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Kenia: Digitales Wirtschaftswunder

Meldung vom 24.05.2013

In der ostafrikanischen Metropole Nairobi spielt sich ein digitales Wirtschaftswunder ab: Junge Programmierer entwickeln Programme, die den Bedürfnissen Afrikas entsprechen.

Im hellen Großraumbüro im vierten Stock eines Gebäudes, in dem sogar die Aufzüge in Betrieb sind, sitzen mehrere Dutzend junger Menschen auf bequem gepolsterten Sitzgarnituren oder an makellosen weißen Tischen – die Blicke sind auf die Bildschirme ihrer Laptops fixiert. Aus einer Ecke des Großraumbüros, das sich iHub nennt, kommen Duftwolken von frisch gemahlenem Espresso herangeweht. In Pete’s Café Bar kann man sich auch mit Bananenkuchen stärken.

Alle halbe Stunde lässt sich eine neue Besuchergruppe blicken, deren Mitglieder mit gedämpften Stimmen und ausländischen Akzenten sich über den sich bietenden Anblick wundern. Abgesandte europäischer Universitäten und amerikanischer Hightechfirmen reiben sich die Augen: Sind wir hier in Afrika?

Kenia macht längst nicht mehr nur wegen seiner Löwensafaris und seiner Maasai-Bevölkerung von sich reden. Der ostafrikanische Staat wird inzwischen als Silicon Savannah bezeichnet: Seine Hauptstadt Nairobi wird als Hochburg von IT-Technologie made in Africa gehandelt.

Das derzeit wohl bedeutendste Zentrum des afrikanischen Digitalbooms hat sich auf halbem Weg zwischen dem Millionen-Slum Kibera und dem luxuriösen Einkaufszentrum Yaya in Nairobis Bischof-Magua-Haus niedergelassen: Ein mit Start-up-Unternehmen dicht gefülltes Gebäude, die Firmenschilder wie iHub, m:Lab, oder mFarm zur Schau tragen. Die Stadt habe sich zu einem „ernstzunehmenden technologischen Zentrum“ entpuppt, lobte Google-Chef Eric Schmidt bei seiner Visite in der Silikon-Savanne: „Mir ist hier unglaublich kreatives Potenzial begegnet.“

Einer davon ist Anthony Njoroge, der täglich bei iHub im vierten Stock des Bischof-Magua-Hauses tätig ist. Für den 32-jährigen Web-Entwickler herrschen hier beste Bedingungen: Eine schnelle und kostenlose Internetverbindung sowie jede Menge Kollegen, mit denen er kreativ gestalten kann. Njoroge entwickelt gerade ein Programm, mit dessen Hilfe die informellen Autowerkstätten, die sich in Nairobi an jeder zweiten Straßenkreuzung finden, ihre Ersatzteillager, ihre Kundenkartei und die Angestellten organisieren können – ein System, das er später auch auf kleine Privatkliniken und Tante-Emma-Läden übertragen will. „Die Möglichkeiten sind unbegrenzt“, freut sich der Vater von zwei Kindern: „Es gibt hier einen ungeheuren Nachholbedarf.“

Bis vor vier Jahren zählte Kenia noch zum Subkontinent des Rückstandes. Verbindungen zum Internet waren unbezahlbar, das weltweite Web konnte lediglich über teure Satelliten angezapft werden. Erst als Kenia 2009 per Unterseekabel mit Europa verbunden wurde, begann auch in Ostafrika das Cyber-Zeitalter. Heute gewährleisten zehn weitere Kabel, dass das Land mit der Welt in verlässlicher Verbindung bleibt. Die Kosten für einen Breitbandanschluss haben sich um 400 Prozent verringert.

Innerhalb der Regierung hat vor allem Bitange Ndemo, Direktor im Ministerium für Information und Kommunikation, als Pionier der Cyber-Ära vollen Einsatz gezeigt. „Der Zugang zum Internet ist nicht nur ein fundamentales Menschenrecht, sondern eine unabdingbare Voraussetzung für Wirtschaftswachstum“, betont der in den USA ausgebildete Ökonom. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, einen kostenlosen Netzzugang und niedrige Handytarife einzurichten.

Das iHub wurde vor drei Jahren nicht nur als gehobenes Internet-Café und Behelfsbüro für junge IT-Unternehmen ins Leben gerufen: Gemeinsam mit seiner Schwester-Institution, dem m:Lab, soll es zur Entwicklung afrikanischer Computeranwendungen beitragen. „m:Lab“-Manager John Kietis träumt davon, dass eines Tages Bauern über die von ihm entwickelte Applikation mFarm ihre Ernte per SMS übers Internet anbieten oder über mVerified die Echtheit von Dokumenten überprüfen können. Gemeinsames Ziel der afrikanischen Apps ist die Anstrengung ihrer Erfinder, komplizierte Softwaresysteme den Bedingungen des Kontinentes anzupassen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Badische Zeitung“, badische-zeitung.de

Schlagwörter: Kenia, Digital, Internet, Software, Software-Entwickler, IT, Nairobi, Breitbandkabel, Digitalboom, Wirtschaftswachstum, Programm, Programmierer, Menschenrecht