Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Sudan: Präsident des Völkermords angeklagt

Meldung vom 14.07.2008

Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) in Den Haag bezichtigt den sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Baschir des Völkermords und zahlreicher Kriegsverbrechen in der Provinz Darfur.

Chefankläger Luis Moreno-Ocampo beantragte einen internationalen Haftbefehl gegen Baschir. Der sudanesische Präsident soll für den Mord an 35.000 Menschen verantwortlich gemacht werden. Der noch junge Strafgerichtshof in Den Haag prozessiert damit zum ersten Mal gegen einen amtierenden Staatschef.

Der Schritt fand bei der Bundesregierung und den Menschenrechtsorganisationen Zustimmung. Dagegen nahm die Regierung in Khartum die Ankündigung aus Den Haag nicht ernst und tat sie als bedeutungslos ab. Die Arabische Liga berief ein Krisentreffen für Samstag ein. Die Afrikanische Union appellierte an den Gerichtshof, seine Entscheidung zu überdenken und empfahl, keinen Haftbefehl gegen Baschir zu erlassen.

Die USA verschärfen derzeit die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Botschaft in Khartum, weil sie um ihre Mitarbeiter im Sudan besorgt sind. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich besorgt um die Sicherheit der Blauhelmsoldaten und Hilfsmitarbeiter vor Ort.

„Baschir vollzieht diesen Völkermord ohne Gaskammern, ohne Kugeln, ohne Macheten. Es ist ein Völkermord durch Zermürbung“, erklärte Moreno-Ocampo auf einer Pressekonferenz. Der Anklage lägen Beweise vor, wonach Baschir nicht nur der Mord an 35.000 Menschen angehängt werden könne. Auch etwa 2,5 Millionen Menschen mussten aus ihrer Heimat fliehen und wurden damit systematisch zu Opfern von Hunger und Furcht gemacht.

Außerdem wird Baschir vorgeworfen, die Vergewaltigung unzähliger Frauen als strategische Waffe eingesetzt zu haben, um Dorfgemeinschaften langfristig zu vernichten. Baschir wird daher auch der Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.

Die sudanesische Regierung erkenne die Autorität des ICC nicht an, so ein Sprecher des sudanesischen Außenministeriums. Eine Anklage gegen den Präsidenten vor dem Gerichtshof finde daher keinerlei Beachtung. Damit ist kaum zu erwarten, dass der Sudan seinen Präsidenten tatsächlich ausliefern wird. Allerdings sprach sich auch die Opposition im Sudan gegen die Anklage aus, weil dadurch der ohnehin mühsame Friedensprozess weiterhin ins Stocken gerät. Auch einige westliche Diplomaten teilen diese Ansicht.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Reuters“, reuters.com