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Afghanistan: Bundeswehr-Helfer wird Asyl gewährt

Meldung vom 20.04.2013

Ohne einheimische Übersetzer, Führer und Handwerker wäre die Bundeswehr in Afghanistan kaum ausgekommen. Nach dem Abzug der deutschen Soldaten schweben viele dieser sogenannten Ortskräfte in großer Gefahr: Sie werden als Verräter gesehen. Dem ersten dieser Männer wurde nun Asyl in Deutschland gewährt.

Um die Frage nach Schutz von Ortskräften ist eine heiße Debatte entbrannt. Nun hat die Bundesregierung nach dem weitgehenden Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan erstmals einem bedrohten Afghanen Asyl versprochen. „Ein erster Fall ist positiv beschieden worden“, wurde aus Berliner Regierungskreisen verlautet. Die Anzahl solcher Fälle, die derzeit geklärt würden, liege „im niedrigen zweistelligen Bereich“. Insgesamt sind beim Bundesverteidigungs- und das Bundesinnenministerium sowie beim Auswärtigen Amt rund 1.500 afghanische Ortskräfte angestellt. Sie arbeiten als Übersetzer, Handwerker und Reinigungskräfte. Rund 450 davon sind Übersetzer bei der Bundeswehr.

Viele Ortskräfte sind in Sorge, nach dem weitgehenden Abzug der Bundeswehr bis Ende 2014 von den Taliban als Kollaborateure hingerichtet zu werden. Aus Regierungskreisen wurde gemeldet, jeder Antrag einer Ortskraft, die um ihr Leben bangt, werde einzeln und gewissenhaft geprüft: „Jeder kann sich bei seiner Dienststelle melden.“ In diesen Tagen werde ein Faltblatt publik gemacht, das die Ortskräfte schriftlich auf ihre Möglichkeiten aufmerksam mache. Federführend sei das Bundesinnenministerium, das auf Basis von Einschätzung der jeweiligen Dienststellen in Afghanistan eine Entscheidung treffe.

Aus der Bundesregierung wurde zudem gemeldet, die betroffenen Ministerien hätten einen neuen Weiterbildungsfonds ins Leben gerufen. Mit dem „großzügig angelegten“ Budget könne Ortskräften in Afghanistan auf Antrag eine berufliche Fortbildung oder auch ein Universitäts-studium angeboten werden. Damit sollen die Fachkräfte zum Dableiben bewegt werden. Außerdem sei eine Datenbank mit Profilen von Ortskräften zur Weitervermittlung etwa an die staatliche Entwicklungsorganisation GIZ eingerichtet worden. Sie wird ihre Arbeit in Afghanistan nach 2014 weitgehend unverändert weiterführen.

Die Bundesregierung gab bekannt, die Ängste der Ortskräfte würden ernst genommen. Das Risiko im relativ ruhigen Einsatzgebiet der Bundeswehr in Nordafghanistan sei aber ein anderes als im umkämpften Süden. Seit Beginn des Einsatzes vor gut elf Jahren sei keine deutsche Ortskraft umgebracht worden. Eine Ortskraft sei mit einer Schusswunde verletzt worden. Dagegen wurden etwa bei den Briten in Südafghanistan dem Vernehmen nach etwa 20 Ortskräfte ermordet.

Aus den Berliner Regierungskreisen ließ man auch durchblicken, alle Ortskräfte nach Deutschland einreisen zu lassen, könnte „ein falsches Signal“ nach Afghanistan abgeben. Es geht dabei oft um hoch qualifizierte Arbeitskräfte, die dringend in Afghanistan benötigt würden. Die afghanische Regierung und das Oberhaus des Parlaments (Meschrano Dschirga) hätten den Wunsch ausgedrückt, dass Deutschland nicht alle Ortskräfte aus dem Land abziehe.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „n-tv“, n-tv.de

Schlagwörter: Afghanistan, Bundeswehr-Helfer, Asyl, Emigration, Ortskräfte, einheimische Helfer, Übersetzer, Taliban, Fachkräfte, Abzug, Kollaborateure, Verräter, Lebensbedrohung, Bundesinnenministerium, Weiterbildungsfonds