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Ugandas Rebellen ziehen wieder in den Krieg

Meldung vom 08.06.2008

Die ugandische Rebellenbewegung LRA (Lords Resistance Army), berüchtigt für ihre brutalen Kindesentführungen, zieht nach zwei Jahren vergeblicher Friedensbemühungen wieder in den Krieg. Diesmal ist aber nicht Uganda Ziel ihrer kriegerischen Aktivitäten, sondern der Sudan sowie die Demokratische Republik Kongo.

LRA-Kämpfer aus dem Kongo überquerten vergangene Woche die Grenze in den Südsudan und überfielen ein Armeelager der dort als Autonomieregierung herrschenden ehemaligen Südsudan-Befreiungsbewegung SPLA (Sudanesische Volksbefreiungsarmee). Bei dem Angriff auf Nabanga seien 23 Menschen getötet worden, erklärte die südsudanesische Autonomieregierung. „Die LRA hat einen Krieg begonnen“, so SPLA-Informationsminister Gabriel Changson Chang und warnte: „Südsudan wird nicht der Ort sein, wo sie diesen Krieg führen können.“

Zwanzig Jahre lang ist die LRA unter Führung des ehemaligen Priesters Joseph Kony im Norden Ugandas zu kriegerischen Ausschreitungen ausgezogen. Unterstützt wurde sie dabei von der Regierung des Sudan. Nach dem Friedensschluss für Südsudan 2005, der dem Südsudan Autonomie unter SPLA-Führung zugestand, stimmte die LRA Friedensgesprächen zu. Sie schloss 2006 einen Waffenstillstand mit Ugandas Regierung und zog ihre Kämpfer in den Kongo zurück.

Am 10. April 2008 kam die Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwischen Ugandas Regierung und LRA nicht zustande, den die Südsudan-Autonomieregierung vermittelt hatte: Kony ließ sich zur Unterzeichnungszeremonie nicht blicken und empfing auch keine Vermittler. Kony hatte seinen Vertreter Vize Vincent Otti, der die Friedensgespräche geführt hatte, umbringen lassen.

Die LRA ist seitdem bestrebt, ihre Kontrolle über Teile Nordostkongos auszuweiten und hat nach südsudanesischen Angaben tausende kongolesische Kämpfer rekrutiert. Außerdem soll sie Versorgungswege in die Zentralafrikanische Republik ausgebaut haben, wo sie Dörfer überfallen habe und Kontakte zu zentralafrikanischen und tschadischen Rebellen hergestellt habe. Diese erhielten ebenso Unterstützung von Sudans Regierung wie die LRA, als sie noch in Uganda kämpfte.

Laut Angaben von Beobachtern erhalte die LRA wieder Waffen von Sudans Regierung. Vor dem Hintergrund eines drohenden Zusammenbruchs des Friedens im Sudan, wo die Regierung und SPLA sich in jüngster Zeit schwere Kämpfe lieferten, erweist sich die LRA erneut als ein guter Verbündeter für Sudans Regierung gegen die SPLA im Südsudan. Die neuen Angriffe der LRA steigern das regionale Kriegsrisiko.

Am Dienstag letzter Woche trafen die Armeen Ugandas, Südsudans und Kongos eine Vereinbarung, gemeinsam militärisch gegen die LRA vorzugehen. Dieses Unternehmen soll die UN-Mission im Kongo (Monuc) unterstützen.

Der Plan gemeinsamer Militärschläge wird von der US-Regierung unterstützt. Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat sich für ein international koordiniertes Vorgehen gegen die LRA ausgesprochen und daran erinnert, dass Kony und seine Mitstreiter vom Internationalen Strafgerichtshof mit Haftbefehl gesucht werden.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de