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Afghanistan: Harter Winter für Flüchtlinge

Meldung vom 31.01.2013

In Kabul gibt es alleine 50 Flüchtlingslager. Die Hütten bestehen dort oft nur aus aufeinandergetürmtem Müll – und das in einem Land, in dem im Winter eiskalte Temperaturen herrschen. Hilfsorganisationen bemühen sich, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen, ihre Arbeit wird aber durch eine „Afghanistan-Müdigkeit“ bei den Spenden beeinträchtigt.

Helmand, die Provinz, aus der Tofan stammt, ist die unsicherste in ganz Afghanistan. Der 55-Jährige ist daher nach Kabul gekommen, um dem Tod zu entrinnen. Doch „Leben“ kann man das auch nicht nennen, was er nun in der Hauptstadt über sich ergehen lassen muss. „Wir fristen ein schreckliches Dasein hier“, gibt er zu. „Schauen Sie sich doch meine Hütte an: Da steht das Wasser bis zu den Knien, die Fenster sind zerstört, es ist ein einziges Chaos. Wir bitten alle, auch Minister und den Präsidenten, uns irgendwie zu helfen. Wenn sie das nicht tun, werden wir hier alle sterben.“

Tofan konnte vor den Taliban, dem Terror und dem Krieg in Helmand fliehen. Aber das Elend haftet ihm weiter an. In einem der erbarmungswürdigsten Viertel Kabuls ist er gestrandet. Zusammen mit seiner Frau und seinen zwölf Kindern. Da, wo sich Tausende andere Flüchtlinge auch versammelt haben.

„Viele Leute haben Hütten, die nur aus Plastik, aus Müll zusammengebaut worden sind“, beschreibt der Landeskoordinator für die Welthungerhilfe in Afghanistan, Klaus Lohmann, die Situation. „Es gibt keine Wasserversorgung dort, keine Stromversorgung. Die Leute können also nicht einfach mal ein Heizgerät anschließen.“ Allein in Kabul müssen etwa 50.000 Menschen in diesen Notunterkünften hausen. Lohmann bezeichnet sie auch als „Slums“.

Wer so lebt wie Tofan und seine Kinder hat allen Grund zur Besorgnis. Der brutale afghanische Winter könnte für sie den Tod bedeuten. Schon Mitte Dezember sinken die Temperaturen auch in Kabul nachts weit unter Null Grad. Schnee, Eis und der Hunger – eine tödliche Mischung.

„Ich habe für den ganzen Winter nur einen Sack Kohle und vier Decken, die uns der für Flüchtlinge zuständige Minister hat zukommen lassen“, berichtet Tofan. „Auch die Deutschen unterstützen uns, das stimmt. Täten sie das nicht, würden wir bei diesem Wetter sterben.“

Nicht weniger als zwei Millionen Menschen in ganz Afghanistan sind nach Einschätzung der Hilfsorganisationen diesen Winter gefährdet. Gebende Hände setzt sich für Bewohner der Bergdörfer ein und transportiert jedes Jahr Lebensmittel, Kochutensilien, Zeltplanen und warme Kleidung in die entlegene Gegend. Das Nothilfe-Koordinationsbüro der Vereinten Nationen ist besorgt darüber, dass die Spendenbereitschaft im Ausland bislang nur schleppend ist. Dabei sei eine gewisse Afghanistan-Müdigkeit zu verzeichnen. Hinzu kommt, dass das Land mit dem Abzug der internationalen Truppen ganz aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwinden könnte.

Die Winter in Afghanistan aber werden auch nach dem Abzug 2014 nicht weniger lebensbedrohlich sein und die Probleme werden dann eher zunehmen als abnehmen. Was zur Folge hat: mehr als je zuvor werden die Menschen dann wahlweise dem Terror oder der Natur zum Opfer fallen – oder sogar beidem.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Afghanistan, Winter, Flüchtlinge, Flüchtlingslager, Frost, Eis, Schnee, Slums, Kabul, Terror, Hilfsorganisationen, Abzug, 2014