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Philippinen: Herkulesaufgabe – Wiederaufbau nach dem Taifun

Meldung vom 13.12.2013

Der Wiederaufbau nach dem Sturm Haiyan auf den Philippinen gerät für das Land zur Herkulesaufgabe, die es unmöglich alleine stemmen kann. Berücksichtigt werden muss bei dem nun anstehenden Neubau, dass die neuen Häuser nicht gleich im nächsten Sturm wieder einstürzen.

Pünktlich zur Adventszeit händigte die Regierung einigen Dutzend philippinischen Familien, deren Häuser von Taifun Haiyan verwüstet worden sind, vor ein paar Tagen ein Geschenk aus: Werkzeuge und Baumaterial. Die Aktion spielte sich in Tacloban ab, der vom Sturm besonders stark heimgesuchten Hauptstadt der Insel Leyte.

Freilich ist eine solche Aktion nur ein Tropfen auf dem heißen Stein im Vergleich zu den Zerstörungen, die die bis zu 300 km/h starken Windböen und fünf Meter hohen Flutwellen angerichtet haben. Die UN gehen davon aus, dass mehr als 14 Millionen Menschen von dem Sturm in Mitleidenschaft gezogen worden sind, etwa 1,1 Millionen Häuser sollen vernichtet sein. Mehr als 7.000 Menschen kamen ums Leben oder sind immer noch vermisst.

Für eine solche große Herausforderung sucht nun die Regierung in Manila Rat bei Japan, das über sehr große Erfahrung mit Naturkatastrophen verfügt. Ein Team der japanischen Entwicklungshilfeagentur Jica befindet sich in Manila, um einen Wiederaufbauplan zu erstellen. „Die Philippinen müssen ihre für Naturkatastrophen anfälligen Gebiete widerstandsfähig machen. Einfach alles wieder aufzubauen wie vorher, reicht nicht“, warnt Jica-Experte Kimio Takeya.

Der philippinische Präsident Benigno „Noynoy“ Aquino fordert nun, dass Planer eine Windstärke von mehr als 300 Stundenkilometern mit in ihren Plänen berücksichtigen und dieses Phänomen nicht als Einzelfall abtun. „Bisher schreiben unsere Baugenehmigungen vor, dass Gebäude Windstärken von 250 Stundenkilometern aushalten sollen. Das müssen wir offenbar deutlich verschärfen“, sagt Felino Palafox, Architekt und Präsident des Instituts der Umweltplaner. Angesichts der tatsächlichen Situation, dass der Großteil der Philippiner in ihrer Armut nur Häuser aus Bambus und Palmwedel haben, klingt eine solche Forderung allerdings völlig abgehoben.

Wichtig ist auch der Standort, an dem die neuen Behausungen gebaut werden sollen. Die Philippinen sind der zweitgrößte Archipel der Welt und haben alles in allem mehr als 38.000 Küstenkilometer, fast so lang wie der Erdumfang. Nicht nur Fischer, auch arme Großfamilien, für die eine Wohnung in der Stadt viel zu teuer wäre, lassen sich oft am Rand des Wassers nieder, wo ihre Hütten anfällig für Stürme und Wellen sind.

Bisher musste auf den Philippinen nur ein Mindestabstand zum Meer von 20 Metern berücksichtigt werden. Die Nachbarländer im Pazifik haben dafür strengere Gesetze erlassen und setzen einen Mindestabstand von 80 bis 200 Metern fest.

Umweltminister Ramon Paje ist schon dabei, ein neues Gesetz zu formulieren, das die Bebauungsgrenze deutlich ins Landesinnere versetzt und einige Küstenzonen ganz für Bauprojekte blockiert. Präsidentensprecher Herminio Colona kündigte an, „dass wir notfalls Bewohner umsiedeln werden“.

Eine weitere Maßnahme in dem vorläufigen Aufbauplan ist die Aufforstung der Küstenstreifen mit wurzelreichen Mangroven. „Sie können ein natürlicher Schutzwall für unsere Küsten sein“, meint Colona. Die Mangroven müssten schnell gesetzt werden, „denn sie brauchen fünf bis sieben Jahre, bis sie groß genug sind, um Schutz zu bieten“.

So viel Zeit steht den Philippinen, über die jährlich etwa zwei Dutzend Tropenstürme hereinbrechen, aber nicht zur Verfügung. Auch die Finanzen sind zu knapp, um die Kosten für den Wiederaufbau zu decken. Die UN beziffern den Gesamtbedarf auf 301 Millionen US-Dollar. Bisher wären 164 Millionen gesammelt worden, sagte Luiza Carvalho, UN-Vertreterin in Manila, auf einer Pressekonferenz. „Damit können wir den Millionen Betroffenen keinesfalls ausreichend helfen.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Philippinen, Wiederaufbau, Taifun, Haiyan, Häuser, Aufforstung, Mangroven, Bebauungsgrenze, Katastrophe, Windstärke, Japan, Bauprojekte