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Rumänien: Endlich keine Schlaglöcher mehr – 21 Kilometer neue Autobahn

Meldung vom 02.08.2011

Schlechte, völlig überlastete Straßen, Schlaglöcher, staubige Wege, Pferdewagen – so ist das gängige Bild in den westlichen Medien von Rumäniens Infrastruktur. Doch langsam verändert sich auch hier etwas. Rumänien hat gerade einen 21 km langen Abschnitt der neuen „Sonnenautobahn“ für den Verkehr freigegeben. Rumäniens Verkehrsministerin Anca Boagiu und Premier Emil Boc haben den Abschnitt der A2 eröffnet.

Die gesamte Autobahn soll bis 2013 fertig gestellt sein und die Hauptstadt Bukarest mit Constanta (Konstanza) an der Schwarzmeerküste verbinden. Obwohl vorerst nur eine Fahrspur befahrbar ist und erst im September alle vier Spuren zur Verfügung stehen, wurde die Neueröffnung von den rumänischen Medien und vor allem von den Bukarestern gelobt.

In den letzten zwei Jahren seien unter seiner Regierung insgesamt rund 100 Kilometer Autobahn entstanden, hob Premierminister Boc hervor. Die Vorgängerregierung habe hingegen in vier Jahren nur 5 km zustande gebracht. Verkehrsministerin Boagiu versprach bis zum Jahr 2015 insgesamt 845 neue Autobahnkilometer, für die bereits Bauaufträge mit einem Gesamtvolumen von 5 Mrd. Euro erteilt worden seien.

Derzeit werden an etwa 250 Kilometern Autobahn in der Nähe der westlichen Grenzpunkte Nadlac und Bors, an der „Sonnenautobahn“ sowie an der Verbindung zwischen Bukarest und dem etwa 60 Kilometer nördlich gelegenen Ploiesti gebaut. Für weitere 200 Kilometer seien Verträge bereits unterschrieben worden oder kurz vor der Vergabe.

Das Wirtschaftsmagazin Capital geht davon aus, dass Rumänien 2.000 Kilometer Autobahnen benötigte, „um auf die Landkarte der westlichen Länder“ zu kommen. Die Ende Oktober von der staatlichen Verkehrsagentur CNADR durchgeführte Verkehrszählung führte zu dem Ergebnis, dass Rumänien zusätzlich 1.200 Autobahnkilometer benötigen würde, da derzeit auf 600 km Schnellstraßen der höchstzugelassene Grenzwert von 16.000 Fahrzeugen pro Tag überschritten werde.

Künftig sollen in Rumänien drei Hauptverkehrsadern verlaufen: Im Süden eine Autobahnverbindung von Constanta über Bukarest, Sibiu, Timisoara (Temesvar) und Arad nach Ungarn; weiter nördlich eine Verbindung zwischen der Region Moldau im Osten nach Oradea im Westen und dazwischen die U-förmige Verbindung zwischen der Südmoldau und Südsiebenbürgen mit Verbindung zur Hauptstadt Bukarest.

Obwohl Rumänien gerade bei der Verkehrsinfrastruktur einen besonders großen Rückstand gegenüber anderen EU-Staaten aufweist, werden die EU-Förderungen in diesem Bereich nicht ausreichend angezapft. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die bürokratische Verklausulierung der Förderanträge so kompliziert ist. Bis 2013 dürfte Rumänien eigentlich 5,7 Mrd. Euro aus EU-Fördertöpfen für seine Infrastruktur in Anspruch nehmen. Tatsächlich wurden bis Mai 2011 nur 47 Mio. Euro davon verbraucht, also weniger als 1 Prozent. Dazu kommen bereits unterzeichnete Verträge im Wert von 836 Mio. Euro, was nur rund 15 Prozent der verfügbaren Subventionssumme ausmacht.

Mit nur 313,5 Kilometern Autobahn rangiert das 21-Millionen-Land Rumänien weit hinter dem EU-Durchschnitt von knapp 130 Kilometern pro Million Einwohner. Österreich hat im Vergleich dazu mit nur einem Drittel der Landesfläche ein Autobahnnetz von mehr als 1.700 Kilometern.

Korruption, mangelhafte Planung und ein schwacher politischer Wille, das Land mit Westeuropa zu verknüpfen, haben in den zwei Jahrzehnten nach der politischen Wende den Ausbau des Autobahnnetzes verschleppt.

Ein typisches Anzeichen für die Misswirtschaft war der Autobahn-Skandal um die „Transilvania“-Autobahn, deren Bau 2004 in die Wege geleitet, jedoch immer wieder stillgelegt wurde. Laut Boagiu gehörten „jene, die den Vertrag unterzeichneten, eher zu den Feinden des Staates“. Obwohl die bereits um ein Jahr verlängerte Frist zur Fertigstellung 2013 abläuft, sind derzeit von den insgesamt 415 Kilometern nur etwas mehr als 50 vollendet. Die Kosten betragen 1,2 Milliarden Euro, wobei der Gesamtvertrag auf 2,2 Milliarden festgelegt wurde.

Nachdem aufgedeckt wurde, dass der Preis für einen Autobahnkilometer bis zu 30 Millionen Euro betrug, wobei die Durchschnittspreise bei sieben Millionen Euro liegen, übte die Ministerin Druck aus, um den Vertrag mit dem amerikanischen Baukonzern Bechtel neu zu verhandeln. Dabei wollte sie Kostenstandards festlegen. Gegen die Auszahlung eines Teils der insgesamt 150 Millionen Euro betragenden staatlichen Schulden an Bechtel sollen die Kilometerkosten auf etwa die Hälfte verringert werden.–




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Der Standard“, derStandard.at

Schlagwörter: Rumänien, Autobahn, A2, Sonnenautobahn, Misswirtschaft, EU, Infrastruktur, Schwarzmeer, Constanta, Bukarest, Autobahnkilometer, Hauptverkehrsader, Anca Boagiu, Emil Boc, Verkehr, Schnellstraßen, Korruption, Baukonzern, Transilvania-Autobahn