Uganda: Furcht vor neuer Seuche

Meldung vom 17.05.2011

Der erschreckend schnelle Tod einer jungen Patientin in Uganda hat die Behörden bis hoch zur Weltgesundheitsorganisation WHO aufgeschreckt. Labortests erhärten den ersten Verdacht: Im Körper des Mädchens befinden sich Ebola-Viren. Nun herrscht Aufregung: Das betroffene Krankenhaus befindet sich unweit der Millionenstadt Kampala.

Das zwölfjährige Mädchen ist an Ebola gestorben. Das Mädchen sei am 6. Mai in der Stadt Bombo rund 35 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kampala in ein Krankenhaus eingeliefert worden und wenige Stunden später ums Leben gekommen, sagte eine Vertreterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Tests hätten gezeigt, dass sie an dem Ebola-Virus gestorben sei.

Nach Bekanntwerden des Ebola-Falles sind 33 Menschen in der Stadt Bombo vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden. Ein Sprecher der ugandischen Gesundheitsbehörde bezeugte die Schutzmaßnahmen. In der ugandischen Hauptstadt Kampala leben offiziellen Angaben zufolge mehr als 1,3 Millionen Menschen. Die Stadt am Nordrand des Victoriasees ist der wirtschaftliche Knotenpunkt der gesamten Region.

Um einer Ausbreitung der hoch ansteckenden und häufig tödlichen Krankheit vorzubeugen, wurden die Familienangehörigen des Mädchens sowie die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal in ein Militärkrankenhaus gebracht. Da Bombo nur 40 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt ist, ist die Furcht vor einer neuen Ebola-Epidemie groß.

Den WHO-Angaben zufolge wurde im Krankenhaus von Bombo eine Quarantäne-Einheit geschaffen, um mögliche weitere Ebola-Patienten aus der Region zu versorgen. Der Sprecher des nationalen Gesundheitsdienstes, Nathan Muhisha, betonte, es sei eine Sitzung zur Besprechung des Vorfalls abgehalten worden. Der Krisenstab des Gesundheitsministeriums sei sensibilisiert für weitere Notmaßnahmen.

Die hoch ansteckende Viruserkrankung,
die nach einem Fluss in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo benannt ist, endet in 50 bis 90 Prozent der Fälle mit dem Tod. Es kommt zu inneren Verblutungen, da der Virus den Blutgefäßen schadet. Ein Ebola-Ausbruch würde ein weiterer harter Schlag für das Land bedeuten, das derzeit mit innenpolitischen Konflikten zu kämpfen hat.


Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „n-tv“, n-tv.de