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Wie hilft Gebende Hände?



In dem Flüchtlingslager Buduburam in Kasoa, Ghana, leben 43.000 Menschen unter schlimmsten Bedingungen. Buduburam ist einer der vergessensten und finstersten Orte der Erde. Das Lager wurde 1990 von der UN gegründet, um die vielen Flüchtlinge aufzunehmen, die dem grausamen Bürgerkrieg in Liberia entkommen konnten. Die UN und andere Hilfsorganisationen zogen jedoch ihre Hilfe einige Jahre später ab, nachdem der Bürgerkrieg zu Ende ging.

Doch die Flüchtlinge blieben. Das hat viele Gründe. Hauptsächlich sind in Buduburam Frauen und Kinder untergekommen. Viele Frauen mussten mit ansehen, wie ihre Männer im Bürgerkrieg massakriert worden sind. Da es sich um ethnische Auseinandersetzungen handelte, fürchten sich die Frauen, an den Ort der Massaker zurückzukehren. Wer die „falsche“ Stammeszugehörigkeit hat, dem drohen bei der Rückkehr nach Liberia immer noch Gewalt und Tod. Zudem haben die Flüchtlinge in Liberia alles verloren und könnten daher dort gar nicht mehr überleben.



 





Das Leben im Lager ist hart. Die ghanaische Regierung will ganz und gar nichts mit den Flüchtlingen zu tun haben und erteilt ihnen keine Arbeitserlaubnis. Daher mangelt es an Beschäftigung und Geld. Zudem können die Frauen selten eine Ausbildung vorweisen. Um sich irgendwie etwas Geld zu verdienen, landen viele in der Prostitution. Die Kriminalität im Lager ist groß. Für die heranwachsenden Jugendlichen gibt es kaum Bildungsmöglichkeiten. Es gibt im Lager zwar Schulen, aber sie vermitteln nur Grundkenntnisse. Weiterbildung gibt es nicht. Die Selbstmordrate in Buduburam ist hoch, denn viele werden von Hoffnungslosigkeit übermannt.

Die Menschen im Lager sind völlig auf Hilfe von außen angewiesen. Die Regierung in Ghana leistet keinerlei Unterstützung und hält die Flüchtlinge wie in einem Ghetto. Da sich viele Hilfsorganisationen zurückgezogen haben, herrscht in Buduburam furchtbarer Mangel. Zuerst einmal fehlt es an Nahrungsmitteln. Dann gibt es kein sauberes Wasser und kaum sanitäre Anlagen. Die hygienischen Bedingungen sind daher katastrophal. Durchfall-Erkrankungen und Wurminfektionen sind an der Tagesordnung.

Mehr als 2.000 Kinder starben jedes Jahr an Malaria oder anderen behandelbaren Krankheiten. Schwangere Frauen hatten in dem Lager bislang keinerlei Chance auf eine medizinische Betreuung oder eine Geburt unter hygienischen Bedingungen. Durchfallerkrankungen, die ebenfalls leicht behandelbar sind, haben bei Kindern oft zum Tod geführt. Dass alles bewog unseren Projektleiter George B.,  2018 mit dem Bau einer dem Flüchtlingslager angeschlossenen, eigenen Klinik zu beginnen. Mithilfe der Unterstützung unserer Spender entstand die sogenannte „Rod-Klinik“.

Der Bedarf der über 40.000 Menschen dort war so groß, dass die Klinik schon nach Fertigstellung des Erdgeschosses die Arbeit aufnahm. Gerade richtig, denn dann begann die Zeit der Covid-19-Pandemie. Die Klinik lief daher schnell auf Hochtouren. Mit Zustimmung der Regierung wurde beschlossen, den Bau stückweise abzuschließen. Der gesamte Bau mit seinem zweiten Stockwerk soll bis Ende 2022 fertiggestellt werden.

Die Hilfe von Gebende Hände setzt an vielen Stellen an. Wir unterstützen das Flüchtlingslager mit Nahrungsmittelhilfe, koordiniert durch unseren Projektleiter George B. vor Ort. Zudem wurden Wassertanks aufgestellt und die Wasserversorgung verbessert, so dass ein Teil des Camps über sanitäre Einrichtungen und sauberes Wasser verfügt. Auch verschifft Gebende Hände immer wieder Container mit Hilfsgütern, vor allem mit Nahrungsmitteln und Medikamenten. Mit der Hilfe unserer Spender haben wir den Bau der Klinik vorangebracht. Die Hilfe von Gebende Hände ist als ein Langzeit-Projekt angelegt.