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Afghanistan: Was bringt das Jahr 2017? – UN legt neuen Bericht vor

Meldung vom 31.01.2017

Die Zahlen und Fakten für Afghanistan sehen düster aus: 2017 wird in Afghanistan aller Voraussicht nach noch schwerer werden als 2016. Das ist die Schlussfolgerung eines wichtigen UN-Berichts zur humanitären Lage. Dort ist unter anderem von 1.500 neuen Binnenflüchtlingen pro Tag die Rede.

Die Vereinten Nationen gehen für 2017 von weiteren 450.000 Kriegsvertriebenen in Afghanistan aus, zusätzlich zu den bereits 2016 registrierten knapp 630.000 Binnenflüchtlingen. Das kann man in dem neuen Humanitären Aktionsplan der Vereinten Nationen lesen, der am Samstag (21.01.2017) in der afghanischen Hauptstadt Kabul herausgegeben wurde.

Der immer zum Jahresanfang veröffentlichte Plan der Koordinationsagentur der UN für humanitäre Hilfe, OCHA, wird als eines der informativsten Dokumente zur Lebenslage der Afghanen eingestuft. Für 2017 ist eine weitere Steigerung vieler Negativrekorde aus 2016 zu befürchten. 9,3 Millionen Menschen werden demnach in diesem Jahr in Afghanistan mit existenziellen Nöten konfrontiert werden – ein Anstieg um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit einer geschätzten Bevölkerung von rund 30 Millionen Menschen wären demnach fast ein Drittel aller Afghanen betroffen.

5,7 Millionen Menschen wollen die UN mit ihren Partnern durch Hilfsprogramme erreichen. Das umfasst aber nur lebensrettende Maßnahmen, nicht etwa längerfristige Entwicklungsprojekte. 550 Millionen Dollar benötigen die UN nach eigenen Angaben dafür. 2016 hatten sie noch einen Bedarf an 393 Millionen Dollar für 3,5 Millionen Menschen angemeldet (von 8,1 Millionen in Not).

Afghanistan zähle weiterhin zu den gefährlichsten und gewalttätigsten Ländern der Welt, lautet es in dem Bericht weiter. Mittlerweile sei fast das gesamte Land erneut von Konflikten erfasst. Im Durchschnitt würden jeden Tag 1.500 Menschen aus ihren Dörfern vertrieben. Die Gegenden, in denen die Regierung nicht mehr für Sicherheit sorgen kann, dehnten sich aus, und so seien ungefähr 20 Prozent der Menschen in Not von aller Hilfe abgeschnitten.

Zusätzlich zu den Kriegsflüchtlingen rechnen die UN damit, dass 2017 bis zu eine Million afghanische Flüchtlinge – teilweise nach Jahrzehnten – aus den Nachbarländern Iran und Pakistan in ihr kriegszerrissenes Land zurückkommen. Die meisten werden aus Pakistan abgeschoben und kehren unfreiwillig heim; sie sind die Leidtragenden scharfer neuer Spannungen zwischen den beiden Ländern.

Bereits 2016 war überraschend rund eine Million solcher Flüchtlinge der Kriege aus den 1980er und 1990er Jahren zurück nach Afghanistan eingewandert. Viele von ihnen haben keinerlei Hab und Gut, viele werden sich nach Ansicht von Experten den Massen der Binnenflüchtlinge anschließen, weil ihnen der Weg in ihre Heimatgemeinden aus Sicherheitsgründen versperrt ist.

Die Armut habe 2016 zugenommen und der Trend werde sich auch 2017 fortsetzen, heißt es in dem Bericht weiter. Mittlerweile hätten 40 Prozent der Afghanen keine regelmäßigen Mahlzeiten mehr (vorher geschätzte 33 Prozent) und mehr als eine Million Kinder seien auf medizinische Betreuung wegen akuter Unterernährung angewiesen.

40 Prozent der Afghanen seien außerdem vom Gesundheitssystem ausgeschlossen. Und es gebe Signale dafür, dass auch die Müttersterblichkeit in Afghanistan wieder größer geworden ist. Der bedeutende Rückgang der Zahlen – auf ein allerdings immer noch sehr schlechtes Niveau – war in den vergangenen Jahren lautstark als Erfolg internationaler Bemühungen proklamiert worden.




Quelle: „Wirtschaftswoche“, www.wiwo.de

Schlagwörter: Afghanistan, UN, Bericht, OCHA, UN-Bericht zur humanitären Lage, Binnenflüchtlinge, Kriegsvertriebene, Flüchtlinge, Hunger, Not, Müttersterblichkeit, Sicherheit, Taliban, Konflikte, Nahrung