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Zur Geschichte und Problematik des Landes



 
Syrien war in der Antike ein reiches und bedeutendes Land. Die Stadt Damaskus kommt schon in der Bibel vor. Dabei geriet die Region immer wieder unter wechselnde Herrschaft. Nach der Eroberung durch Alexander den Großen gehörte Syrien von 301 bis 64 v. Chr. zum Seleukidenreich. Im Römischen Reich (ab 64 v. Chr.) galt Syrien neben Ägypten als die wohlhabendste und einflussreichste Provinz des Imperiums. Die oströmische Herrschaft ging im 7. Jahrhundert n. Chr. zu Ende, als die arabischen Umayyaden die Region eroberten.

Nach der arabisch-muslimischen Eroberung 634 erlangte Syrien unter dem Statthalter und späteren Umayyaden-Kalifen Mu'awiya (661–680) überregionales Ansehen. Er baute als erster eine arabische Flotte auf und ließ 661 das Kalifat von Medina nach Damaskus verlegen, das neben Mekka und Jerusalem damit zur dritten Heiligen Stadt des Islam aufstieg.

877 fiel Syrien unter die Herrschaft von Ägypten, die mit Unterbrechungen mehr als 600 Jahre währte. Während dieser Phase konnten dennoch die Kreuzfahrerheere auf syrischem Boden Fuß fassen und blieben von Ägypten unangetastet. Das betraf besonders den Norden (Aleppo und Antiochia). Die Kreuzfahrerstaaten wurden gebildet durch die Landeinnahme des ersten Kreuzzugs (1096–1099) in Palästina und Syrien. Vier Staaten wurden gegründet: das Königreich Jerusalem, das Fürstentum Antiochia, die Grafschaft Edessa und die Grafschaft Tripolis.

 
Der zweite Kreuzzug (1147–1149) mit der gescheiterten Belagerung von Damaskus fand vorwiegend in Ägypten statt. 1260 stürmten die Mongolen das Land, unterlagen dann aber den Mamluken, die Syrien mit Ägypten zusammenschlossen.

Die Herrschaft der Mamluken konnte bis 1516 aufrechterhalten werden. Dann wurde Syrien dem Osmanischen Reich zugeteilt, zu dem es bis auf eine relativ kurze ägyptische Besetzung (1831–1840) bis 1918 zählte. Der erste arabisch-nationalistische Widerstand gegen die osmanische Regierung nach 1840 wurde sofort zerschlagen. Nach der Revolution der Jungtürken 1908 kam es zu immer mehr Konflikten zwischen den Arabern und Türken. Die Araber kämpften im Ersten Weltkrieg als Teil des Bündnisses der Siegermächte gegen die Türkei, da ihnen die Briten alle Gebiete, die sie befreien halfen, versprochen hatten.

Die Hoffnung des Haschemiten-Prinzen Faisal, das geplante Königreich „Großsyrien“ zugeteilt zu bekommen, zerbrach aber an den Ansprüchen Frankreichs, das das Völkerbundmandat für Syrien und Libanon erhielt und seine Herrschaft in Syrien bis zum 17. April (Nationalfeiertag) 1946 behaupten konnte. An diesem Tag wurde die Syrische Republik ausgerufen. Während des Zweiten Weltkriegs besetzten die Alliierten Syrien.

Die Geschichte Syriens nach dem Zweiten Weltkrieg war hauptsächlich geprägt durch den arabisch-israelischen Konflikt. 1949 musste Syrien eine herbe Niederlage gegen den neu gegründeten Staat Israel einstecken. Syrien hatte sich den arabischen Allianzstreitkräften angeschlossen, die einen Blitz-Überfall ohne Kriegserklärung auf Israel durchführten. Damit ignorierten die Araber den UN-Beschluss, bei dem sich die Mitgliederstaaten mehrheitlich für die Gründung des Staates Israel ausgesprochen hatten. Wohl oder übel musste Syrien einem Waffenstillstandsabkommen am 20. Juli zustimmen.

 
Daraufhin glitt Syrien für über 20 Jahre in eine innere Dauerkrise ab, die mit zahlreichen Staatsstreichen einherging. Nach einem Putsch im Mai 1963 kam die Baath-Partei zum ersten Mal an die Macht, die sich jedoch weiterhin sehr uneins war.

Nach dem Sechs-Tage-Krieg gegen Israel im Juni 1967 und dem Verlust der Golanhöhen machte sich in Syrien eine allgemeine Niedergeschlagenheit breit. Aus den jahrelangen Machtkämpfen innerhalb der Baath-Partei konnte sich am 16. November 1970 schließlich Hafiz al-Assad als Sieger etablieren. Assad warf den Altpräsidenten und einige seiner Anhänger ins Gefängnis, nachdem er selbst einst aus politischen Gründen einige Zeit hinter Gittern war. 1971 ließ er sich mit 99,2 Prozent der Stimmen (ohne Gegenkandidaten) zum Staatspräsidenten wählen; im selben Jahr trat er auch das Amt des Generalsekretärs der Baath-Partei an.

