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Massenflucht nach Uganda

Meldung vom 01.12.2008

Die kongolesische Rebellenbewegung CNDP (Nationalkongress zur Verteidigung des Volkes) unter Laurent Nkunda hat im Osten des Landes weitere Gebiete eingenommen und damit eine Massenflucht nach Uganda ausgelöst. CNDP-Truppen drangen in die Grenzstadt Ishasha ein, nachdem sie sich zuvor aus der Distrikthauptstadt Rutshuru in diese Richtung vorgekämpft hatten.

Allein 10.000 Menschen überquerten nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zwischen 12 und 16 Uhr am Donnerstag bei Ishasha die Grenze nach Uganda, kurz bevor die Rebellen den Grenzort einnahmen. Einige Flüchtlinge berichteten von Massakern, die die Rebellen angerichtet hatten. Die CNDP dagegen gab an, sie habe bei ihrem Vormarsch ein Massengrab entdeckt.

Damit verfolgen die Rebellen ihren Plan, über ihr Kerngebiet hinaus Rückzugsgebiete lokaler Milizen zu attackieren und diese möglichst zu zerschlagen – letzte Woche in der Region um Kanyabayonga, diese Woche in der Region um Ishasha. Die Straße zwischen Rutshuru und Ishasha stellt eine wichtige Verkehrsverbindung von Kongo nach Uganda dar. Seit Jahren wird sie von der ruandischen Hutu-Miliz FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) kontrolliert, die über Ishasha Export betreibt.

Die meisten Bewohner der Ortschaften an dieser Straße, von denen die Stadt Nyamilima die größte ist, haben sich seit langem in den Busch oder in Vertriebenenlager zurückgezogen. Der Vormarsch der als Tutsi-Bewegung geltenden CNDP in dieses mehrheitlich von Hutu und Angehörigen des Nande-Volks besiedelte Gebiet hat diese Bevölkerung erneut zur Flucht gezwungen. In Uganda haben nun 50.000 kongolesische Flüchtlinge Zuflucht gesucht. Die Hälfte von ihnen ist in den letzten Wochen angekommen.

Angesichts der sich ausweitenden Krise machte sich der neue UN-Sonderbeauftragte für den Kongo, Nigerias Expräsident Olusegun Obasanjo, zu einer zweiten Vermittlungsreise auf. Er kam letzte Woche in Kongos Hauptstadt Kinshasa an, um sich mit Präsident Joseph Kabila auszutauschen. Am Wochenende wollte er ebenfalls mit Rebellenchef Nkunda ins Gespräch treten. Bei einer ersten Reise dieser Art vor einer Woche hatte Obasanjo sich die Bedingungen beider Seiten für Friedensverhandlungen erklären lassen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de