Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Indien: Neues Gesetz schützt Frauen am Arbeitsplatz

Meldung vom 01.03.2013

Frauenrechtlerinnen in Indien sind erleichtert: „Wir kämpfen seit einem Jahrzehnt dafür“. Gemeint ist das neue Gesetz, das Frauen in Indien zukünftig vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz schützen soll. Manche Männer fühlen sich durch die zunehmenden Maßnahmen der indischen Regierung zum Schutz von Frauen diskriminiert.

Ein Lehrer drängt seinen Schülerinnen obszöne Handyfotos auf, Studentinnen werden von ihrem Professor unsittlich berührt, zwei Männer machen auf der Straße Bemerkungen über ein Mädchen, das auf seinem Moped an der Ampel steht: Sexuelle Belästigung gehört in Indien zur Gewohnheit. Nun werden zunehmend auch Fälle von sexueller Belästigung in den Zeitungen angeprangert.

Während Vergewaltigung in Indien zweifellos eine Straftat ist und das entsprechende Gesetz nach der Gruppenvergewaltigung noch einmal verschärft wurde, gab es für sexuelle Belästigung bisher kein Gesetz – bislang kam dieser Straftatbestand nicht vor. Aktivistinnen verlangen schon seit langem Gesetze, die Frauen besser vor Übergriffen bewahren.

Nun sind sie einen großen Schritt vorangekommen: Das Oberhaus des indischen Parlaments verabschiedete ein Gesetz, das es Frauen leichter ermöglichen soll, sich gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zur Wehr zu setzen. Erstmals wird darin gesetzlich festgelegt, was sexuelle Belästigung überhaupt ist: Unter anderem, wenn männliche Kollegen sexuelle Gefälligkeiten einfordern oder Kolleginnen gegen deren Willen berühren.

Vor allem die Arbeitgeber müssen neue Pflichten erfüllen. Sie müssen zukünftig interne Untersuchungskommissionen gründen, an die sich betroffene Frauen wenden können. Die Untersuchung eines Falls muss nach 90 Tagen beendet sein, der Arbeitgeber ist verpflichtet, anschließend innerhalb von 60 Tagen aktiv zu werden. Bei einem Versäumnis ist mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Rupien, umgerechnet 705 Euro, zu rechnen. Wenn sich ein Arbeitgeber immer wieder gegen die Umsetzung des Gesetzes stellt, kann ihm die Lizenz entzogen werden.

Wie das Gesetz in der Praxis künftig umgesetzt wird, wird sich erst zeigen müssen. Aktivistinnen wie Dipali Sharma sind erst einmal erleichtert, dass es überhaupt verabschiedet wurde. „Wir kämpfen seit einem Jahrzehnt dafür. Es ist ein großer Fortschritt“, betont die Mitarbeiterin von Action Aid, einer Organisation, die auch für Frauenrechte kämpft.

Doch auch Kritik an den neuen Gesetzen wurde laut. Anwälte kritisieren, dass das Gesetz nur für Frauen als Opfer von sexueller Belästigung gilt. „Es kommt durchaus vor, dass Männer von anderen Männern belästigt werden“, erklärte ein Jurist. Dipali Sharma kontert: „In einer höchst patriarchalischen Gesellschaft, die sich gegen Frauen richtet, muss es eine positive Diskriminierung zu deren Gunsten geben.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Süddeutsche Zeitung“, sueddeutsche.de

Schlagwörter: Indien, Gesetz, Diskriminierung, sexuell, Belästigung, Frauenrechte, Frauenrechtlerinnnen, Arbeitsplatz, Justiz, Regelung