Im Jom-Kippur-Krieg von 1973 schaffte es die syrische Armee, einen kleinen Teil der von Israel besetzten Golanhöhen wieder einzunehmen. Assad machte sich bald einen Namen mit der rigorosen Unterdrückung der islamistischen Opposition. Die setzte sich unter anderem mit Terroranschlägen zur Wehr. Maßgeblich verantwortlich dafür waren die Muslimbrüder. Mehrere Aufstände der Muslimbrüder wurden blutig niedergeschlagen. Es folgte eine umfangreiche Verhaftungswelle, mit der Assad die fundamentalistische Opposition endgültig zerschlug. Danach war seine Machtposition äußerst gefestigt und kaum mehr angreifbar.

 
1994 kam Assads ältester Sohn Basil al-Assad, der an seine Stelle treten sollte, bei einem Autounfall in der Nähe des Flughafens von Damaskus ums Leben. Nach dem Tod des syrischen Präsidenten wurde am 10. Juli 2000 sein zweitjüngster Sohn Baschar al-Assad zum nächsten Präsidenten bestimmt. Unter ihm begann der Damaszener Frühling, der demokratische Reformen zum Ziel hatte.

Baschar galt anfangs als weltoffen, fortschrittlicher und freiheitsliebender als sein Vater, da er unter anderem in London ausgebildet wurde und dort auch heiratete. Erstes Signal für einen neuen politischen Kurs war die Freilassung von 600 politischen Gefangenen im November 2000. Unter Baschar wurde der Bevölkerung der Zugang zum Internet gewährt. Doch immer wieder wurden auch bekannte Oppositionelle verhaftet. Im Frühjahr 2004 wurden hunderte syrische Kurden, darunter auch Kinder, bei Demonstrationen verhaftet und getötet.

Das politische System ist weitgehend auf den Präsidenten ausgerichtet. Üblicherweise wird die syrische Regierung deshalb als Diktatur und Baschar al-Assad als Diktator eingestuft

Im März 2011 begannen die ersten Proteste gegen die Regierung Assads, die sich im Laufe der Monate zu einem flächendeckenden Bürgerkrieg ausweiteten. Ohne zu zögern, setzte Assad all sein Militär gegen die Rebellen ein. Dabei wurden mehrere Massaker verübt. Für Empörung sorgten auch die mutmaßlichen Giftgasangriffe Assads auf Zivilbevölkerung in Gegenden, in denen die Rebellen das Sagen hatten. Die syrische Regierung bestritt diese Operationen vehement, doch viele Hilfsorganisationen bezeugten das Gegenteil. Seit Beginn des Krieges wurden laut UN-Angaben 400.000 Menschen umgebracht. Rund 11,6 Mio. Syrer sind innerhalb oder außerhalb Syriens auf der Flucht.

Nach einem Bericht von Human Rights Watch 2012 geht die syrische Regierung systematisch mit Folter gegen Andersdenkende vor. Angesichts des Bürgerkrieges und der verhängten wirtschaftlichen Sanktionen hat sich die Wirtschaftslage des Landes zusehends verschärft. Zuvor war Syrien durchaus ein Ferienziel: Touristische Schwerpunkte waren neben den Metropolen Damaskus und Aleppo die antike Oasenstadt Palmyra, die jedoch von IS-Kämpfern teilweise zerstört wurde.



Mit der zunehmenden Vehemenz der Revolution stieg auch die Anzahl der verwundeten Demonstranten. Diese Verwundeten waren schließlich von jeglicher medizinischer Versorgung abgeschnitten, da man Krankenhäuser schloss, in denen Rebellen versorgt wurden. Ärzte und medizinisches Personal, die Oppositionelle behandelten, wurden verhaftet oder sogar ermordet. Mit mobilen Kliniken an den Orten der Demonstrationen selbst wurde versucht, diese Versorgungslücke zu schließen – doch das medizinische Personal ist unter Lebensgefahr dort im Einsatz.

Die Lage in Syrien bleibt weiter angespannt, auch wenn Assad mittlerweile mit russischer und türkischer militärischer Unterstützung wieder die Kontrolle über einen Großteil des Landes gewonnen hat. Es gibt weiterhin Regionen, besonders in den von Kurden oder Rebellen besiedelten Gebieten, in denen noch gekämpft wird und in denen hunderttausende Zivilisten, darunter auch viele Kinder, zwischen den Fronten eingeschlossen sind.

Zusätzlich gibt es hunderte offizielle und inoffizielle Flüchtlingslager. Dort sind Menschen, die als Oppositionelle nicht wieder in ihre Heimat zurückkehren können, da ihnen Verfolgung und Haft drohen. Besonders Mütter und Kinder sind in den Lagern unbarmherzigen Bedingungen ausgesetzt. Hunger, Kälte, Gewalt und die katastrophale hygienische Situation machen es unbedingt nötig, dass Organisationen wie Gebende Hände dort Hilfsgüter hinbringen. Das wird auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe für uns sein!