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Somalia: Die Krise spitzt sich zu (Einsatzbericht)

 
Bericht vom 12.04.2017


Qualvoll verendet: Überall Tierkadaver.


Die Menschen warten auf Hilfe - sie warten und warten!


Wie kann man hier überleben? Ein paar Hütten im Nirgendwo.


Die Kinder sind alle unterernährt.

Nach seinem letzten Einsatz in Somalia bedankte sich unser Projektleiter Derek für alle Gebete und Unterstützung während dieses unglaublich schwierigen Unterfangens. Kaum zurück, sandte er uns seine ersten spontan festgehaltenen Eindrücke und Fotos. Die möchten wir Ihnen, liebe Spender, nicht vorenthalten. Derek schreibt:

Am Horn von Afrika: Unsere zweimotorige Propellermaschine vom Typ Air Commander landet auf einer holprigen schmutzigen Landepiste. Einige Dutzend Leute – manche mit Kameras, viele bewaffnet, stürmen herbei um die Passagiere in Augenschein zu nehmen. Lautes Rufen, Begrüßungen und Händeschütteln, bevor wir in einem Konvoi aus Polizei, schwer bewaffnetem Militär, Sicherheitsbeamten und zivilem Personal davonrasen. Hier gibt es keine Straßen, jeder wählt seine Richtung und fährt los, in die Wüste hinein, bis jedes Fahrzeug in einer großen Staubwolke verschwindet.

Die Gegend ist unwirtlich, trocken und karg. Wir erreichen ein Camp für Dürre-Flüchtlinge. Die Szenerie vor uns haben wir alle schon in den Fernsehnachrichten oder in einem Film gesehen – nur, dass dies hier keine Nachrichtensendung oder Filmkulisse ist …

Die Hitze ist mörderisch. Hunderte Frauen und Kinder sitzen hier seit Stunden und warten auf etwas Hilfe. Einige haben es geschafft, unter den wenigen Bäumen einen Schattenplatz zu ergattern, die meisten aber sind der sengenden Sonne ausgesetzt. Doch sie hoffen und warten geduldig. Als wir durch das Camp fahren, trifft uns mit voller Wucht der Gestank – der unvorstellbare Gestank verwesender Tierkadaver. Tote Kamele, Schafe und Ziegen liegen überall verstreut. Wir kommen am Kadaver einer Kamelmutter vorbei, deren totes Junges nur wenige Meter von ihr entfernt liegt – sie sind fast gleichzeitig verhungert. Nur wenig später Dutzende Schafleichen unter einem Baum …

Berichten zufolge haben die Menschen hier bereits 80% ihrer Nutztiere verloren. Die sind nicht nur ihre Ernährungsgrundlage, sondern auch ihre einzige Einkommensquelle gewesen.

Wir erreichen ein weiteres einsames Camp. Auch hier kaum Schatten, dafür extreme Hitze und Kargheit. Blitzschnell sind wir umringt von Menschen, die uns um Wasser bitten. Wir erfahren, dass in der vergangenen Nacht Zwillinge geboren wurden. Sie haben nur wenige Stunden gelebt. Man führt uns an das Lager der Mutter, sie liegt auf dem Boden und ist in schlechter Verfassung. Ihr sechsjähriger Sohn sitzt ratlos neben ihr und versucht sie zu trösten.

Vor uns liegt noch viel Arbeit, und wir haben weite Strecken zurück zu legen. Also machen wir uns auf den Weg zum nächsten Camp, wieder eingehüllt in beinah undurchdringliche Staubwolken, weil die Militärfahrzeuge um uns herum ihre Position einnehmen. Nun verliere ich endgültig die Fassung: Wir stehen mitten im Nirgendwo, Wüste, soweit das Auge reicht! Wie um alles in der Welt können hier Menschen leben? Dieser Ort ist der ödeste, den ich je erlebt habe, hier gibt es schlichtweg NICHTS. Eine verzweifelte Situation – ich fühle mich machtlos. Überall nur große Hitze, Tierkadaver, sterbende Kinder, der Geruch des Todes, leidende Menschen, kein Regen, kein Essen, rasch zunehmende Cholera. Diese überaus kritische Lage wird sich zu einer großen Katastrophe auswachsen, wenn in den nächsten Wochen kein Regen fällt – in dieser weltvergessenen, öden Region.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Unser Hilfseinsatz in den somalischen News




Schlagwörter: Somalia, Dürre, Hitze, Trockenheit, Hunger, Hungersnot, Wasser, Hungertod, Nomaden, Vieh, verendet, Tiere, Kadaver, Nutztiere, Ernährungsgrundlage, Einkommensquelle