Südsudan









Hilfe trotz Krieg und Unsicherheit
Seit der Staatsgründung ist Gebende Hände im Südsudan im Einsatz. Die Arbeit vor Ort war und ist extrem herausfordernd – oft sogar lebensgefährlich. Denn bis heute finden Frieden und Stabilität in diesem Land keinen dauerhaften Platz.
Als sich der Südsudan im Jahr 2011 für unabhängig erklärte, keimte zunächst Hoffnung auf. Doch diese währte nur kurz: Politische Spannungen führten zur Spaltung der Regierung, und ein blutiger Bürgerkrieg stürzte das Land erneut ins Chaos.
Trotz Gewalt, Unsicherheit und großer persönlicher Risiken hält Gebende Hände an seiner Hilfe fest. Unser Hilfsteam organisiert Versorgungsflüge in schwer erreichbare Krisengebiete, in denen inzwischen Hunderttausende Menschen auf der Flucht sind und in akuter Lebensgefahr leben.
Auch heute bringen wir unter schwierigsten Bedingungen lebenswichtige Hilfsgüter direkt in die Bürgerkriegsregionen – dorthin, wo Hilfe dringend gebraucht wird und sonst kaum jemand hinkommt.
Statistischer Rundblick: Bevölkerung, Wirtschaft und Gesellschaft
Hier finden Sie einen kompakten Überblick über demografische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Kennzahlen Südsudans.
Einwohner
10,2 Mio. Einwohner,
644.329 km² Fläche, Hauptstadt: Juba, ca. 20 Volksgruppen
Altersstruktur
42,3% (0-14 Jahre), 55,2% (15-64 Jahre), 2,5% (65+ Jahre).
Durchschnittsalter 18,1 Jahre
Wirtschaft
BIP 20 Mrd. USD, Prokopfeinkommen 1.600 USD, Arbeitslosigkeit k.A.
Religion
K.A.
Tragische Daten
Kindersterblichkeit 9,04%, Kinderarbeit k.A., Lebenserwartung k.A., AIDS-Infektionsrate 2,4%, 66% Armut
Unterstützung
Wie Gebende Hände in Südsudan hilft
Überlebenshilfe in Bürgerkriegsgebieten
Seit vielen Jahren engagiert sich Gebende Hände in der lebensgefährlichen Überlebenshilfe für Menschen im Bürgerkriegsland Südsudan. Die anhaltenden Kämpfe haben riesige Flüchtlingsbewegungen ausgelöst. Unter den Vertriebenen sind tausende Kinder, die völlig schutzlos sind: Viele wurden bei Angriffen von ihren Eltern getrennt, andere haben ihre Familien verloren und sind zu Waisen geworden. Um zu überleben, flüchteten sie in die Wüste oder in abgelegene Buschregionen.
Um diese Menschen zu erreichen, organisiert Gebende Hände komplexe und riskante Hilfseinsätze. Überlebenspakete werden per Charterflug in schwer zugängliche Regionen gebracht und anschließend gemeinsam mit einheimischen Partnern per LKW direkt zu den Notleidenden transportiert. Die Wege sind lang, kaum erschlossen und oft unsicher, doch die Hilfe kommt an.
Die Überlebenspakete enthalten alles, was Familien dringend brauchen: Grundnahrungsmittel wie Mais und Sorghumhirse, Bohnen und Öl, außerdem Zeltplanen, Saatgut, Wasserbehälter, Kochutensilien sowie Werkzeuge für den Ackerbau. Ergänzt werden sie durch Salz, Seife und medizinische Materialien. Ein Lebensmittelpaket für eine Familie umfasst unter anderem 10 kg Getreide, 5 kg Bohnen und 5 Liter Öl.
Ein besonders wichtiger Bestandteil der Hilfe sind Moskitonetze. Mit Beginn der Regenzeit breitet sich Malaria im Südsudan massiv aus. Vor allem Kinder sind gefährdet und können sich in der freien Wildnis kaum schützen. Durch die Verteilung wirksamer Moskitonetze trägt Gebende Hände entscheidend zur Vorbeugung gegen Malaria bei – einer der häufigsten Todesursachen in Afrika.
So schenkt Gebende Hände Menschen im Südsudan Überleben, Schutz und neue Hoffnung – auch dort, wo kaum noch jemand Hilfe leisten kann.
Neueste Berichte
Berichte aus Südsudan
Erfahren Sie aus erster Hand, wie Gebende Hände durch seine Hilfsprojekte das Leben von bedürftigen Menschen in Südsudan und weltweit verändert.
Eine lange Reise, um Leben zu retten!
Südsudan Bis diese Säcke mit Getreide die Menschen in den entlegenen Sumpfgebieten des Südsudan erreichen, haben sie einen langen und beschwerlichen Weg zurückgelegt. Die Lebensmittel werden zunächst in Nachbarländern wie Uganda eingekauft und anschließend in Säcke abgefüllt. Von dort aus transportieren Lastwagen die Hilfsgüter über staubige, schwer passierbare Pisten mit zahlreichen Schlaglöchern bis zum Nil. […]
Hilfsgüter erreichen Flüchtlinge per Kahn
So sieht der Transport von Hilfsgütern zu Flüchtlingen im Südsudan aus. Kähne werden mit Getreidesäcken beladen. Und dann geht es ins Sumpfgebiet, den gefürchteten „Sudd“, wonach der Südsudan auch seinen Namen trägt. Die Gefahren auf der Reise sind mannigfaltig: Die Kanus müssen sich ihren Weg durch Krokodile bahnen, immer wieder droht am Ufer Gefahr durch Überfälle von Milizen, die wertvolle Fracht ist heiß begehrt. Unser Einsatzleiter Derek H. schreibt: Bei unserer letzten Hilfsgüterlieferung haben wir 45 Tonnen Hilfsgüter zu den Flüchtlingen im Südsudan bringen können. Das Land wird weiterhin beherrscht von Unsicherheit und blutigen Konflikten. Ein Friedensabkommen ist zwar von allen Kriegsparteien unterzeichnet worden, doch es wird nicht angewandt. Unsere Überlebensgüter hier wurden auf Kanus verladen für ihre lange Reise über den Nil zum Zielpunkt. Dabei waren auch Schlafmatten, Zelte, Moskitonetze und Angelzeug.