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Global: UN fordert verstärkten Schutz für Krankenhäuser

Meldung vom 06.05.2016

Der UN-Sicherheitsrat ist besorgt über die vermehrten Attacken auf Krankenhäuser in aller Welt, besonders in Syrien, Afghanistan oder im Jemen. Das Gremium appelliert nun an die Kriegsparteien, Krankenhäuser in Kriegsgebieten zu verschonen.

„Bis zum 3. Oktober habe ich geglaubt, dass ein Krankenhaus ein sicherer Ort ist. Das kann ich heute über keine medizinische Einrichtung an der Front mehr sagen“, kritisiert Joanne Liu, Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen. Es war ein Krankenhaus ihrer Hilfsorganisation, das in das Kreuzfeuer der amerikanischen Luftwaffe geriet, die Taliban-Stellungen im afghanischen Kunduz bombardierte. Der Befehlshaber der US-Streitkräfte in Afghanistan, John Campbell, gab anschließend zu, es habe sich um „menschliches Versagen, das falsche Ziel“ gehandelt. Das Versagen kostete 30 Menschen das Leben. Und ein Krankenhaus wurde komplett zerstört.

Für Peter Maurer, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, ist dies das leidvolle Paradox des Krieges: „In Zeiten größter Not gibt es am wenigsten medizinische Versorgung.“ Es sollte eigentlich eine moralische Verpflichtung sein: Krankenhäuser sind auch im Krieg kein Angriffsziel. Das ist schon so in den Genfer Konventionen von 1949 oder im Rom-Statut des Internationalen Strafgerichtshofs sowie in zahlreichen UN-Resolutionen festgeschrieben.

Doch im brutalen Alltag des Krieges halten sich die Konfliktparteien nicht an Konventionen. In Kunduz seien Patienten bei lebendigem Leib in ihren Betten verbrannt, berichtet UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Weitere solche Verbrechen beklagt er im Südsudan, Irak, oder Jemen. Dort wurde eine Klinik in Sa'da zum Angriffsziel. „Schwangere Frauen waren gezwungen, in Höhlen zu entbinden, anstatt den Weg in ein Krankenhaus zu riskieren“, erklärte Ban.

Kurz vor der Sitzung des Sicherheitsrates wurde ein Krankenhaus in Aleppo bombardiert. Zum wiederholten Mal binnen nur weniger Tage wurde eine medizinische Einrichtung in der umkämpften nordsyrischen Stadt vollständig vernichtet. Vergangene Wochen sind dabei mindestens 50 Männer, Frauen und Kinder ums Leben gekommen, sagt Joanne Liu von Ärzte ohne Grenzen. Frankreich und Großbritannien beriefen deshalb eine Sondersitzung des Sicherheitsrates extra zu dem Thema Aleppo ein, denn – so der britische UN-Botschafter Mattew Rycroft – die Stadt stehe in Flammen.

Peter Maurer vom Roten Kreuz übermittelte dem Sicherheitsrat die Zahlen zu den alptraumhaften Bildern. „Das Rote Kreuz hat in den vergangenen drei Jahren 2.400 Angriffe gegen Patienten, Helfer und Einrichtungen in elf Konfliktzonen festgestellt. Das sind mehr als zwei Angriffe pro Tag.“

Mehr als 80 Länder, darunter auch Deutschland, legten die Resolution vor, die anklagt, was nach internationalem Recht ohnehin illegal ist. Einstimmig ratifiziert der Sicherheitsrat die mahnenden Worte, die erneute zur Einhaltung der Genfer Konvention aufrufen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Globale Projekte, Krankenhäuser, Krieg, UN-Sicherheitsrat, Genfer Konventionen, Angriffsziel, Bombardierung, Aleppo, Patienten, Rom-Statut, Resolution