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Afghanistan: Ärztin der Armen wird alternativer Nobelpreis verliehen

 
Meldung vom 28.09.2012

Die afghanische Ärztin und Politikerin Sima Samar erhält dieses Jahr den Alternativen Nobelpreis für ihren Einsatz für Menschenrechte und die Rechte von Frauen in Afghanistan. Auch die britische „Kampagne gegen Waffenhandel“ sowie der „Großvater“ der türkischen Umweltschutzbewegung wurden gewürdigt.

Die Ärztin und Politikerin Sima Samar wird geehrt für ihren „Mut und ihre Entschlossenheit (...) in einer der instabilsten Regionen der Welt“. Sie zählt auch zu der Auswahl an Favoriten beim Friedensnobelpreis, der in zwei Wochen in Oslo verliehen wird. Die 55-Jährige gründete 1989 die Hilfsorganisation Shuhada, die in Afghanistan Arztpraxen, Krankenhäuser sowie auch Schulen unterhält. Samar bekleidete nach der Rückkehr aus dem pakistanischem Exil von 2001 bis 2002 das Amt der ersten Frauenministerin ihres Landes. Sie führte danach die von ihr gegründete unabhängige Menschenrechtskommission (AIHRC) in Kabul.

Samar reagierte in einer Erklärung für die Stockholmer Preisstiftung mit Bescheidenheit auf die Auszeichnung: „Ich muss sagen, dass ich nach meiner eigenen Überzeugung nichts Besonderes geleistet habe. Aber die Umgebung, in der ich arbeite, ist schon außerordentlich schwierig.“ Ganz vorne auf ihrer Prioritätenliste in Afghanistan stehen Schulen und Ausbildung als „Schlüssel zu einer gedeihenden Gesellschaft mit weniger Armut und Respekt vor den Menschenrechten“.

Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 unabhängig von und als provokatives Gegenstück zu den traditionellen Nobelpreisen vergeben. Eine der drei mit je 50.000 Euro dotierten Auszeichnungen dieses Jahres erhielt der US-Politikwissenschaftler Gene Sharp (84), den Gründer der „Albert-Einstein-Institution“ zum Studium gewaltfreien Handelns. In der Begründung hieß es, Sharp werde gewürdigt „für die Entwicklung und Verbreitung der Prinzipien und Strategien des gewaltlosen Widerstandes und seine aktive Unterstützung für deren praktische Umsetzung in Konfliktsituationen weltweit“.

Ebenfalls geehrt wird die Britische Kampagne gegen Waffenhandel (CAAT) für „ihren innovativen und effektiven Widerstand gegen den globalen Waffenhandel“. Der nicht dotierte Ehrenpreis geht an den als „Großvater“ der türkischen Umweltschutzbewegung geltenden Hayrettin Karaca. Über den 90-Jährigen wurde mitgeteilt, Karaca bekomme die Auszeichnung „für sein lebenslanges Eintreten für den Schutz der Natur, das den eigenen unternehmerischen Erfolg mit dem erfolgreichen Einsatz für die Umwelt verbindet“.

Ole von Uexküll, Direktor der Stiftung Right Livelihood Award, kommentierte die Auswahl der diesjährigen Preisträger, sie würden die „Grundbedingungen für globalen Frieden und Sicherheit“ widerspiegeln: „Effektiver gewaltloser Widerstand sowie die Erkenntnis, dass die Waffenindustrie Teil des Problems ist, Menschen- und insbesondere Frauenrechte und die Bewahrung unserer ökologischen Ressourcen.“ Übergeben werden die vier Auszeichnungen am 7. Dezember im Reichstag in Schweden.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Focus Online“, focus.de

Schlagwörter: Afghanistan, Sima Samar, Ärztin, Alternativer Nobelpreis, Nobelpreis, Menschenrechte, Frauenrechte, Frauenministerin, Kabul, Krankenhäuser, Ärztin der Armen