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Afghanistan: Eis essen in Herat

Meldung vom 20.08.2012

Anschläge in Afghanistan und militärische Aktionen stehen im Mittelpunkt des Medieninteresses. Doch die kleinen Fortschritte und Errungenschaften, die es in dem Land auch gibt, bleiben oft im Verborgenen. Seit 2003 gibt es in Afghanistan Eis und selbst die Aufständischen scheinen sich ab und zu eine Portion davon zu gönnen.

Die ersten Takte des Celine-Dion Megahits „My Heart Will Go On“ aus dem Film „Titanic“ dröhnen scheppernd durch die staubigen Straßen der afghanischen Stadt Herat. Doch hier kündigt der Popsong nicht den Untergang eines Kreuzfahrtschiffes an, sondern die Ankunft des Eismannes.

Herat ist der Standort von Herat Ice Cream,
dem afghanischen Marktführer. „Jeder mag Eiscreme. Sogar die Taliban essen gerne Eis“, weiß Firmengründer Fasl Ahmad. Ins Leben gerufen im Jahr 2003 mit einem Budget von einer halben Million Dollar (etwa 400.000 Euro) stellt der Betrieb heute über 30 Produkte her – unter anderem Eiscreme, Joghurt und Schokoriegel. Der Umsatz im Vorjahr belief sich auf rund 5 Millionen Dollar.

Ahmads Eisverkäufer fahren in allen 34 Provinzen Afghanistans herum – auch im gefährlichen Süden und Osten. Die Gewalt der Taliban-Rebellen hält den Unternehmer nicht zurück. Ihn bedrängen eher andere Sorgen: nicht genug Geld, um den Betrieb zu erweitern, Korruption und iranisches Eiscreme-Dumping.

Die Konkurrenz von iranischen Herstellern übe starken Druck aus, so Ahmad. „Sie wollen unseren Markt. Wir brauchen viel Kapital, um ihr Preis-Dumping zu verhindern“, ärgert er sich. Sein Eis koste 10 Afghanis (umgerechnet etwa 17 Cent), die iranische Konkurrenz veräußere ihre Produkte für etwa die Hälfte. Ein Verlustgeschäft, stellt er fest, aber: „Sie wollen den Markt kontrollieren“. Dafür nehmen die Iraner auch in Kauf, Eis über die kaum kontrollierte Grenze nach Afghanistan zu schmuggeln, wie Ahmad sagt.

In seiner Fabrik in Herat produzieren 200 Männer und Frauen etwa 30 Tonnen Eiscreme pro Tag. 15 Tonnen frische Milch werden dafür verwendet. Damit ist Herat Ice Cream ein wichtiger Abnehmer und Arbeitgeber für die Bauern in der Umgebung, auch wenn der Hersteller zusätzlich Milchpulver aus den Niederlanden einführen muss. „Frische Milch ist besser“, erklärt Ahmad.

In den Wintermonaten liegt die Produktion für drei Monate brach. Es gibt nicht genug Kühlhäuser. „Wir müssen die Arbeiter bezahlen, auch wenn sie zu Hause sitzen“, klagt der Firmenchef. Deswegen arbeite er an Bauplänen für ein Kühlhaus. Doch für einen Ausbau hat er noch nicht die Finanzen.

Afghanische Betriebe, die nicht im militärischen Bereich oder im Baugewerbe aktiv sind, haben Mühe, Unterstützung zu bekommen. Ahmad baut nun auf ausländische Investoren. Die weit verbreitete Korruption ist eine weitere Hürde: „Wir brauchen sehr viel Strom und müssen die Behörden bestechen, damit wir genügend Strom für die Produktion haben.“ Trotz all seiner Sorgen ist Ahmad positiv eingestellt.

Seine Kunden bestätigen sein Konzept. Er verkaufe etwa 300 Portionen Eis am Tag, bestätigt ein Verkäufer von Herat Ice Cream in der Hauptstadt Kabul. „Es ist ein heißer Sommer. Wer mag da kein Eis?“ Zu seinen Lieblingsabnehmern zählen Schüler und Polizisten, fügt der Mann hinzu.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Zeit Online“, zeit.de

Schlagwörter: Afghanistan, Herat, Eis, Eiscreme, Herat Ice Cream, Produktion, Taliban, Eis essen, Kühlhäuser, Strom, Umsatz, Investoren, Iran, Dumping, Eisverkäufer, Korruption