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Mexiko: Überweisungen in die Heimat geraten ins Stocken

Meldung vom 08.12.2008

Die Geldüberweisungen von Migranten in ihre Herkunftsländer verringern sich drastisch. Am härtesten sind Länder betroffen, die von den USA abhängig sind.

Mexiko steht dabei ganz an der Spitze. Noch 2007 gingen mindestens 24 Milliarden US-Dollar von den Konten mexikanischer Migranten im Ausland an die Familien zu Hause. Dieser Betrag machte knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus. Aber in diesem Jahr ist der Zufluss ins Stocken geraten. Im August verringerten sich die Überweisungen erstmals um zwölf Prozent. Neuere Zahlen stehen noch nicht zur Verfügung, aber die mexikanische Notenbank gab an, dass der Trend anhält.

Ein Grund für die Einstellung der Überweisungen liegt auf der Hand: Die allermeisten mexikanischen Migranten – rund 25 Millionen – sind angestellt in den USA und arbeiten dort vor allem im Baugewerbe. Hypothekenkrise und Rezession haben direkten Einfluss auf ihre Arbeitsplätze und ihr Einkommen. Es bleibt einfach weniger übrig, was sie nach Hause überweisen können. Mexiko ist deswegen am härtesten betroffen, weil die Mexikaner praktisch nur in die USA abwandern, um dort zu arbeiten. Schon seit Dezember 2007 sind die USA von einer Rezession betroffen, die jetzt besonders zum Tragen kommt.

Mexiko stellt damit allerdings kein Einzelfall dar – oder wird es zumindest nicht bleiben. In ihrem jetzt vorgestellten vierten Weltmigrationsbericht kündigt die Internationale Organisation für Migration (IOM) an, dass die Entwicklungsländer mit Milliardeneinbußen zu rechnen hätten. „Die Transfers gehen schon in diesem Jahr zurück, nächstes Jahr wird sich der Trend verstärken“, sagt IOM-Direktor Gervais Appave. Zahlen gab er keine an. Aber bei der Weltbank vermutet man, 2009 könnten die Überweisungen um bis zu sechs Prozent sinken.

In den letzten Jahren waren die Überweisungen beständig in die Höhe gegangen. 2002 wurden weltweit rund 170 Milliarden US-Dollar transferiert. 2007 erreichten sie einen Rekordstand von 337 Milliarden. Gut 240 Milliarden davon gehen auf Bankkonten in den Entwicklungsländern. Der größte Teil der Transfers fließt nach Indien, China und Mexiko.

In der Regel ist das Geld der Migranten für die Unterstützung der eigenen Familie bestimmt. Die Migrationsforscher haben jedoch einen weiteren Trend herausgefunden: Migrantenverbände in den Gastländern überweisen Gelder, um den Aufbau der Infrastruktur in ihren Herkunftsländern zu unterstützen.

Dass sich die Überweisungen der Migranten verringern, ist ein Zeichen für die neue weltweite Krise. Bislang galten Transfers für die ärmeren Länder als eine der beständigsten Quellen von ausländischem Geld. Im Vergleich dazu sind Direktinvestitionen konjunkturabhängig und fallen sofort weg, wenn die globale Liquidität nicht mehr gegeben ist. Und erfahrungsgemäß schrumpft dann auch die Entwicklungshilfe.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de