gibt Küsschen, Umarmungen und langes Winken.

Der Weg zurück zur Unterkunft scheint endlos, aber ich bin entspannt. Wieder haben wir den Tag gut genutzt, ein Etappenziel erreicht. Ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Meine Gedanken wandern. Ob der morgige Tag bei den hungernden Kindern auch ein Erfolg wird? Unsere Planungen und Vorbereitungen sind abgeschlossen – wir müssen abwarten, was wir morgen erreichen werden.

Der nächste Tag beginnt früh. Wir wollen per Charterflug in ein Gebiet im Süden. Meine Kamera ist geladen und einsatzbereit. Ich packe eine Ersatzbatterie und die Wasserflaschen ein und warte am Flughafen auf meinen Begleiter Dr. Henok. Etwa eine Stunde dauert der Flug mit der einmotorigen Cessna Caravan (auf den hiesigen Straßen würden wir für die Strecke einen ganzen Tag brauchen). Als der Pilot in den Sinkflug geht, beuge ich mich vor und suche das Gelände unter uns nach einer Landebahn ab – ich kann keine entdecken. Als wir näher kommen, sehe ich zwischen überwucherten Feldern so etwas wie einen schmutzigen Weg, vielleicht zwei oder knapp drei Meter breit. Mir wird mulmig. Schon setzen wir auf, und die kleine Maschine hüpft ein paar Mal in die Höhe. Die Tragflächen durchschneiden Gräser und Büsche. Wir werden recht unsanft in unsere Sitze gedrückt. Als wir endlich stehen, murmele ich ein Dankgebet.

Sofort geht es weiter, zwei Stunden Autofahrt auf holprigen Straßen voller Schlaglöcher. In der Regenzeit wäre diese Strecke ein einziger unpassierbarer Schlammgraben. Je weiter wir kommen, desto armseliger wird die Gegend, immer mehr zerlumpte Kinder sind zu sehen. Unser Ziel liegt tief im Landesinneren – fernab aller Hauptstraßen und Ballungszentren.

Gleich beim Betreten des Verteilungsplatzes ist er wieder da: Der alles überlagernde, Übelkeit erregende Gestank. Nur hier in Äthiopien ist dieser Geruch so schlimm. Ich kann mir nicht erklären, warum. Vermutlich ist es die Mischung aus Schmutz, Urin, Krankheit und Fäulnis. Dazu gesellt sich Traurigkeit, als ich über den Platz gehe und in die Gesichter der Mütter und Kinder schaue. Mein Blick wandert von einem Augenpaar zum anderen, sie sind stumm und bittend, flehen um Hilfe. Diesen Anblick vergisst man nicht so leicht. Die Menge ist größer geworden. Rund 300 bis 400 Menschen dürften inzwischen versammelt sein, darunter viele unterernährte Kinder. Auch die Mütter sind oft in schlechter Verfassung – dies ist genau der richtige Ort, um zu helfen. Kaum jemand im Team spricht ein Wort, die Stimmung ist gedrückt. Die Kinder werden gemessen und gewogen, ihre Namen aufgeschrieben.

Währenddessen fotografiere ich. Die Atmosphäre ist dicht und tief bewegend. Das will ich mit den Bildern festhalten. Wir brauchen etwa sechs Stunden, dann fahren wir zurück. Dieser Tag hat uns emotional ausgelaugt und erschöpft. Aber der Gedanke, bei der baldigen Verteilung unserer Hilfsgüter ein Lächeln in den traurigen Gesichtern zu sehen, macht alle Mühe wett. Und ich bin bestärkt, das Schicksal dieser Menschen mit anderen zu teilen, um mehr Unterstützer für die hungernden Kinder zu gewinnen.

Danke, dass Gebende Hände Sie schon zu diesen Unterstützern zählen kann!



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