Afghanistan: Mindestens 30 tote Zivilisten bei Kämpfen

Meldung vom 06.05.2009

Wie das Internationale Rote Kreuz berichtete, sind bei heftigen Kämpfen zwischen den islamistischen Taliban und US-Militär zahlreiche Zivilisten getötet worden. Auf mehreren Lastwagen seien die Leichen abtransportiert worden. Man geht davon aus, dass sich weitere Tote unter den Trümmern eingestürzter Häuser befinden. Unter den Opfern sind viele Frauen und Kinder.

Bei heftigen Kämpfen in Afghanistan sind mehr als dreißig Zivilisten umgekommen. Der Polizeichef der Westprovinz Farah gab an, bei jüngsten Gefechten mit Taliban und US-Luftangriffen im Bezirk Bala Buluk sei eine „bedeutende Zahl ziviler Opfer“ zu beklagen. Eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) gab bekannt, unter den Toten seien auch Frauen und Kinder.

Zum Beweis für die afghanischen Behörden und die internationalen Truppen hätten Dorfbewohner zwei Lastwagen „mit mehr als 30 Leichen von Zivilisten“ beladen, erklärte Polizeichef Abdul Ghafar Watandar. Er rechnet jedoch mit mehr zivilen Opfern, da die zerstörten Häuser noch nicht alle durchsucht wurden.

IKRK-Sprecherin Jessica Barry teilte mit, IKRK-Mitarbeiter hätten unter „Dutzenden Toten“ auch Kinder und Frauen ausgemacht. Es bestehe kein Zweifel daran, dass es zivile Opfer gebe. Unter den Toten befände sich auch ein Freiwilliger des afghanischen Roten Kreuzes, der zusammen mit 13 Angehörigen umgebracht worden sei. In der Gegend lägen die meisten Wohnhäuser in Trümmern. In mehreren Dörfern mussten Massenbeerdigungen abgehalten werden. Vertreter des Innenministeriums in Kabul, der Vereinten Nationen und der US-Armee ermitteln vor Ort über die Umstände des Vorfalls, teilte Watandar mit. Auch das IKRK schickte ein Team zur Untersuchung der Vorfälle.

In der von den radikalislamischen Taliban kontrollierten Region waren zu Beginn der Woche heftige Kämpfe aufgeflammt. Ein Mitglied des Provinzrates von Farah, Balkis Roschan, gab unter Verweis auf Angaben von Einwohnern an, dass mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen sind. Für diese Angaben liegt jedoch bislang keine Bestätigung vor. Provinzgouverneur Rohul Amin begründet die Unklarheit über die tatsächliche Zahl der Opfer damit, dass die Region von den Taliban kontrolliert werde und deswegen keine genauen Angaben zu zivilen Opfern vorlägen.

Präsident Hamid Karsai kündigte die Überprüfung der Berichte über mehr als 150 Tote an. Karsai beabsichtige, die Ereignisse bei seinem für den 06.05.09 in Washington geplanten Treffen mit US-Präsident Barack Obama zu thematisieren.


Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Focus Online“, focus.de