
Hoffnung für Straßenkinder in Kenia
In Nakuru im Westen Kenias unterstützt Gebende Hände vier Kindereinrichtungen der Samaritan Children Centers, die besonders schutzbedürftigen Straßenkindern ein neues Zuhause schenken. Viele dieser Kinder haben Schlimmes erlebt: Sie sind Aids-Waisen, wurden von ihren Familien verlassen oder sind Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden. Entsprechend groß ist ihre Not und ihr Bedarf an Liebe, Geduld und verlässlicher Betreuung.
Der erste Schritt aus dem Leben auf der Straße führt in ein Kontakt-Zentrum. Hier werden die Kinder zunächst stundenweise aufgenommen, erhalten regelmäßige Mahlzeiten, medizinische Hilfe und seelsorgerliche Begleitung. Spüren die Mitarbeiter, dass ein Kind bereit ist, sein Straßenleben hinter sich zu lassen, wird es dauerhaft aufgenommen.
Im nächsten Schritt ziehen die Kinder in das sogenannte Anfänger-Zentrum. In kleinen Gruppen lernen sie dort behutsam einen geregelten Alltag kennen: feste Zeiten, ausreichend Nahrung, Sicherheit und Fürsorge. Für viele ist dies ein tiefgreifender Umbruch, zum ersten Mal müssen sie nicht mehr um ihr tägliches Überleben kämpfen. Langsam lernen sie, Erwachsenen wieder zu vertrauen, und ihre seelischen Wunden beginnen zu heilen. Die christlichen Werte, die im Alltag vermittelt werden, geben ihnen zusätzlichen Halt und Orientierung.
Nach dieser Eingewöhnungsphase wechseln die Kinder in das Mädchen- oder Jungen-Zentrum. Derzeit leben dort rund 40 Jungen und 65 Mädchen, die gemeinsam lernen, spielen und aufwachsen. Alle Kinder erhalten täglich ausreichend Essen, Kleidung und medizinische Versorgung. Zudem besuchen sie – je nach Alter – die Grundschule oder weiterführende Schulen. Da Schulbildung in Kenia kostenpflichtig ist, übernehmen die Samaritan Children Centers sämtliche Schulgebühren, Schuluniformen und Lernmaterialien.
Ergänzend zum Schulunterricht vermitteln die Mitarbeiter praktische Fähigkeiten wie Nähen, Tischlern, Metallarbeiten und Computerkenntnisse. So erhalten die Kinder wichtige Grundlagen für ein selbstständiges Leben. Moderne sanitäre Anlagen, ein eigener Brunnen und ein Wasserspeicher sorgen für sauberes Wasser und gute hygienische Bedingungen. Lehrer, Köchinnen und ein Wächter kümmern sich rund um die Uhr um das Wohl und die Sicherheit der Kinder.
So entstehen Orte der Geborgenheit, an denen aus verletzten Straßenkindern Schritt für Schritt hoffnungsvolle junge Menschen mit Zukunftsperspektive werden.