
Wenn sich in Honduras die Türen eines Schiffscontainers öffnen, ist das für viele Menschen mehr als eine Lieferung, es ist Hoffnung auf Leben. In dem mittelamerikanischen Land, das zu den ärmsten Regionen Lateinamerikas gehört, leben über 60 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut. Für die meisten Familien sind Arztbesuche oder Medikamente schlicht unbezahlbar. Krankheiten, die andernorts gut behandelbar sind, werden hier schnell lebensbedrohlich.
Gemeinsam mit dem engagierten Bürgermeister und Arzt Dr. Raul Ugarte unterstützt Gebende Hände seit Jahren die Region Pimienta mit gespendeten Arzneimitteln. Nach der Ankunft eines besonders großen Containers half Teamleiter Monte W. persönlich bei der Entladung und Verteilung der Medikamente und berichtet von einem Einsatz, der unter die Haut geht.
Honduras leidet nicht nur unter Armut, sondern auch unter Gewalt und Kriminalität. Laut Weltgesundheitsorganisation zählt das Land zu den gefährlichsten der Welt. Viele Menschen leben in ständiger Angst. Gleichzeitig kämpfen sie mit schweren Krankheiten wie Diabetes, Herzleiden oder Krebs – oft ohne jede medizinische Versorgung. Apotheken und selbst Krankenhäuser verfügen kaum über Medikamente. Ein Arzt brachte es auf den Punkt: „Ich kann Rezepte ausstellen – aber niemand kann sie einlösen.“
Der Container von Gebende Hände enthielt Medikamente im Wert von mehreren Millionen Euro. Sie wurden an Ärzte aus dem ganzen Land verteilt, streng kontrolliert und dokumentiert. Jede einzelne Packung wurde erfasst. Die Freude der Mediziner beim Empfang war überwältigend, wie bei einer Weihnachtsbescherung. Nach Angaben von Dr. Raul werden die gelieferten Arzneien rund 35.000 Menschen zugutekommen. Sogar das Militär unterstützte den Weitertransport der Hilfsgüter in entlegene Dörfer.
Doch diese Hilfe ist weit mehr als eine logistische Leistung. Für die Empfänger bedeuten die Medikamente: Ihr seid nicht vergessen. Wie Monte W. es beschreibt: „Wir laden nicht einfach Medikamente aus – wir laden Liebe ab.“
Dank der Unterstützung treuer Spenderinnen und Spender kann Gebende Hände diese lebensrettende Arbeit auch künftig fortsetzen – für Menschen, die sonst keine Chance auf medizinische Hilfe hätten.