Äthiopien: Deutsche Welle kritisiert äthiopische Störsender

Meldung vom 03.06.2014

Äthiopien hat strenge Reglementierungen für Presse und Internet. Es herrscht in dem Land mehr und mehr eine rigide Zensur. Pressefreiheit ist ein Fremdwort für die äthiopische Regierung. Derzeit werden Fernsehprogramme der Deutschen Welle und zahlreicher anderer internationaler Anbieter durch Störsendungen aus Äthiopien in weiten Teilen der arabischen Welt kaum übertragen. Auch BBC, France 24 und Voice of America sind in Mitleidenschaft gezogen.

Der Satellitenbetreiber Arabsat hat herausgefunden, dass die Quelle der starken Störsignale auf allen seinen drei Satelliten aus Äthiopien stammt. Die äthiopischen Behörden haben sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.

Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, meint: „Dies ist ein schwerer Verstoß gegen das international verbriefte Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit. Die Deutsche Welle, BBC, France 24 und Voice of America verurteilen diese Aktion gegen den freien Fluss unabhängiger Informationen scharf. Wir fordern die äthiopischen Behörden auf, das Jamming (das Stören) unverzüglich zu beenden.“

Kurzwellensendungen der Deutschen Welle sind immer wieder von Äthiopien aus blockiert worden, die jetzige Aktion scheint aber nicht auf bestimmte Sender oder Programme zu zielen. Das „Jamming“ von Satellitensendungen verletzt internationale Vereinbarungen. Allerdings greifen derartige Maßnahmen um sich, zuletzt konnte man massive Einschränkungen 2011 und 2012 von iranischem Boden aus wahrnehmen.

Die Deutsche Welle strahlt in der arabischen Welt den TV-Kanal DW Arabia aus. Ausgewählte Radiosendungen in arabischer Sprache sind über Partnerstationen in der Region einzustellen.


Quelle: „Pressebox“, www.pressebox.de