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Somalia: Holländische Marine rettet deutsches Schiff

Meldung vom 06.04.2010

Nur sehr knapp konnte ein deutsches Schiff dem Angriff von Piraten vor Somalia entkommen. Seine Rettung verdankt das deutsche Containerschiff „MS Taipan“ dem mutigen Einsatz der niederländischen Marine. Bei einer spektakulären Militäraktion vertrieben die Niederländer mit Gewalt die somalischen Piraten, die das deutsche Containerschiff „MS Taipan“ bereits geentert hatten.

Etwa 500 Seelmeilen östlich der somalischen Küste wurde das Schiff auf dem Weg von der kenianischen Hafenstadt Mombasa nach Dschibuti von Piraten attackiert. Dies gab ein Sprecher der EU-Marinemission Atalanta bekannt. Als klar gewesen sei, dass das Schiff den Booten der Seeräuber nicht entrinnen konnte und die Piraten die Taipan entern würden, habe sich die Besatzung nach den Atalanta-Ratschlägen gerichtet und alle Maschinen gestoppt, um das Schiff manövrierunfähig zu machen, erklärte er. Gleichzeitig habe die Mannschaft die im Golf von Aden patrouillierenden Kriegsschiffe zur Hilfe gerufen, ehe sie sich in einem Sicherheitsraum des Schiffes verbarrikadierte.

Das niederländische Marineschiff Tromp, das in nächster Nähe patrouillierte, versuchte zunächst, mit den Piraten zu verhandeln. Da die Piraten aber keine Bereitschaft zum Einlenken zeigten, entschloss sich die Einsatzleitung zur gewaltsamen Befreiung des Schiffes. Eine solche Kommandoaktion birgt ein hohes Risiko und wurde wohl nur deshalb durchgeführt, weil sich die Besatzung in einen Sicherheitsraum zurückziehen konnte.

Bei Schusswechseln mit den Piraten erlitt ein holländischer Marinesoldat Verletzungen, teilte das Verteidigungsministerium in Den Haag mit. Ein Team der niederländischen Fregatte seilte sich auf das Containerschiff ab und konnte das Schiff aus der Hand der Piraten befreien. Bei dem Einsatz wurden zehn Piraten festgenommen. Die 15-köpfige Mannschaft der Taipan, unter ihnen zwei Deutsche, kam nicht zu Schaden.

Erst am Osterwochenende gelang es somalischen Piraten im Indischen Ozean, einen südkoreanischen Öltanker zu kapern. Ein Kriegsschiff der südkoreanischen Marine hat sich Medienberichten zufolge auf die Spur des Schiffes gemacht.

Indessen weigert sich die kenianische Regierung, in Zukunft weitere mutmaßliche Piraten aufzunehmen, um ihnen den Prozess zu machen. In den vergangenen Wochen hatte das Land bereits die Aufnahme einiger Verdächtiger abgewiesen. Außenminister Moses Wetangula erklärte in Nairobi, Kenia habe nicht vor, die ganze Last der Verfahren alleine zu tragen. Die internationale Gemeinschaft habe die dafür versprochenen Hilfsleistungen bisher nicht in die Tat umgesetzt.

Kenia hat mit mehreren Ländern, darunter auch mit den EU-Staaten, Abmachungen getroffen, nach denen Verdächtige, die am Horn von Afrika festgenommen werden, in der Hafenstadt Mombasa inhaftiert und vor Gericht gestellt werden. Im Gegenzug wurde Kenia Unterstützung beim Aufbau seiner Justiz-Kapazitäten zugesagt. Die Regierung in Nairobi zieht nun in Betracht, diese Vereinbarung zu kündigen.

Vor Somalia sind mehrere internationale Kriegsschiffe, darunter auch die deutsche Marine, stationiert. Somalia kann seine Gewässer nicht selbst überwachen, weil es keinen funktionierenden Staat gibt. Viele Länder, die ihre Marine ans Horn von Afrika geschickt haben, haben abgelehnt, die Piraterie-Prozesse in ihrem eigenen Land zu führen; dazu zählt bisher auch Deutschland. Der Auslagerung der Verfahren nach Kenia begegnen die Juristen allerdings mit Skepsis. Derzeit sitzen in Mombasa 100 Somalier im Gefängnis, die teilweise bereits zu Gefängnisstrafen verurteilt worden sind.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Zeit Online“, zeit.de

Schlagwörter: Somalia, Piraterie, Piraten, Containerschiff, MS Taipan, Marine, Niederländer, Befreiung, Sicherheitsraum, Fregatte, Mannschaft, Besatzung, kenianische Regierung, Prozess, Verfahren, Moses Wetangula, Nairobi, Mombasa, Gefängnis, Justiz, Vereinbarung, Horn von Afrika